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Chemiesaal des Gymnasiums evakuiert

Einsatz der Feuerwehren Brackenheim, Lauffen a.N. und HeilbronnGefahrgut am von Timo Gebert, Feuerwehr Brackenheim / PD Heilbronn

Bericht der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bra­cken­heim:

Mit dem Ein­satz­stich­wort "Gefahr­gut­ein­satz" wurde die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bra­cken­heim zur Mit­tags­zeit zum örtli­chen Gym­na­sium alar­miert. In einem Che­mie­vor­be­rei­tungs­raum waren dort aus einem Behältnis geringe Mengen von Brom, einer stark ätzenden und gif­tigen Sub­stanz, frei­ge­setzt worden.

Beim Ein­treffen an der Ein­satz­stelle wurde der Ein­satz­leiter der Feu­er­wehr bereits von zwei Leh­re­rinnen erwartet und ein­ge­wiesen. Da die letzte Schul­stunde des Vor­mit­tags­un­ter­richts zu diesem Zeit­punkt bereits beendet war, fand im Schulgebäude zwar kein Unter­richt mehr statt, den­noch waren im gesamten Gebäude noch Schüler anwe­send. Die Schülerinnen und Schüler, die zuletzt im direkt an den Che­mie­vor­be­rei­tungs­raum angren­zenden Che­mie­saal Unter­richt hatten, wurden bereits von der Leh­rerin vor­sorg­lich nach Hause geschickt.

Da zunächst nicht sicher war, in wel­chem Umfang der Stoff tatsächlich aus­ge­treten war, wurde im ersten Ein­satz­schritt das gesamte Schulgebäude von der Feu­er­wehr Bra­cken­heim vor­sorg­lich eva­ku­iert und die noch im Schulgebäude ver­blie­benen Schülerinnen und Schüler nach Hause geschickt. Zeit­gleich wurde von der Feu­er­wehr Bra­cken­heim unter Atem­schutz eine erste Erkun­dung im Bereich des Che­mie­saals durchgeführt. Während dieser Maßnahmen trafen auch die ent­spre­chend der gültigen Alarm- und Ausrücke­ord­nung eben­falls alar­mierte Feu­er­wehr Lauffen a.N. mit dem Gerätewagen Mess­technik, die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn mit dem Gefahr­gutzug, der Feu­er­wehr-Fach­be­rater Chemie sowie der Ret­tungs­dienst mit meh­reren Notärzten und Ret­tungs­wagen an der Ein­satz­stelle ein.

Nach dem Ein­treffen des Gefahr­gut­zugs der Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn ging ein Trupp unter Voll­schutzanzügen (CSA) in den Che­mie­vor­be­rei­tungs­raum vor, führte ent­spre­chende Mes­sungen durch und ver­brachte das betref­fende Behältnis ins Freie. Sei­tens der Feu­er­wehr Bra­cken­heim wurde das Schulgebäude in Absprache mit der Berufs­feu­er­wehr belüftet.

Durch den Lei­tenden Not­arztes wurde im Ver­lauf des Ein­satzes ent­schieden, die Schülerinnen und Schüler, die zuletzt im Che­mie­saal Unter­richt hatten und zunächst von ihrer Leh­rerin nach Hause geschickt wurden, zur ärzt­li­chen Kon­trolle wieder an die Ein­satz­stelle zurückzu­holen. Zu diesem Zweck wurde sei­tens des DRK in Zusam­men­ar­beit mit der Feu­er­wehr Bra­cken­heim in der auf dem Schulgelände befind­li­chen Turn­halle eine Ver­letz­ten­sam­mel­stelle zur Ver­sor­gung der Schul­klasse ein­ge­richtet und zur Unterstützung des Regel­ret­tungs­dienstes die Ein­satz­ein­heit West des DRK alar­miert. Tele­fo­nisch wurden ca. 30 Schülerinnen und Schüler erreicht und im Anschluss in der Turn­halle ärzt­lich ver­sorgt. Sechs Schüler, die über Rei­zungen der Atem­wege klagten, wurden zur Beob­ach­tung ca. eine Stunde in der Ver­letz­ten­sam­mel­stelle betreut, während zwei Leh­re­rinnen vom Ret­tungs­dienst ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wurden. Nach Infor­ma­tionen der Feu­er­wehr Bra­cken­heim konnten beide Leh­re­rinnen aber am Abend wieder aus dem Kran­ken­haus ent­lassen werden.

