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Wasserförderungszug stellt Löschwasserversorgung sicher

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Nach rund sieben Jahren Arbeit haben Philipp Kern und Torsten Böhm die orga­ni­sa­to­ri­schen Arbeiten für den Was­serförde­rungszug der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr, den ein­zigen seiner Art im Land­kreis Heil­bronn, abge­schlossen. „Ich bin froh, dass wir alles unter Dach und Fach haben und das Gerüst stehen haben“, erklärte Kern, stell­ver­tre­tender Abtei­lungs­kom­man­dant in Wol­len­berg. Die Auf­gabe des Zugs ist die Sicher­stel­lung der Was­ser­ver­sor­gung im Brand­fall an Ein­satz­stellen, die über wenig oder gar kein Löschwasser verfügen. Sei es, weil die Ent­fer­nung zum nächsten Hydranten oder Was­ser­ent­nah­me­stelle sehr weit ist, sei es, weil nicht genügend Löschwasser zur Verfügung steht. Abge­le­gene Höfe sind teil­weise nicht an die Was­ser­ver­sor­gung ange­schlossen, manche Sied­lungen beziehen ihr Wasser aus eigenen Brunnen oder Was­ser­lei­tungen sind nicht als Ring­lei­tungen, son­dern als ein­fache Stich­lei­tungen aus­ge­bildet.

Initia­li­siert wurde der Was­serförde­rungszug von Kom­man­dant Felix Mann. „Als er seinen Dienst ange­treten hat, ist ihm auf­ge­fallen, dass es im Stadt­ge­biet Objekte gibt, bei denen im Ernst­fall die Was­ser­ver­sor­gung kri­tisch werden kann“, so Kern. Für Kern und Böhm, der bei der Abtei­lung Grom­bach aktiv ist, war zunächst einmal einen Bestands­auf­nahme ange­sagt. Es galt, die kri­ti­schen Objekte zu erfassen und sich Gedanken über die Löschwas­ser­ver­sor­gung zu machen, denn die Was­serförde­rung über lange Stre­cken erfor­dert Pla­nung. Die Stand­orte für Pumpen und die Wege der Schlauch­lei­tungen mussten eru­iert und fest­ge­legt und die Maßnahmen der Ver­kehrs­si­che­rung abge­stimmt werden. Bei 34 Objekten auf einer Gemar­kungsfläche von 7355,4 Hektar kein leichtes Unter­fangen. Kern und Böhm erar­bei­teten ein umfang­rei­ches Nach­schla­ge­werk und stellten es den Abtei­lungen Ober­gim­pern und Grom­bach, die den Was­serförde­rungszug stellen, nun vor. Sollte eine der beiden Abtei­lungen im Brand­ein­satz sein, kom­plet­tiert die Abtei­lung Bab­stadt den Was­serförde­rungszug.

Die beiden Ver­ant­wort­li­chen erstellten für jedes Objekt einen Ein­satz­plan und teilten das Objekt in eine Kate­gorie ein. „Es gibt bei­spiels­weise die Kate­gorie grün, die bedeutet, es ist für uns gut machbar. Dagegen bedeutet die Kate­gorie rot, dass wir das ohne fremde Hilfe nicht bewältigen können“, erklärte Böhm. Fremde Hilfe bedeute in diesem Fall die Alar­mie­rung wei­terer Wehren wie Bad Fried­richs­hall, Neckar­sulm, Unter­gim­pern oder der Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn.

Seine ersten Bewährungs­proben hat der Was­serförde­rungszug bereits bestanden. „Unser erster Ein­satz war bei einem Fir­men­brand in Ber­wangen“, erin­nerte sich Kern. Auch über­re­gional stellten die Männer ihr Können schon unter Beweis. Bei einem Brand in Haßmers­heim orga­ni­sierten Kern und Böhm die Was­serförde­rung mit den dor­tigen Ein­satzkräften.

Die Bereit­stel­lung des Was­serförde­rungs­zugs begrüßt Kreis­brand­meister Uwe Vogel sehr. „Der Zug ist sehr zu begrüßen. Es ist eine Bünde­lung der Res­sourcen.“ Für Vogel geht die Spe­zia­li­sie­rung der Kräfte in die rich­tige Rich­tung. „In nicht zu ferner Zukunft wird es den Uni­ver­sal­feu­er­wehr­mann, der alles kann, nicht mehr geben. Bis zu einer gewissen Stufe wird jeder den glei­chen Stand haben, aber es wird durch den tech­ni­schen Fort­schritt immer mehr Spe­zia­listen geben“, so Vogel und nennt als Bei­spiel Elek­tro­fahr­zeuge, Pho­to­vol­ta­ik­an­lagen und Unfälle mit Last­kraft­wagen.