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Warmfeiern für das Kuckucksholen

Eppingenvon Susanne Walter und Simon Gajer, HSt

An Pfingsten steht Mühlbach kopf: Mit der Kerwe ein­schließlich dem Kuckucks­holen, umrahmt von jeder Menge Blech­blas­musik, wird es nicht nur den Ein­hei­mi­schen am langen Wochen­ende nicht lang­weilig. Wer ein echter Mühlba­cher sein will, der nimmt sich, so er kann, auch am Dienstag einen Tag frei, um beim aus­ge­las­senen Ker­we­umzug samt dem ritu­ellen Ein­fangen des Plas­tik­ku­ckucks zu sein. Mit dem Jah­res­kon­zert der Mühlba­cher Feu­er­wehr­ka­pelle startet das Spek­takel am Samstag.

Gemein­sames Fest „Ich finde es ein­fach toll, wie sich in Mühlbach zu Pfingsten der Ort zusam­mentut, um gemeinsam so ein großes Kerwe­fest auf die Beine zu stellen, das über meh­rere Tage geht.“ Kon­zert­be­su­cherin Mar­gret Hub­mann aus Eppingen bringt auf den Punkt, worauf die Mühlba­cher stolz sind. Vom Platz­kon­zert bis zum Ker­we­rock, vom Ver­lesen der Kuckucks­ord­nung durch Herold und Trom­peter bis zum Sau­er­essen nach dem Kuckucks­holen reicht das Pro­gramm.

Schon beim Jah­res­kon­zert der Feu­er­wehr­ka­pelle gibt es kaum ein freies Plätzchen in der Gemein­de­halle. So viele wollen erleben, was die Jugend­ka­pelle und die Feu­er­wehr­ka­pelle ausgetüftelt haben. Für jeden Geschmack etwas bieten, das ist wohl Inten­tion von Jugend­ka­pel­len­leiter Her­bert Brom­berg und Helmut See­fried, der als pro­fes­sio­neller Saxo­fon­lehrer die Lei­tung der großen Kapelle innehat.

Im ersten Teil kommt die jaz­zige Vor­liebe des Diri­genten See­fried zum Tragen. Ausflüge in bekannte und mehr noch unbe­kannte swin­gende Bläser­welten, in denen die Neben­ak­korde regieren und man am liebsten mit den Fin­gern mit­schnipst. Die Feu­er­wehr­ka­pelle als Big Band. Klar lässt dieses unge­zwun­gene Flair Raum für den scheinbar spon­tanen Auf­tritt selbst­be­wusster Solisten. Erst nach der Pause bestimmt die hohe Klassik das Geschehen: Brahms und Kon­sorten werden einmal mehr unsterb­lich gespro­chen. Zu hören sind Werke, die ihren Tribut an Übungs­stunden ein­for­dern, ebenso wie die jaz­zigen Ele­mente übri­gens auch. Die Feu­er­wehr­ka­pelle hat sich ins Zeug gelegt, um zum Ker­weauf­takt so ein viel­sei­tiges, breites und anspruchs­volles Pro­gramm bieten zu können, keine Frage.

Befreun­dete Kapellen Abgelöst werden die Musiker am Pfingst­montag vom Mühlba­cher Musik­verein unter der Lei­tung von Man­fred Pasker, der mit befreun­deten Kapellen das Rah­men­pro­gramm zum zweiten Ker­wetag bestreitet. Die Kuckucks-ord­nung ist am Montag ver­lesen, und schon dreht sich auf dem Platz vor dem Rat­haus das Karus­sell, schlen­dern Besu­cher zwi­schen Schießbude und Süßwaren­stand des kleinen Krämer­markts. Ein Anzie­hungs­punkt ist die Aus­stel­lung des Heimat- und Ver­kehrs­ver­eins. Dut­zende Bilder und ein Film erin­nern an vor­he­rige Umzüge.

Und viele Mühlba­cher, die selbst einmal mit­ge­laufen sind, bli­cken genau auf die Motive und deuten mit dem Finger auf den einen oder anderen Teil­nehmer, den sie kennen. Heiko Frie­de­rich und Oliver Krüger stehen an der 70er-Jahre-Stell­wand. „Das ist eine schöne Idee“, lobt der 28 Jahre alte Oliver Krüger.

Bild: Start in die Kerwe-Feiern mit den Kapellen der Feu­er­wehr. (Foto: Walter)