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Wehr vor neuen Herausforderungen

Bad Rappenauvon Stefan Maurhoff, HSt

Knapp, schnörkellos, kom­pe­tent Attri­bute, die zum neuen Feu­er­wehr­kom­man­dant Felix Mann passen, beschreiben auch den Stil der ersten Jah­res­haupt­ver­samm­lung unter seiner Führung. Nicht nur der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Her­mann Jochim beschei­nigte Mann, der vor einem Jahr als erster haupt­be­ruf­li­cher Kom­man­dant und Gerätewart an die Spitze der mit 443 Mit­glie­dern nach Neckar­sulm zweitgrößten Wehr im Land­kreis kam, seitdem viel geleistet zu haben.

Bedarfs­plan

Und tatsächlich hörte sich der Jah­res­be­richt Manns respek­tabel an. Einer seiner Schwer­punkte war die Erfas­sung der inven­ta­ri­sierten Gerätschaften immerhin 3500 Stück, ver­teilt auf neun Abtei­lungen und 17 Fahr­zeuge. De Aus­stat­tung der Rap­pen­auer Wehr muss jährlich überprüft und alles doku­men­tiert werden. Nächster Schritt der ehren­amt­li­chen Retter ist die Einführung acht Gerätever­ant­wort­li­chen. Ein wei­terer Schwer­punkt Manns war die neue Alarm- und Ausrücke­ord­nung für alle neun Abtei­lungen der Bad Rap­pen­auer Wehr. Ziel dieser Ord­nung ist es, in sämtli­chen 46 Land­kreis­ge­meinden zu den selben Ein­satz­stich­worten auch gleich­wer­tige tak­ti­sche Ein­satz­mittel vor Ort zu haben. "Schließlich soll jeder Bürger in jedem Ort des Land­kreises Heil­bronn die gleiche Hilfe erfahren."

Wich­tiges Instru­ment zur Pla­nung ist der Feu­er­wehr­be­darfs­plan, der Mann, seine Stell­ver­treter Thomas Wachno und Axel Klum­bach und das gesamte Team noch for­dern wird. Ersatz­be­schaf­fungen für Großfahr­zeuge oder Reno­vie­rung der Feu­er­wehrhäuser könnten erst mit einem Feu­er­wehr­be­darfs­plan ange­gangen werden, so Mann. In diesem Zusam­men­hang nannte er die Schlauchlänge und Pump­leis­tungen des neuen Löschwas­serförde­rungs­zugs. Diese seien für die über 30 Aus­sied­lerhöfe, Gehöfte und Weiler und wegen der schlechten Was­ser­ver­sor­gung in Wol­len­berg "kri­tisch zu bewerten".

Ins­ge­samt musste die Wehr der Kur­stadt im ver­gan­genen Jahr 121 mal ran und erreichte damit nahezu den Durch­schnitt der ver­gan­genen zehn Jahre von 123 Einsätzen. "Jeden dritten Tag steht die Feu­er­wehr bei Fuß und hilft den Bürgern", rech­nete Thomas Wachno vor. Meist wurde die Wehr zu Kleinbränden, zu tech­ni­scher Hilfe oder zu Unfällen gerufen. Das Feuer bei Bauer-Kom­post im Dezember ist der ein­zige Großbrand der Sta­tistik.

Inves­ti­tionen

OB Hans Heri­bert Blättgen führte rund 770 000 Euro an, die die Stadt in diesem Jahr für die Wehr direkt und indi­rekt zur Verfügung stellt und nannte Inves­ti­tionen von rund 1,5 Mil­lionen Euro in den nächsten Jahren: "Der Gemein­derat ist bemüht, die gute Arbeit der Feu­er­wehr zu unterstützen", betonte das Stadt­ober­haupt und dankte für den ehren­amt­li­chen Ein­satz der gesamten Truppe.

Um die soge­nannte Tages­verfügbar­keit zu ver­bes­sern, setzt auch die Bad Rap­pen­auer Wehr auf Mit­glie­der­wer­bung, beson­ders bei Frauen und Migranten. Am Internet-Auf­tritt haben Conrad Wagen­bach und Janosch Zepek gefeilt.