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Überall standen die Türen offen

Bad Wimpfenvon Adrian Hoffmann, HSt

Bis das Haus von Familie Mall im Neuen Weg in Bad Wimpfen wieder reno­viert ist, ver­gehen noch Monate. Es ist vor drei Wochen völlig aus­ge­brannt. Jetzt lebt die Familie in einer Woh­nung gegenüber, eine Übergangslösung. Dabei hätte alles gar nicht unbe­dingt so schlimm kommen müssen, sagt Rein­hold Korb, Vor­sit­zender des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands und Kom­man­dant der Bad Wimp­fener Feu­er­wehr: Wenn denn ein Rauch­melder mon­tiert gewesen wäre.

Viele ähnliche Fälle „Der Rauch­melder ist ein­fach ein Lebens­retter", sagt Rein­hold Korb - und das für über­schau­bare Kosten ab 20 Euro. Er kenne einige Fälle, bei denen durch einen Rauch­melder ein Men­schen­leben hätte gerettet werden können und auch der finan­zi­elle Schaden deut­lich geringer aus­ge­fallen wäre. Trotzdem hat sich der Rauch­melder in Pri­vat­haus­halten noch nicht durch­ge­setzt. Rein­hold Korb schätzt, dass bisher nur etwa 20 Pro­zent aller Haus­halte einen Rauch­melder haben.

Im Fall von Familie Mall war es vor drei Wochen so, dass der 16-jährige Sohn, der mit seiner Freundin allein daheim war, den Brand bemerkte. Er wurde durch die starke Rauch­ent­wick­lung im Haus wach. Er stürmte mit seiner Freundin nach unten, öffnete die Tür und spürte einen Knall - die Rauch­gase zündeten schlag­artig durch. Ein wei­teres Pro­blem: Überall im Haus standen die Türen offen, so konnte sich das Feuer beson­ders schnell aus­breiten. „Der Jugend­liche und seine Freundin haben Glück gehabt, dass sie noch aus dem Haus raus­ge­kommen sind", sagt Rein­hold Korb.

Als die Feu­er­wehr ein­traf, die der Junge gerufen hatte, war nicht mehr viel zu retten. „Ein Total­schaden", sagt Mar­ga­rete Mall. Glückli­cher­weise bekomme die Familie „Hilfe von allen Seiten", aber es gebe noch ungeklärte Ver­si­che­rungs­fragen. Bevor Arbeiten im aus­ge­brannten Haus beginnen können, muss die Ver­si­che­rung erst alles geklärt haben. „Ich hätte nie gedacht, dass uns das pas­siert", sagt Mar­ga­rete Mall. „Aber das wird wohl den meisten Men­schen so gehen."

Standby-Modus aus Auslöser für den Haus­brand ist nach Erkennt­nissen der Polizei ein tech­ni­scher Defekt an der Wasch­ma­schine gewesen. So etwas komme häufig vor, weiß Rein­hold Korb aus Erfah­rung. Des­halb gibt er auch immer den Rat, elek­tri­sche Geräte nicht in Abwe­sen­heit laufen zu lassen - und auch den Standby-Modus aus­zu­schalten. Der Ein­satz selbst habe her­vor­ra­gend geklappt, sagt Korb. Die Nach­barn hätten sofort die Türe geöffnet und die Feu­er­wehr­leute durch den Garten ins bren­nende Haus gelassen. „Das hat uns sehr geholfen."

Solche ver­meint­li­chen Klei­nig­keiten ersparen den Feu­er­wehr­leuten die Erkun­dungs­zeit, wie Rein­hold Korb es nennt. „Das sind schnell mal drei, vier Minuten, die wir so gewinnen." Wofür zunächst noch ein Glas Wasser aus­reiche, genüge kurze Zeit später leider nicht mal mehr ein Eimer voll Wasser, son­dern nur noch die Feu­er­wehr.

Bild: Feu­er­wehr­kom­man­dant Rein­hold Korb steht in dem Haus in Bad Wimpfen, das vor drei Wochen völlig aus­ge­brannt ist. (Foto: Adrian Hoff­mann)