Kreisfeuerwehrverband Heilbronn

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Als Schläuche noch zu Fuß transportiert wurden

Untergruppenbachvon Ute Knödler, HSt

Über 700 Teilnehmer präsentierten sich in rund 50 Gruppierungen beim Festumzug der Untergruppenbacher Feuerwehr in Untergruppenbach anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens. Enttäuschte Gesichter gab es am Samstagabend, kamen doch nur sehr wenige Festbesucher.

Mit dem Regenschirm unterm Arm kamen die meisten der zahlreichen Besucher zum Festumzug. Die dunklen Wolken am Himmel ließen nichts Gutes ahnen. Doch nicht von oben wurden die Gäste nass. Mit dem Regenschirm schützten sie sich jedoch vor dem Wasser aus den Feuerwehrschläuchen.

?Sie kommen?, riefen ein paar ungeduldige Kinder. Ein technisches Problem an einem Fuhrwerk sei der Grund der Verzögerung, sagte Kommandant Timo Hägele. Ein Schlepper aus dem Jahre 1956 der Marke Porsche, im Besitz der Feuerwehr Untergruppenbach, eröffnete den Zug. Zu sehen waren viele alte Fuhrwerke hinter einem Schlepper oder von Hand gezogen. So transportieren die Wehren in den vergangenen 200 Jahren ihre Spritzen und Schläuche.

So hatte die Feuerwehr Eberstadt ein Gefährt mit der Aufschrift ?Lennach-Buchhorn 1888? dabei. Die Spritze darauf ist noch einmal 40 Jahre älter. Ein knapp 50 Jahre altes Löschfahrzeug präsentierte die Feuerwehr Abstatt mit ihrem LF 16 TS. Auch die einzige Kinderfeuerwehr im Landkreis aus Bad Wimpfen marschierte mit. Kindergarten, Schule und der Turn- und Sportverein (TSV) aus Untergruppenbach mit den Abteilungen Fußball, Tennis und Schach zeigten sich ebenfalls. Bis auf die Feuerwehr Bondorf bei Böblingen, mit der die Untergruppenbacher schon eine 40 Jahre anhaltende Freundschaft verbindet, kamen die Teilnehmer aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn. Zur Unterhaltung spielten der Musikverein Unterheinriet und eine Kooperation der zwei einzigen Spielmannszüge im Landkreis aus Ilsfeld und Bad Friedrichshall.

Die Landfrauen zeigten sich modern mit Wellness, walken und reisen sowie politisch und sozial engagiert. An die ländliche Struktur erinnerte ein historischer Kornbinder genauso wie der Obst- und Gartenbauverein mit Äpfeln, Gemüse und Saft oder die WG Unterheinriet mit Weinausschank sowie der Herbstwagen der Weingärtner Ilsfeld zusammen mit Flein-Talheim.

Ohren betäubenden Lärm machte eine handbetriebene Sirene. ?Es geht auch leise?, meinte der Betreiber, betätigte einen Schalter und sorgte damit für Wohlklang in den Ohren der Zaungäste. Beißender Rauch machte den Zuschauern plötzlich zu schaffen und versperrte komplett die Sicht. Schnell klärte sich auf, dass die Feuerwehr Obersulm ?nur? eine Rauchbombe gezündet hatte.

Während Gäste und Verantwortliche nach dem Umzug zufrieden waren, hatte es am Samstagabend viele enttäuschte Gesichter gegeben. Nur sehr wenige Besucher waren zum Fest mit den Neckartaler Musikanten gekommen. ?Vielleicht war der Sturm schuld?, überlegte Kommandant Timo Hägele. Der bescherte der Wehr direkt vor der Feierlichkeit auch noch einen Einsatz. Der Umzug habe aber gezeigt: Auf die Bevölkerung ist doch Verlass. ?Jetzt ist die Feuerwehrseele wieder versöhnt?, lachte Hägele.

Bild 1:
Eine Sirene mit Handkurbel ist unglaublich laut, kann auch leiser sein.

Bild 2:
Lange Zeit zogen die Wehrmänner Spritzen und Schläuche mit ihren Schleppern. Beim Umzug in Untergruppenbach waren viele historische Gefährte zu sehen. (Fotos: Ute Knödler)