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Überlandhilfe bei Großbrand in Haßmersheim (NOK)

Einsatz der Feuerwehr Bad RappenauBrand in Industriegebäude am von Philipp Kern, Feuerwehr Bad Rappenau; RNZ

Am 28.04.2015 um 20:54 Uhr wurde der gesamte Was­serförde­rungszug der Feu­er­wehr Bad Rap­penau per Funk­mel­de­empfänger mit dem Ein­satz­stich­wort „Brand Indus­triegebäude“ nach Haßmers­heim gerufen. Zeit­gleich wurden zur Unterstützung der Kom­man­do­wagen (KdoW) und der Ein­satz­leit­wagen (ELW1) mit­al­ar­miert. Der Ein­satz­auf­trag des Was­serförde­rungs­zuges lau­tete: Was­serförde­rung mit einer dop­pelten B-Lei­tung vom Neckar bis zur Dreh­leiter „Kleiner Oden­wald“ (siehe Feu­er­wehr Aglas­ter­hausen). Die 2 x 400m lange Förder­strecke wurde auf­ge­baut und blieb bis ca. 23 Uhr in Bereit­stel­lung. Eine Was­serförde­rung war auf Grund der Ein­satz­si­tua­tion nicht mehr not­wendig. Um 0:30 Uhr konnten alle Fahr­zeuge am Standort zurückge­meldet werden.

Dies war der erste kreisüberg­rei­fende Ein­satz (Land­kreis Heil­bronn / Neckar-Oden­wald-Kreis) seit Bestehen des Zuges 2010.

Bericht der Rhein-Neckar-Zei­tung:

Großfeuer an der Alten Malz­fa­brik: Es war wohl doch Brand­stif­tung

Was sollte nicht schon alles werden aus der Alten Malz­fa­brik in Haßmers­heim: Ero­tik­hotel, Sci­en­ce­park, Tages­pfle­ge­zen­trum. Am Diens­tag­abend ist nun ein Teil des einst als Reichs­schwe­fel­werk erbauten, orts­bildprägenden Ensem­bles Opfer der Flammen geworden - das große Nebengebäude (Spreng­luft­halle) ist wei­test­ge­hend aus­ge­brannt.

Stun­den­lang mussten rund 120 Feu­er­wehr­leute gegen den Großbrand ankämpfen, nachdem kurz vor 19.30 Uhr am Abend ein Haßmers­heimer bei der Gar­ten­ar­beit das Feuer ent­deckt und gemeldet hatte. Erst kurz vor 6 Uhr am Mitt­woch­morgen zogen die letzten Ein­satzkräfte ab.

Wenig später machten sich die Ermittler der Polizei zwecks Spu­ren­suche ans Werk, zumin­dest soweit es die örtli­chen Gegen­ben­heiten nach dem Brand der­zeit zulassen. Nur ein Teil des Gebäudes sei gefahrlos betretbar. Sie suchen nach mögli­chen Auslösern des Feuers, das wohl Sach­schaden „im nied­rigen sechs­stel­ligen Bereich“ (so die aku­telle Einschätzung der Polizei) ver­ur­sacht hat.

Nachdem man am Diens­tag­abend zunächst noch keine Hin­weise auf eine Brand­stif­tung gesehen hatte, ergibt sich nun ein anderes Bild. „Auf­grund der Gesamt­si­tua­tion sowie den ersten Erkennt­nissen muss vom Ver­dacht der vorsätzli­chen Brand­stif­tung aus­ge­gangen werden“, heißt es in einer Pres­se­erklärung des Poli­zeipräsidiums Heil­bronn und der Staats­an­walt­schaft Mos­bach. Wei­tere Ein­zel­heiten könnten aus ermitt­lungs­tak­ti­schen Gründen (noch) nicht genannt werden. Offenbar nähren unter anderem die Bege­ben­heiten am Bran­dursprung, dessen Ver­lauf sowie Befra­gungen vor Ort bei den Ermitt­lern den Ver­dacht auf eine Brand­stif­tung.

Zumal am Mitt­wochfrüh kurz nach 1 Uhr ein wei­teres Feuer in der Schif­fer­ge­meinde gemeldet worden war. In der Markt­straße brannte aus noch ungeklärter Ursache eine mit Alt­pa­pier gefüllte Kunst­stoff­tonne. Die Feu­er­wehr Haßmers­heim konnte ein Aus­breiten der Flammen im Orts­kern ver­hin­dern, eine Wohn­haus­fas­sade sowie ein Hoftor wurden den­noch in Mit­lei­den­schaft gezogen. Der Sach­schaden dürfte hier im fünfstel­ligen Bereich liegen.

Während der zweite Brand gemeldet wurde, waren etliche Ein­satzkräfte noch an der Mälzerei beschäftigt, inzwi­schen leis­tete auch das THW Haßmers­heim Unterstützung. „Da mussten immer wieder Glut­nester gelöscht werden“, berichtet Kreis­brand­meister Jörg Kir­schen­lohr. Die zahl­rei­chen Feu­er­wehr­leute aus der Region, die unter Lei­tung von Haßmers­heims Feu­er­wehr­kom­man­dant Roland Heck agierten, hatten alle Hände voll zu tun. Erst nachdem man den Dach­stuhl des Gebäudes abgelöscht hatte, konnte man auch ins Innere, in dem sich laut Polizei zwei Autos, ein Wohn­mobil, meh­rere Dut­zend Reifen sowie ältere und antike Möbel befanden.

Auf­grund der starken Rauch­ent­wick­lung hatte man die Nach­bar­schaft vor­sorg­lich ange­wiesen, Fenster und Türen zu schließen. „Gefahr für die Bevölke­rung bestand jedoch nicht“, sagte Poli­zei­spre­cher Harald Schu­ma­cher. Gegen 21.30 Uhr sei der Brand unter Kon­trolle gewesen. Nach­bargebäude wie das große Silo der Malz­fa­brik blieben unver­sehrt. Auch Ver­letzte waren glückli­cher­weise nicht zu beklagen.

Eine Ver­bin­dung zwi­schen beiden Brandfällen sieht die Polizei „zum jet­zigen Zeit­punkt“ noch nicht. Aller­dings scheint wohl auch bei der Alt­pa­pier­tonne eine Brand­stif­tung durchaus wahr­schein­lich. Die wei­teren Ermitt­lungen sollen zeigen, ob ein Zusam­men­hang besteht. Mögliche Tat­verdächtige gebe es - so oder so - unter­dessen noch nicht.

Bild: RNZ