Trotz der Gefährlich­keit des aus­ge­tre­tenen Stoffes bestand glückli­cher­weise zu keinem Zeit­punkt eine Gefahr für Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Ein­satzkräfte und/oder die Bevölke­rung der Stadt Bra­cken­heim.

Im Ein­satz war der Löschzug Bra­cken­heim der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bra­cken­heim, die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Lauffen a.N. sowie die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn mit ins­ge­samt 45 Ein­satzkräften. Eben­falls vor Ort war der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Heiner Schiefer aus Lauffen sowie der Feu­er­wehr-Fach­be­rater Chemie aus Heil­bronn. Sei­tens des Ret­tungs­dienstes waren nach Infor­ma­tionen der Feu­er­wehr Bra­cken­heim ca. 43 Ein­satzkräfte mit 10 Fahr­zeugen an der Ein­satz­stelle. Am Ein­satzort war auch die Polizei mit meh­reren Ein­satzkräften, Bürger­meister Rolf Kieser sowie Bau­amts­leiter Frank Erthal.

Dass bei ännähernd 100 Ein­satzkräften ver­schie­dener Orga­ni­sa­tionen und Ort­schaften die Zusam­men­ar­beit zu jedem Zeit­punkt des Ein­satzes als sehr gut bezeichnet werden kann ist nicht selbst­verständlich. Hierfür sei­tens der Feu­er­wehr Bra­cken­heim ein herz­li­ches Dan­keschön!

Bericht der PD Heil­bronn:

20 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse mussten am Mitt­woch­mittag aus dem Che­mie­saal des Zabergäugym­na­siums in Bra­cken­heim eva­ku­iert werden.

Gegen 13 Uhr sah eine Leh­rerin, dass aus einem im Che­mie­vor­be­rei­tungs­raum ste­henden Brombehälter am unteren Ende etwas von der hoch ätzenden und gif­tigen Sub­stanz aus­ge­treten war. Weil sich der Che­mie­saal direkt neben dem Vor­be­rei­tungs­raum befindet, wurden die darin sit­zenden Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b vor­sorg­lich nach Hause geschickt. Später wurden sie zurückge­holt und in einer Turn­halle ärzt­lich unter­sucht. Der Ret­tungs­dienst und die Ein­satz­ein­heit West des DRK hatten einen Behand­lungs­platz ein­ge­richtet. Sechs Schüler/-innen klagten über leichte Beschwerden der Atem­wege, sie wurden des­halb vor Ort ambu­lant behan­delt. Zwei Leh­re­rinnen wurden vom Ret­tungs­dienst ins Kran­ken­haus gebracht, weil sie über Übel­keit klagten. Ob die Ursache im aus­ge­tre­tenen Brom liegt, ist bis­lang unklar. Neben den Feu­er­wehren aus Bra­cken­heim und Lauffen rückte auch die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn mit dem Gefahr­gutzug aus. Unter anderem war auch der Fach­be­rater Chemie der Berufs­feu­er­wehr vor Ort. Die Mes­sungen direkt vor Ort und in der Umge­bung ergaben keine bedenk­li­chen Werte. Der Brombehälter war offen­sicht­lich nicht leck, son­dern nicht richtig geschlossen. Er konnte von der Feu­er­wehr ver­schlossen werden.

Im Ein­satz waren ins­ge­samt zwölf Fahr­zeuge und 44 Ein­satzkräfte der Feu­er­wehren aus Bra­cken­heim, Lauffen und Heil­bronn. Der Ret­tungs­dienst war mit zwei Ret­tungs­wagen und drei Notärzten vor Ort. Außerdem wurden Not­fall­nach­sorger und ehren­amt­liche Helfer ein­ge­setzt. Ins­ge­samt waren acht Fahr­zeuge und 17 Ein­satzkräfte der Ret­tungs­dienste am Zabergäugym­na­sium. Von der Polizei wurden drei Streifen des Poli­zei­re­viers Lauffen und des Poli­zei­pos­tens Bra­cken­heim ein­ge­setzt.