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Vom Unfall bis zur Geburtshilfe

Neudenauvon Rudolf Landauer, HSt

Es gibt sie erst seit knapp zwei Jahren im Jagsttal, und so man­cher kennt die Bezeich­nung HVO noch gar nicht so recht. Aber spätes­tens dann, wenn sich Men­schen in einer Not­lage befinden und die Betei­ligten plötzlich Helfer um sich sehen, auf deren Warn­ja­cken die drei Buch­staben zu lesen sind, ler­nenen sie die Truppe kennen. HVO das steht für Helfer-vor-Ort. Dahinter ver­bergen sich Men­schen, die auf­grund ihrer Wohnnähe zum Ein­satz­punkt und ihrer Aus­bil­dung in der Lage sind, rasch erste Hilfe vor Ort zu leisten.

Elfköpfiges Team

Durchweg aus Idea­listen besteht das elfköpfige HVO-Team. HVO-Spre­cher Uwe Amann von der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Neu­denau und sein Kol­lege Marcel Ham­berger vom örtli­chen Deut­schen Roten Kreuz (DRK) sind aus­ge­bil­dete Ret­tungs­as­sis­tenten. Alle anderen haben min­des­tens eine Sanitätshel­fer­aus­bil­dung. Ihr Ziel ist es, Men­schen zu helfen, die in eine Not­lage geraten sind. Tanja Wagner ist im Gun­dels­heimer DRK aktiv und schloss sich spontan der Gruppe an: "Ich habe die Not­wen­dig­keit selbst schon erlebt und mache daher gerne mit." Frank Martz ist gleich bei zwei Feu­er­wehren, beim DRK und jetzt noch beim HVO-Team aktiv. "HVO hat mir von Anfang an gefallen, ich bin sehr gern dabei", sagt André Sand­risser aus Her­bolz­heim.

Die HVO-Truppe ver­steht sich kei­nes­falls als Kon­kur­renz zum haupt­amt­li­chen Ret­tungs­dienst. Viel­mehr wirkten sie ergänzend bis der Ret­tungs­dienst ein­trifft. Und das funk­tio­niere auch gut. Anders­lau­tende Gerüchte seien schlicht falsch, heben Ham­berger und Amann hervor.

Die Lage im engen Jagsttal mit ledig­lich einer Haupt­ver­kehrs­ader, die mehr­fach die Eisen­bahn kreuzt, stellt Ein­satzkräfte öfters vor Pro­bleme, etwa bei geschlos­senen Bahn­schranken. Diese beson­dere Situa­tion bewogen Amann und Ham­berger zur Gründung der HVO-Gruppe Neu­denau. Das Beson­dere daran: Die Mit­glieder sind von der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr und vom DRK. "Das war 2009 ein Novum im Land­kreis Heil­bronn, viele belächelten uns", sagt Amann und fügt an: "Inzwi­schen aber nicht mehr".

Die Bilanz der seit der Gründung absol­vierten Einsätze der Helfer vor Ort belegt die Wich­tig­keit dieser Insti­tu­tion. Bereits im Gründungs­jahr 2009 waren die Helfer bei 34 Einsätzen gefor­dert, im Jahr darauf waren es schon 67 Einsätze. "In diesem Jahr waren wir aktuell schon bei 15 Notfällen im Ein­satz", ergänzt Amann.

Geburts­hilfe

Zur Ausrüstung der Helfer vor Ort zählen unter anderem Defi­bril­la­toren und Puls­oxy­meter. Von schweren Ver­kehrsunfällen mit zahl­rei­chen Ver­letzten und auch Toten, Per­so­nen­su­chen, erfolg­rei­chen Reani­ma­tionen bis zur Hilfe bei einer Geburt reicht die Palette ihrer Einsätze. Ins­ge­samt 105 Mit­glieder des Förder­ver­eins HVO unterstützen die Gruppe, die sich weit­ge­hend selbst finan­ziert. Ihr Vor­sit­zender Chris­toph Dorn: "Wir freuen uns über jede Spende.