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Unwetter kostet mindestens 15 Millionen Euro

Landkreis Heilbronnvon Herbert Kaletta und Adrian Hoffmann, HSt

Nach dem Ärger und viel Arbeit kommen die Kosten. Die finan­zi­elle Dimen­sion der Unwetter vom 29. und 30. Mai kris­tal­li­siert sich langsam genauer heraus und ist erheb­lich. Im Land­kreis Heil­bronn geht die Spar­kas­sen­ver­si­che­rung von 2000 Scha­densfällen und einer Scha­dens-Gesamt­summe von zehn Mil­lionen Euro aus. Laut Pres­se­spre­cherin Sylvia Knittel wird die Summe „wohl nicht ganz erreicht“. Da bei der Spar­kas­sen­ver­si­che­rung aber nicht alle, son­dern rund 70 Pro­zent aller Gebäude in Baden-Württem­berg ver­si­chert sind, dürfte die Gesamt­scha­dens­summe über den zehn Mil­lionen liegen.

Hinzu kommen hohe Schäden durch Ver­lust von Hausrat, gegen den viele Men­schen nicht ver­si­chert sind. Nur wer Ele­men­tarschäden mit­ver­si­chert hat, bekommt hier Geld. Das aber sind laut Sylvia Knittel immer noch wenige. „Diese Zusatz­ver­si­che­rung ver­kauft sich nach wie vor schlecht bei Leuten, die nicht am Wasser wohnen.“ Dabei sei klar, dass auch in vielen anderen Wohn­lagen große Was­ser­massen in die Häuser dringen können.

Gute Nach­richten gibt es aber auch. So infor­mierte am Mitt­woch­abend Oed­heims Bürger­meiser Ulrich Ruoff in einer Bürger­ver­samm­lung, dass den Unwet­ter­geschädigten aus Oed­heim finan­zi­elle Hilfe vom Land gewährt wird. Für jeden Euro, der auf die von der Gemeinde ein­ge­rich­teten Spen­den­konten ein­ge­zahlt wird, zahle das Land jeweils zwei Euro ein. Gleiche Nach­richt hat auch Neu­en­stadts Bürger­meister Nor­bert Heuser erhalten, wo der Stadt­teil Stein und die Weiler Loben­ba­cher Hof und Buchhof betroffen sind. Heuser: „Wir haben Glück, dass es durch die einen Meter hohe Wasser-Schlamm-Walze keine Toten und Ver­letzten gegeben hat.“

In der Land­wirt­schaft beläuft sich die Scha­dens­summe nach Angaben des Heil­bronner Land­wirt­schafts­amts auf knapp fünf Mil­lionen Euro. Aus den Scha­dens­mel­dungen der Betriebe ergibt sich, dass der Weinbau mit 2,25 Mil­lionen Euro die größten Schäden hat. Davon ent­fallen allein 1,5 Mil­lionen auf Beil­stein, das Scho­z­achtal und Lauffen. Die anderen sechs Scha­dens­schwer­punkte beim Wein sind Weins­berg, Neckar­sulm, Erlen­bach, Oed­heim, Gell­mers­bach und Eber­stadt. Im Gemüsebau (mit Erd­beeren) ent­stand Schaden von zwei Mil­lionen Euro, vor allem im Raum Bad Fried­richs­hall, Oed­heim, Eber­stadt und Beil­stein. Der Ackerbau (Getreide, Mais, Zuckerrüben und Kar­tof­feln) ver­zeichnet, auch hier mit Schwer­punkt Bad Fried­richs­hall/Oed­heim, Schäden von rund 500 000 Euro. Bei Kern­obst (vor allem Kir­schen) sind es 100 000 Euro.

Spen­den­konten: Stich­wort „Unwet­terschäden Oed­heim“, Kreis­spar­kasse Heil­bronn: Kto-Nr. 111 683, BLZ 620 500 00 und „Unwet­terschäden Neu­en­stadt“: Volks­bank Möckmühl-Neu­en­stadt, Kto-Nr. 2350009, BLZ 62091600.