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Wie viel Feuerwehr braucht die Gemeinde?

Ilsfeldvon Barbara Barth, HSt

Nun wissen es die Ils­felder Gemeinderäte genau: Der neue Bedarfs­plan für ihre Frei­wil­lige Feu­er­wehr attes­tiert dieser eine hohe Leis­tungsfähig­keit, eine gute Ein­treff­zeit der ersten sechs Ein­satzkräfte in maximal zehn Minuten und einen opti­mie­rungsbedürftigen Errei­chungs­grad der zweiten Ein­heit. Die Löschwas­ser­ver­sor­gung in ein­zelnen Gebieten ist unzu­rei­chend, zwei ältere Fahr­zeuge sollten ersetzt werden, der Standort Wüsten­hausen ist ver­zichtbar, die Außent­reppen am Feu­er­wehr­haus Ils­feld sind drin­gend zu ver­bes­sern.

Ausführlich erläuterte Sebas­tian Fischer das von ihm erstellte 70-sei­tige Werk, zu dem jede Gemeinde nach dem Feu­er­wehr­ge­setz alle fünf bis zehn Jahre ver­pflichtet ist. Fischer ist Brand­di­rektor, Leiter der Berufs­feu­er­wehr Pforz­heim und Lehr­be­auf­tragter der Hoch­schule für Technik Stutt­gart.

Die Risi­ko­be­ur­tei­lung richtet sich nach den Gefah­ren­klassen, die zwi­schen eins (gering) und fünf (hoch) liegen können. Ils­feld wird in die Kate­gorie drei (üblich), in Teilen aber auch in vier ein­ge­stuft. Indus­trie­ge­biete mit Logis­tik­un­ter­nehmen, ver­ar­bei­tendes Gewerbe sowie Alten­heime erhöhen das Risiko.

Leis­tungsfähig Bei der Leis­tungsfähig­keit sei Ils­feld gut auf­ge­stellt, so Fischer. Die Ein­treff­zeit der ersten Ein­heit von zehn Minuten werde geschafft. Auch ist die Zahl von sechs Ein­satzkräften für diese erste Gruppe erreicht. „Dafür sind immer genügend Maschi­nisten und Grup­penführer da“, hat Fischer fest­ge­stellt. Bei der zweiten Ein­heit mit wei­teren sechs bis neun Kräften nach 15 Minuten gäbe es Opti­mie­rungs­be­darf. Zur per­so­nellen Verstärkung emp­fiehlt er, die wich­tige Nach­wuchs­quelle Jugend­feu­er­wehr weiter intensiv zu fördern, und eine offen­sive Mit­glie­der­wer­bung zu betreiben, „auch bei Frauen“. Feu­er­wehr­kom­man­dant Steffen Heber teilte aller­dings mit, dass es bei der Jugend­wehr durchaus eine War­te­liste gibt. „Was uns fehlt, sind die Betreuer.“

Die dezen­trale Struktur der Ils­felder Feu­er­wehr erfor­dert drei Feu­er­wehrhäuser: In Ils­feld, in Hel­fen­berg und in Scho­zach sind sie unver­zichtbar. Das Gebäude in Wüsten­hausen für ein Trag­kraft­sprit­zen­fahr­zeug ist aber nicht zwin­gend erfor­der­lich, weil dieser Standort von Ils­feld aus in zehn Minuten erreichbar ist. Ver­bes­se­rungs­po­ten­zial gibt es in allen Feu­er­wehrhäusern.

Im ehe­ma­ligen Süwag-Gebäude am Haupt­standort Ils­feld sind die Außent­reppen beson­ders kri­tisch. Glatte Tritt­stufen und Handläufe nur an einer Seite bedeuten Gefah­ren­po­ten­ziale für die Feu­er­wehr­leute im Alarm­fall. In Hel­fen­berg sind die Platz­verhältnisse beson­ders eng. Mate­ria­lien müssen hinter den Fahr­zeugen in der Halle gela­gert werden, eine Absaug­an­lage gibt es nicht. In Scho­zach gibt es keine sepa­raten Umklei­dungsräume, die Spinde stehen hinter dem Fahr­zeug in der Halle. Dort müssen sich die Feu­er­wehrmänner umziehen. „Mit­tel­fristig müssen sich die Verhältnisse in den drei Feu­er­wehrhäusern ver­bes­sern“, so der Fach­mann.

Bro­cken Der Bedarfs­plan sieht für die Fahr­zeug­aus­stat­tung einen Wagen weniger als bisher vor: zwei Löschgru­pen­fahr­zeuge LF 20 und HLF 20, ein Löschgrup­pen­fahr­zeug HLF 10, ein Löschgrup­pen­fahr­zeug Kata­stro­phen­schutz, ein Mann­schafts­trans­port­wagen, ein Mul­ti­funk­tions- und ein Logis­tik­fahr­zeug. 240 000 Euro will die Gemeinde Ils­feld mit­tel­fristig für die Feu­er­wehr ein­planen. Der Kauf des Kata­stro­phen­schutz-Fahr­zeugs als Ersatz für ein altes LF 8/6 ist der größte Bro­cken.

Bild: Das Feu­er­wehr­haus im Ils­felder Teilort Wüsten­hausen wird auf­ge­geben. Das Gebäude für ein Trag­kraft­sprit­zen­fahr­zeug ist nicht zwin­gend erfor­der­lich. Foto: Sawatzki