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Vom Motorrad blieb nur ein Klumpen

Bad Wimpfenvon Andreas Tschürtz, HSt

David Urbas aus Bad Rap­penau-Bab­stadt hatte am Don­ners­tag­abend rie­siges Glück. Der 18-Jährige war auf seiner Aprilia auf der Land­straße L 528 zwi­schen Bad Wimpfen und Heins­heim unter­wegs. Es war etwa 21.30 Uhr. Dämme­rung. Die typi­sche Zeit für Wild­wechsel. Und so kam es wohl auch: „Mir ist ein kleines Reh vor die Maschine gelaufen", sagt Urbas.

Als er aus­wei­chen will, kann er die Maschine in der Links­kurve nicht mehr halten. Es schleu­dert ihn in den Straßengraben. Sein Motorrad rutscht 50 Meter über den Asphalt und fängt Feuer. Für die Aprilia RS 250 ist es damit vorbei. „Ich habe mir mein Motorrad heute noch mal ange­schaut: Das ist nur noch ein Haufen Plastik und Alu­mi­nium. Heftig, was für eine Hitze da ent­standen ist."

Über­rascht von dem hef­tigen Feuer ist auch Rein­hold Korb von der Bad Wimp­fener Feu­er­wehr. „Ich habe gar nicht gewusst, dass ein Motorrad so brennen kann", sagt der Kom­man­dant. „Der Alarm kam mitten in einem Ein­satz", sagt Korb. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr war dabei, im Wimp­fener SRH-Gesund­heits­zen­trum aus­ge­lau­fenes Wasser vom Schwimm­be­cken der Orthopädie aus einem Keller zu pumpen. „Wir haben ein Fahr­zeug los­ge­schickt, das konnte den Motor­rad­brand dann löschen."

Dusel hatte unter­dessen David Urbas. Nur eine Prel­lung an der Hüfte, ein Blut­erguss und Schürfwunden hat er davon­ge­tragen. „Ich habe mit dem Oberkörper einen Leit­pfosten mit­ge­nommen. Im ersten Moment habe ich keine Luft bekommen. Aber zum Glück sind die Pfosten nicht so stabil wie ich dachte." Zu seinem Glück kam noch die rich­tige Klei­dung hinzu: „Meine Leder­montur habe ich immer an. Auch wenn ich nur ein paar Meter fahre."

Für Urbas war es der zweite Unfall. Genug vom Biken hat er aber noch nicht. „Mir gefällt es halt. Man spürt die Kurven, merkt den Wind an seinem Körper." Seiner Mutter wäre es lieber, er würde aufhören.

Einem unbe­kannten Auto­fahrer, der erste Hilfe geleistet hat, möchte Urbas auf diesem Weg „vielen Dank" sagen. Und auch „allen anderen, die mir geholfen haben".

Bild: Die Maschine ist nur noch ein ver­schmorter Haufen aus Metall und Kunst­stoff. Das Reh, dem der Fahrer aus­wei­chen wollte, ist über alle Berge. (Foto: Feu­er­wehr)