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Aufatmen bei Feuerwehr und Bauhof

Güglingenvon Thomas Dorn, HSt

"Diesen Tag haben wir sehr, sehr lange her­bei­ge­sehnt", freute sich Bürger­meister Klaus Die­te­rich. Am Freitag wurde das kom­mu­nale Großpro­jekt, der Neubau von Feu­er­wehr­haus und Bauhof, end­lich ein­ge­weiht.

Für Die­te­rich ist das großzügige Dop­pel­bau­werk an der Lin­den­straße "unsere letzte große Hoch­baumaßnahme. Kin­dergärten, Schulen, Hallen - alles sei gebaut und damit ein hohes Maß an Auf­ga­benerfüllung erreicht".

Vor gela­denen Gästen erin­nerte das Stadt­ober­haupt an den Beschluss des Gemein­de­rats aus dem Jahr 2000, die anste­henden Neu­bauten gemeinsam in den "Och­sen­wiesen" zu rea­li­sieren. Bereits im Sep­tember des­selben Jahres war der Archi­tek­ten­wett­be­werb zugunsten der Werk­ge­mein­schaft Gut­ten­berger (Stutt­gart) ent­schieden.

Dass bis zum Spa­ten­stich im März 2004 nochmal zwei­ein­halb Jahre ver­gingen, hat unter anderem damit zu tun, dass dem Gemein­derat die erste Kos­ten­be­rech­nung zu hoch war. 7,5 Mil­lionen Mark (3,83 Mil­lionen Euro) legte er damals als Ober­grenze fest. In der anschließenden "Phase der Opti­mie­rung" musste man­ches Wünschens­werte weg­ge­stri­chen werden. So bedau­erte Die­te­rich, dass die geplante inno­va­tive Behei­zung der Gebäude - mit Wärme aus dem Abwas­ser­kanal - dem Rot­stift zum Opfer fiel.

Den­noch: Ent­standen seien ?ebenso funk­tio­nelle wie schöne, sehens­werte Gebäude?. Die zudem für ihre Nutzer stra­te­gisch günstig liegen: genau in der Mitte der Mar­kung, direkt an der künftigen Zaber­tal­straße.

Ob die fest­ge­legten Gesamt­kosten tatsächlich ein­ge­halten werden, wusste Die­te­rich am Freitag aller­dings nicht. "Viel­leicht bekommen wir heute mal eine Aus­sage des Archi­tekten", meinte er süffi­sant. In der Ver­gan­gen­heit hatte die Ver­wal­tung immer wieder über feh­lende Kos­ten­zu­sam­men­stel­lungen des Archi­tek­turbüros geklagt.

Diesen Gefallen tat Dieter Gut­ten­berger dem Bürger­meister aber auch am Ein­wei­hungstag nicht. Immerhin war in einem Satz von "wir sind knapp bei vier Mil­lionen Euro" die Rede. Der Archi­tekt sprach von preis­werten Kon­struk­tionen und Mate­ria­lien, von einem "intel­li­genten Bau­werk", das sich zurückhal­tend in die Land­schaft einfüge und doch das "neue südliche Stadttor" bilde. Und er freute sich, dass die Dächer von der Solar­in­itia­tive Güglingen mit einer 70-Kilo­watt­peak-Anlage bestückt wurden. "Ein starker Bei­trag zum Umwelt­schutz"

Eine "hohe, aber gerecht­fer­tigte Inves­ti­tion" nannte Feu­er­wehr­kom­man­dant Man­fred Rapp das Gerätehaus. Immerhin musste seine Truppe über 20 Jahre auf diese "Ein­rich­tung, die heu­tigen Anfor­de­rungen ent­spricht", warten. Immer wieder seien die Flo­ri­ansjünger vertröstet worden. Kri­ti­sche Worte gab es von Rapp auch zum Neubau. Dass der Planer "noch nie ein Feu­er­wehr­haus gebaut" habe, sei ein Pro­blem gewesen, Vor­schläge der Wehr seien oft "abge­schmet­tert" worden. Und fünf seit Juli 2005 anvi­sierte Umzugs­ter­mine hätten nicht gehalten werden können.

"Güglingen wird noch attrak­tiver", meinte Landrat Detlef Pie­pen­burg. Er dankte der Feu­er­wehr ebenso für ihren zuverlässigen Dienst wie die Land­tags­ab­ge­ord­nete Fried­linde Gurr-Hirsch. Kreis­brand­meister Uwe Vogel sprach von einem "Moti­va­ti­ons­schub" für die Wehr.

Den dürfte es auch für Kom­man­dant Rapp geben: Der Vor­sit­zende des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands, Rein­hold Korb, über­reichte ihm die höchste Aus­zeich­nung des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bandes, das Feu­er­wehr­eh­ren­kreuz in Gold.

Offene Türen: Am Sonntag, 21. Mai, können Bauhof und Feu­er­wehr von 10.30 Uhr an besich­tigt werden.

Bild: Schlüsselübergabe mit Back­werk: (von links) Bau­hof­leiter Uwe Sandler, Feu­er­wehr­kom­man­dant Man­fred Rapp, Bau­leiter Erik Bossog, Bürger­meister Klaus Die­te­rich, Archi­tekt Dieter Gut­ten­berger. (Foto: Claudia Wachter)