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Weniger Einsätze, keine Brandtoten

Heilbronnvon Nicole Amolsch, HSt

Es sah aus wie bei einem Großein­satz. Die typisch roten Feu­er­wehr­wagen säumten die Straßen rund um die Neckar­garta­cher Neckar­halle. Von einem Brand aber weit und breit keine Spur. Statt­dessen war Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Heil­bronner Feu­er­wehr.

„Das ver­gan­gene Jahr hat bereits in der Neu­jahrs­nacht hek­tisch begonnen mit Bränden von Müllei­mern, Bäumen und Weih­nachts­de­ko­ra­tionen“, berich­tete Feu­er­wehr-Kom­man­dant Eber­hard Jochim. Am 1. Januar stürzte eine Frau über ein Brückengeländer rund acht Meter in die Tiefe. Die Höhen­ret­tungs­gruppe barg sie in dem unweg­samen Gelände mit Spe­zi­algeräten wie bei der Berg­ret­tung. Die Heil­bronner Feu­er­wehr war also gleich am ersten Tag des Jahres gefor­dert.

Und es kamen im Laufe der zwölf Monate noch einige Einsätze hinzu: Ins­ge­samt rückten die Wehr­leute 1794 Mal aus, knapp 300 Mal weniger als im Jahr 2006. „Damit liegen wir wieder bei unserem langjährigen Mittel von rund 1800 Einsätzen“, sagte Jochim. In Bil­dern ließ er das gesamte Spek­trum noch einmal Revue pas­sieren: von Bränden über Ver­kehrsunfälle bis hin zu Tauch-, Öl-, Höhen­ret­tungs- und Insek­ten­einsätzen. „Ins­ge­samt haben wir 130 Men­schen und 156 Tiere aus Not­lagen befreit“, zog Jochim Bilanz. Zwar hat die Feu­er­wehr in 2007 glückli­cher­weise keine Brand­toten zu ver­zeichnen, den­noch kam bei Unfällen oder anderen Einsätzen für zwölf Per­sonen jede Hilfe zu spät.

Zu den spek­takulären Einsätzen des ver­gan­genen Jahres gehörte die Ret­tung zweier Arbeiter, die in ein Silo gestürzt waren. 213 Mal mussten die Feu­er­wehren des Stadt- und Land­kreises kurz darauf ausrücken - Sturm­tief „Kyrill“ fegte über das Land hinweg. Ein Sach­schaden von rund 100 000 Euro ent­stand bei einer Unfall­serie auf der A 6 im März 2007. Vier Lastzüge waren inein­ander gefahren, ein Fahrer und sein Bei­fahrer ein­ge­klemmt. Zeit­weise waren am 2. Mai 2007 alle Kräfte der Berufs- und Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in Heil­bronn im Ein­satz: Es brannte nahezu gleich­zeitig in der Kreis­spar­kasse und im Rosen­berg-Hoch­haus. Großein­satz auch im Juni vor dem Boll­werks­turm. Ein Bagger hatte eine Gas­lei­tung auf­ge­rissen. Es galt, die Ein­satz­stelle großräumig abzu­sperren und zu ver­hin­dern, dass sich das Gas-Luft­ge­misch entzündet. Auch die Vier­beiner hielten die Feu­er­wehr 2007 in Atem. So ret­teten die Feu­er­wehr­leute unter anderem einen Kater aus einer Dach­rinne und ein Pony aus einem Schacht.

Zu den Höhepunkten des ver­gan­genen Jahres gehörte für Eber­hard Jochim auch die Anlie­fe­rung des neuen Rüstwa­gens. 420 000 Euro hat das Fahr­zeug gekostet, das umfang­reich aus­ge­stattet und seit Februar im Ein­satz ist. Und in diesem Jahr soll dann auch end­lich der neue Ein­satz­leit­wagen - ein umge­bauter Lini­enbus - seinen Dienst antreten.

Bild 1: Ein­satz mitten in Heil­bronn: Hand­werker ent­fachten bei Schweißarbeiten am 2. Mai 2007 einen Brand in der Kreis­spar­kasse Heil­bronn. (Foto: Archiv/Dirks)

Bild 2: Für langjährige Dienst­zeiten bei der Heil­bronner Feu­er­wehr ehrte Oberbürger­meister Helmut Him­mels­bach (rechts) zahl­reiche Feu­er­wehr­leute.Foto: Nicole Amolsch