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Weichen sind für die Zukunft gestellt

Nordheimvon Elke Khattab, HSt

Sicht­lich über­rascht ist Karl Wehler ange­sichts der hohen Aus­zeich­nung, die ihm als Kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Nord­heim ver­liehen wird: „Die Ehren­nadel erhalten nur beson­ders ver­diente Feu­er­wehr­angehörige“, erklärt der Land­tags­ab­ge­ord­nete Rein­hold Gall (SPD), der die Ver­lei­hung in seiner Funk­tion als Vor­sit­zender des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes vor­nimmt. Er ist einer der Ehrengäste, die den Flo­ri­ansjüngern anlässlich des Fest­aktes zu ihrem 100-jährigen Bestehen gra­tu­lieren.

Führung Mit der Ver­lei­hung würdigt man nicht nur das große Enga­ge­ment, son­dern zudem die Kom­pe­tenz des Kom­man­danten hin­sicht­lich der zeitgemäßen Aus­stat­tung der Wehr sowie der mensch­li­chen Führung der inzwi­schen über 50 frei­wil­ligen Kame­raden.

„Die Beto­nung liegt auf frei­willig“, erklärt Bürger­meister Volker Schiek in seiner Ansprache. Denn mit Beschluss des Gemein­de­rates am 29. Juni 1909 lösten enga­gierte und hoch moti­vierte Kame­raden mit Wil­helm Schiz an der Spitze die bis dahin in der Pflicht­feu­er­wehr orga­ni­sierten Bürger ab. Dank und Unterstützung gebühre des­halb den zuverlässigen, ver­ant­wor­tungs­vollen Kame­raden ebenso wie den Fami­lien „der leben­digsten und mutigsten Orga­ni­sa­tion der Gemeinde“, so der Rat­haus-Chef.

Würdi­gend fasst er neben der Not­wen­dig­keit einer per­ma­nenten Aus­bil­dung die wach­sende Auf­ga­ben­pa­lette in den ver­gan­genen Jahr­zehnten zusammen: Von der Brandbekämpfung über den vor­beu­genden Brand­schutz bis hin zum Umgang mit Gefahrgut und der Ret­tung von Ver­kehrs­op­fern. Wich­tige Eck­daten der 100-jährigen Geschichte rufen die Fest­redner in Erin­ne­rung: Die Zusam­men­le­gung der Abtei­lungen Nord­heim und Nord­hausen im Jahr 1975, die Ein­wei­hung des gemein­samen Feu­er­wehrgerätema­ga­zins 2001 auf der Zim­merer Höhe und die Gründung der Jugend­feu­er­wehr 1998 mit heute 20 Mit­glie­dern.

„Damit sind wich­tige Wei­chen für die Zukunft gestellt worden“, bekräftigt auch Lutz Mai, erster Lan­des­be­amte im Land­ratsamt Heil­bronn. Er unter­streicht darüber hinaus ebenso wie die CDU-Staats­se­kretärin Fried­linde Gurr-Hirsch aus Unter­grup­pen­bach die ehren­amt­liche, selbst­lose Ver­ant­wor­tung für die Mitbürger.

Seel­sorge Nach der Ent­ge­gen­nahme eines Bild­nisses des Hei­ligen Flo­rians von Pfarrer Horst-Werner Neth lobt Kom­man­dant Wehler die Ein­satz­freu­dig­keit der männli­chen und seit 2001 auch weib­li­chen Kame­raden ebenso wie die kon­struk­tive Zusam­men­ar­beit mit der Gemeinde. Den­noch: Kame­rad­schaft beschränkt sich für die starke Führungs­persönlich­keit nicht nur auf den gemein­samen Ein­satz. Als aus­ge­bil­deter Fach­be­rater Seel­sorge über­nimmt der Kom­man­dant auch die Ver­ant­wor­tung für das see­li­sche Gleich­ge­wicht seiner Feu­er­wehr­leute. „Wenn ein Ein­satz tra­gisch aus­geht, benötigen die Kame­raden eine Auf­ar­bei­tung der Gescheh­nisse“, sagt Wehler.

Was die Flo­ri­ansjünger alles zu leisten vermögen, zeigen sie beim Tag der offenen Tür. Neben einer Aus­stel­lung über 100 Jahre Feu­er­wehrgerät stellen die ver­schie­denen Alters­ab­tei­lungen die Leis­tungsfähig­keit der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Nord­heim nachdrücklich unter Beweis.

Bild: Kom­man­dant Karl Wehler (Mitte) erhält die Ehren­nadel für beson­dere Ver­dienste von Rein­hold Gall (rechts) und von Albert Decker. (Foto: Elke Khattab)