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Wehren vereinbaren engere Zusammenarbeit im Ernstfall

Kirchardtvon Steffan Maurhoff, HSt

Wenn es brenzlig wird, steht die Kirchardter Feu­er­wehr parat. Und wenn es noch brenz­liger wird, holt sie sich Unterstützung von ihren Kame­raden in Bad Rap­penau, Eppingen und künftig auch Itt­lingen. Da lässt die Feu­er­wehr lieber nichts anbrennen. Einer neuen Alarm- und Ausrücke­ord­nung sowie einer neuen Sat­zung für die Orga­ni­sa­tion hat der Gemein­derat zuge­stimmt.

Kom­man­dant

Markus Bucher stand am Montag den Bürger­ver­tre­tern Rede und Ant­wort. "Wir wollen nicht erst reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist", fasste er zusammen, warum auch die Kirchardter auf die im ver­gan­genen Jahr veränderte Alarm- und Ausrücke­ord­nung des Land­kreises reagiert und ihre Rege­lungen ent­spre­chend ange­passt hat.

Vier Stufen

Diese sehen vier unter­schied­liche Gefah­ren­ab­wehr­stufen vor, vom Klein­brand etwa einer Hecke oder eines Abfall­con­tai­ners (Stufe eins) über den Zim­mer­brand bis hin zur großen Kata­strophe der Stufe vier, bei­spiels­weise der Brand der Fest­halle während einer Ver­an­stal­tung. Je nach Situa­tion bekommt das die Kirchardter Feu­er­wehr mit ihrer Ausrüstung und ihrem Per­sonal hin oder for­dert Unterstützung aus den Nach­bar­orten an. Ins­be­son­dere tagsüber, wenn die Mit­glieder der Frei­wil­ligen Wehr bei der Arbeit sind, sollen diese Pläne eine aus­rei­chende Schlag­kraft sichern.

Test­ver­sion

Die soge­nannte Tages­er­reich­bar­keit war auch der Grund, wes­halb sich die Kirchardter mit den Itt­lin­gern zusam­men­ge­setzt und eine gegen­sei­tige Unterstützung orga­ni­siert haben. "Momentan läuft das als Test­ver­sion", erklärte Markus Bucher die Kos­ten­seite: Even­tu­elle Einsätze werden zunächst nicht finan­ziell ver­rechnet, weil die Wehren von maximal ein bis zwei Fällen pro Jahr aus­gehen. "Das ist bisher immer relativ glücklich abge­gangen", so Buchers Erfah­rung.

Eine veränderte Sat­zung musste für die Kirchardter Wehr wegen der veränderten Geset­zes­lage her. Das Regel­werk sieht im wesent­li­chen die Neue­rung vor, dass das Ein­tritts­alter auf 17 her­un­ter­ge­setzt wird. "Man ver­sucht damit, ein Jahr zu gewinnen", so der Kom­man­dant: Als 17-jährige sollen die Wehr­leute künftig die vor­ge­schrie­bene 70-stündige, anspruchs­volle Grund­aus­bil­dung durch­laufen, um mit 18, sobald sie per Gesetz an Einsätzen teil­nehmen dürfen, das auch zu können. Bis­lang war die Grund­aus­bil­dung erst ab 18 durch­laufen worden.

Dienst­zeit

Neu ist auch, dass sich die Wehr­leute zu einer Dienst­zeit von min­des­tens zehn Jahren bei einer Pro­be­zeit von einem Jahr bereit erklären auch wenn die Dis­kus­sion im Rat zeigte, dass das keinen zwin­genden Cha­rakter hat.

Als Kul­turträger hat die Feu­er­wehr­ka­pelle in Kirchardt einen guten Namen. Künftig werden die Musik­ab­tei­lungen erst­mals als eigene Abtei­lungen in der Sat­zung auf­ge­nommen. Die Nach­frage von Rats­mit­glied Werner Fröhlich, ob die neue Bun­des­wehr­struktur Aus­wir­kungen auf die Wehr habe, ver­neinte Kom­man­dant Bucher. In den ver­gan­genen Jahren sei die Zahl der Frei­stel­lungs­anträge für Wehr­leute, die statt dem Dienst mit der Waffe den Ein­satz am Strahl­rohr wählten, "ver­schwin­dend gering" gewesen. Bucher befürch­tete, dass eher Ret­tungskräfte wie etwa der Arbeiter-Sama­riter-Bund durch den Weg­fall von Zivil­dienst­leis­tenden zu knab­bern hätten.

Wer­bung für die Wehr

Um die soge­nannte Tages­er­reich­bar­keit zu ver­bes­sern, schlug Bau­amts­leiter Michael Baum­gartner eine Wer­be­ak­tion bei den Kirchardter Firmen vor. Der Gemein­derat und Kom­man­dant Markus Bucher zeigten sich auf­ge­schlossen, wobei Bucher fest­stellte: Wir laufen bei den großen Firmen offene Türen ein. So seien etwa bei dem Sägeher­steller Beh­ringer meh­rere Feu­er­wehr­leute beschäftigt. Wegen deren Einsätzen während der Arbeits­zeit habe es noch keine Pro­bleme gegeben. Baum­gartner ver­deut­lichte, dass Firmen auch davon pro­fi­tierten, Feu­er­wehr­leute bei sich zu haben, weil die im Ernst­fall genau wüssten, wie zu reagieren ist.