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Auf der Leiter wackeln die Knie

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Mit einer Brand­fallübung in der Beil­steiner Grund- und Haupt­schule sollte getestet werden, wie effektiv die vor­ge­sehen Ret­tungsmaßnahmen im Ernst­fall greifen.

In der vierten Unter­richt­stunde haben die Siebtklässler der Beil­steiner Haupt­schule Phy­sik­un­ter­richt. Alles verläuft eigent­lich normal, bis kurz vor Ende des Unter­richts Qualm aus dem angren­zenden Vor­be­rei­tungs­raum dringt. Der Aus­gang zur Klas­sen­zim­mertür ist durch Rauch­schwaden ver­sperrt, und die Leh­rerin und zwei Schüler liegen ohnmächtig auf dem Boden. Doch zum Glück spre­chen die an der Decke ange­brachten Rauch­melder an und geben Alarm an die Feu­er­wehr­zen­trale. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr wird in Marsch gesetzt.

Die Alarm­glo­cken in der Beil­steiner Grund- und Haupt­schule schre­cken zur glei­chen Zeit die Schüler und Lehrer auf. In geord­neten Reihen ver­lassen sie klas­sen­weise die gefährdeten Schulgebäude und begeben sich zu den vor­ge­se­henen Sam­melplätze. ?Brennt?s in echt??, fragt Flo­rian aus der dritten Klasse. Der Grundschüler ver­folgt etwas ängst­lich das ganze Sze­nario.

In der Mit­tags­sonne ste­hend, zeigen auch die anderen Kinder großes Inter­esse, wie das Tanklöschfahr­zeug TLF 16/25 der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Beil­stein mit Blau­licht und Mar­tins­horn auf dem Schulhof vorfährt. Kom­man­dant Bernd Kir­cher gibt der Löschgruppe die nötigen Anwei­sungen. Schnell ver­sucht der Atem­schutz­trupp zu den in Gefahr befind­li­chen Men­schen vor­zu­dringen und diese zu bergen. Über eine an das Schul­haus ange­lehnte Steck­leiter beginnen die anderen Feu­er­wehr­leute, die gefährdeten Schüler, zu retten.

Besiana und Duyga gehören zu den Geret­teten und haben noch etwas weiche Knie, als sie den sicheren Boden unter den Füßen errei­chen. ?Wir sind zum ersten Mal über eine Leiter abge­stiegen und finden das alles sehr auf­re­gend?, ist ihr erleich­terter Kom­mentar.

Die Brand­fallübung ist auf Anre­gung des für Sicher­heit zuständigen Leh­rers Fer­di­nand Duchatsch und des Feu­er­wehr­kom­man­danten zustande gekommen. ?Wir wollten mit den Schülern rea­lis­tisch einen Ernst­fall üben?, sagt Duchatsch. Für den Kom­man­danten gehören solche Pro­be­alarme zur Aus­bil­dungs­phi­lo­so­phie. ?Wir haben hier an der Schule gezeigt, dass wir auch mit relativ ein­fa­chen Mit­teln einen guten Ein­satz hin­be­kommen.? Bei der Übung seien alle gestellten Auf­gaben erfüllt worden, von der Per­so­nen­ret­tung bis zum Löschen des Brandes. Ein ganz wich­tiger Punkt sei auch geklärt worden, dass die Tagespräsenz mit 12 bis 15 Mann aus­reiche, um schnelle und gute Hilfe leisten zu können.

Da fällt der Kom­mentar von Michael aus der achten Klasse, der selbst der Beil­steiner Jugend­feu­er­wehr angehört, nicht mehr so sehr ins Gewicht: ?Wenn es schlimm gewesen wäre, dann wäre sicher alles schneller gegangen.? Und den Schalter, der die immer noch schril­lenden Alarm­glo­cken ver­stummen lässt, hat in der Zwi­schen­zeit auch jemand gefunden.

Bild: Auch das gehörte zur Übung an der Grund- und Haupt­schule Beil­stein. Über eine Steck­leiter rettet die Feu­er­wehr Schüler aus dem Gebäude. (Foto: Werner Kuhnle)