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Viel investiert für eine engagierte Truppe

Neuenstadt a.K.von Waltraud Langer, HSt

Im klas­si­schen Rot mit einem Schuss Signal­gelb präsen­tiert sich der neue Mann­schafts­trans­port­wagen (MTW) einer Riege von Feu­er­wehr­leuten vor der Neuenstädter Stadt­halle. Die Gene­ral­ver­samm­lung nahm Bürger­meister Nor­bert Heuser zum Anlass, das Fahr­zeug offi­ziell seiner Bestim­mung zu überg­eben. Der Sechs­gang-Diesel mit einer Leis­tung von 100 kW und acht Sitzplätzen ist am Standort Stein sta­tio­niert, aber auch für die anderen Abtei­lungen der Kocher­stadt zur Verfügung.

Zusammen mit dem bereits im Ein­satz befind­li­chen Gerätewagen hat die Stadt aktuell rund 150 000 Euro in ihre Feu­er­wehr inves­tiert und den vor vier Jahren auf­ge­stellten Bedarfs­plan weiter abge­ar­beitet. "Die Neuenstädter Wehr ist logis­tisch her­vor­ra­gend auf­ge­stellt", lobte Her­mann Jochim vom Kreis­feu­er­wehr­ver­band. Aktuell hat die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neu­en­stadt mit den Abtei­lungen Neu­en­stadt, Stein-Kochertürn und Cle­ver­sulz­bach 123 Aktive, 38 Mit­glieder in den Alters­ab­tei­lungen und 27 bei der Jugend­feu­er­wehr. Die Anzahl der Aktiven hat sich gegenüber dem Vor­jahr um zwei erhöht und ist seit 2006 kon­ti­nu­ier­lich gewachsen. "Damit zählen wir zu den größten Wehren im ganzen Kreis", sagte Kom­man­dant Hartmut Schaf­froth.

Auch die Tagespräsenz sei sehr gut. Nicht zuletzt dadurch, dass viele Aktive bei der örtli­chen Firma Neu­meister arbei­teten. Sorge bereitet dem Kom­man­danten die Aus­set­zung der Wehr­pflicht. Immerhin 4400 Arbeits­stunden hätten die vom Dienst frei­ge­stellten Helfer für den Zivil- und Kata­stro­phen­schutz 2010 abge­leistet. Ihre Ver­pflich­tungs­zeit betrage jetzt nur noch vier Monate. "Diese Ände­rung werden wir gewaltig merken", so Schaf­froth.

Im ver­gan­genen Jahr hat die Neuenstädter Feu­er­wehr ins­ge­samt 62 Einsätze gehabt. Davon waren mehr als die Hälfte tech­ni­sche Hilfs­leis­tungen, ein knappes Drittel Brände und ein Zehntel Fehl­alarme. Beson­ders aufwändig war die Ber­gung eines Sat­tel­zuges, der kurz vor dem Tunnel Hölzern gegen die Leit­planke fuhr und umstürzte. Die Auto­bahn musste teil­weise gesperrt werden. Im Mai fuhr eine junge Frau mit ihrem Auto in den Kocher. Die Neuenstädter Wehr mit einem Ret­tungs­boot und Tau­cher der Feu­er­wehr Heil­bronn kamen der Ver­unglückten zu Hilfe.

Bei einem schweren Ver­kehrs­un­fall im August mussten zwi­schen Neu­en­stadt und Cle­ver­sulz­bach Ver­letzte aus ihren Auto­wracks befreit werden. Im Dezember gab es in Cle­ver­sulz­bach einen Kel­ler­brand mit enormer Hit­ze­ent­wick­lung. Drei Katzen erstickten und das Haus wurde unbe­wohnbar. Schließlich machte der Wehr am Jah­res­ende der starke Schnee­fall reich­lich Arbeit. Äste und Bäume bra­chen und stürzten auf die Straßen. "Ein Glück dass wir im ver­gan­genen Jahr keinen Ein­satz hatten, wo jemand zu Tode kam", sagte Kom­man­dant Schaf­froth und bedankte sich bei den Kame­raden für ihre Arbeit.

Sicher­heits­wach­dienste wie beim Motorman Run oder der Kirch­weih gehören zum Feu­er­wehr­alltag ebenso dazu wie Schu­lungen und Übungen, im ver­gan­genen Jahr etwa bei der Firma Lan­derer im GIK, in der Grund­schule Stein, beim Bahn­hofsgelände in Neu­en­stadt und eine große Tunnelübung an der Auto­bahn.

Seit 20 Jahren gibt es die Neuenstädter Jugend­feu­er­wehr. Auch sie war 2010 höchst aktiv, wie Jugend­feu­er­wehr­wart Tobias Schaf­froth berich­tete. 25 reguläre Übungs­abende, Bach­putzete, Dienste beim Stadt­fest und beim Weih­nachts­markt sowie Teil­nahme an Ver­samm­lungen waren nur einige der Aktivitäten des Nach­wuchses. In diesem Jahr ist die Feu­er­wehr zudem durch das Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen gefor­dert.