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Übung mit Spreizer und Rettungsschere

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Ein nasser, kühler Novem­ber­abend liegt am Montag über dem Beil­steiner Wohn­ge­biet West III. Auf der Zufahrts­straße hat sich ein schwerer Unfall mit zwei Fahr­zeugen ereignet. Das ist das Aus­gangs­sze­nario für eine Übung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Beil­stein.

Beide Autos kommen auf der glit­schigen Straße ins Schleu­dern und landen auf der anstei­genden Böschung des angren­zenden Regenrückhal­te­be­ckens. Drei Insassen werden ein­ge­klemmt, ein Mit­fahrer irrt unter Schock mit einer klaf­fenden Kopf­wunde umher. Rauch steigt aus einem Wagen auf. So stellt sich die Lage dar, die Abtei­lungs­kom­man­dant Jochen Sturm mit Hilfe der "ver­letzten" Akteure der DRK-Orts­gruppe Obers­ten­feld auf­ge­baut hat.

Sire­nen­ge­heul Kurz vor 19 Uhr setzt Sturm über Handy die Alarm­mel­dung an die Feu­er­wehr­leit­stelle in Heil­bronn ab. Minuten später gellt Sire­nen­ge­heul über Beil­stein. Mit Blau­licht und Mar­tins­horn eilt kurz darauf der Ein­satz­wagen an die Unfall­stelle. Kom­man­dant Bernd Kir­cher hastet mit einem Hoch­drucklöschgerät zum qual­menden Pkw, dämmt den Brand ein.

"Die Ret­tung von Men­schen­leben kommt immer an erster Stelle", macht er klar. Er ver­sucht her­aus­zu­finden, wie schwer die Insassen ver­letzt sind. Mit 15 Mann ist die Feu­er­wehr Beil­stein an der Unfall­stelle im Ein­satz, die tag­hell erleuchtet ist. Die zuckenden Blau­lichter der Löschfahr­zeuge geben der Sze­nerie ein gespens­ti­sches Aus­sehen.

Zügig werden die Vor­be­rei­tungen getroffen, die Men­schen zu befreien. Die beiden Spreizer und die Ret­tungs­schere stehen bereit. Das Fenster auf der Bei­fah­rer­seite wird abge­klebt, um Split­ter­ver­let­zungen zu ver­meiden. Mit dem schweren Gerät lässt sich die Bei­fah­rertür schnell auf­zu­stemmen. "Thomas, bring das Gurt­messer", ruft ein Feu­er­wehr­mann in die Dun­kel­heit, denn das Gurt­schloss lässt sich nicht öffnen. Vor­sichtig wird die "Ver­letzte" auf die Trage gelegt.

Erst­helfer "Atmung und Puls sind normal", stellt einer der fünf Erst­helfer des Beil­steiner DRK fest. Der ein­ge­klemmte Fahrer klagt über Schmerzen im Rücken. "Wir müssen ihn bergen, ohne ihn zu bewegen", sagt Kom­man­dant Kir­cher. Rou­ti­niert gehen die Wehrmänner daran, das Auto­dach mit der Ret­tungs­schere zu ent­fernen. Der Rüstwagen aus Lauffen hat wich­tige Geräte an Bord, die bei der tech­ni­schen Hilfe gebraucht werden. In einem ersten kurzen Resümee ist Kom­man­dant Kir­cher mit dem Übungs­ver­lauf zufrieden.

Bild: Die "ver­letzten" Insassen sind ein­ge­klemmt. Bei­fah­rertür und Auto­dach müssen zur Ret­tung auf­ge­stemmt werden. (Foto: Werner Kuhnle)