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Trotz Hitze "Im Schlot" kühlen Kopf bewahrt

Möckmühlvon Rudolf Landauer, HSt

Eine realitätsnahe Übung in der Senio­ren­re­si­denz „Im Schlot“ absol­vierten am Freitag zwei Löschzüge der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Möckmühl. Kom­man­dant Uwe Thoma hatte zuvor zusammen mit der Lei­terin der Senio­ren­re­si­denz, Claudia Alt, den Ein­satz bespro­chen.

Die Aus­gangs­lage war so: Meh­rere Feu­er­melder der Senio­ren­re­si­denz zeigten einen Brand­fall mit Rauch­ent­wick­lung an. Die Wehr rückte dar­aufhin mit 25 Kräften, dar­unter fünf Feu­er­wehr­frauen, der Dreh­leiter, zwei Löschfahr­zeugen, einem Schlauch­trans­port­wagen und dem Ein­satz­leit­wagen in Rich­tung Resi­denz aus. „Wir müssen davon aus­gehen, auch Per­sonen von oberen Etagen zu bergen. Daher rückt die Dreh­leiter mit aus, und zudem ist Atem­schutz erfor­der­lich“, erklärte der Kom­man­dant noch im Gerätema­gazin. Ange­nommen wurde dann ein Küchen­brand im zweiten Ober­ge­schoss mit starker Rauch­ent­wick­lung. Erste Ermitt­lungen ergaben: Min­des­tens zehn Men­schen müssen aus ver­schie­denen Räumen gerettet werden.

Großes Lob „Men­schen­ret­tung zuerst“, lau­tete die Vor­gabe von Thoma, der die Aktionen seinen Kame­raden, den Zug- und Grup­penführern überließ. Peter Schli­enzig und Andreas Weckerle plat­zierten die Dreh­leiter an einem Platz, von dem sie die Dach­gauben im dritten Geschoss errei­chen konnten. Von dort kamen Hil­fe­rufe, außerdem erhielten die Wehr­leute von dort Signale von Kame­raden, die mit Atem­schutzgeräten im Gebäude unter­wegs waren. Auf den Zen­ti­meter genau bug­sierten sie den Ret­tungs­korb vor ein geöffnetes Fenster. Die Mit­ar­bei­te­rinnen Irene Möhrle und Doris Sodilo wurden mit dem Korb sicher her­un­ter­ge­bracht. Für die Ret­tungs­ak­tion ern­teten die Wehr­leute ein dickes Lob von den beiden: „Unsere Feu­er­wehr ist ein­fach toll.“

Pro­fes­sio­nell gingen auch die Atem­schutzträger im Gebäude vor. Nicht ein­fach nach der Devise: Tür auf und rein. Viel­mehr war die sorgfältige Kon­trolle der Lage ange­sagt: Wie heiß ist die stählerne Brand­schutztür? Was ist direkt dahinter los? Umsichtig ging das Team vor. Aus den ver­rauchten Räumen wurden meh­rere Per­sonen − meist mussten Puppen her­halten − geborgen und auf Tragen ins Freie gebracht. Die Wehr­leute bewahrten trotz der Hitze und Schwüle einen kühlen Kopf. Als Jes­sica Lang ihren Helm abnahm, klebten ihre Haare nass am Kopf. „Ich bin seit 14 Jahren bei der Feu­er­wehr und das mit hoher Moti­va­tion“, sagte sie.

Pro­to­koll Vor der Senio­ren­re­si­denz hatte Jürgen Weißmann neben dem Ein­satz­leit­wagen eine große Tafel auf­ge­baut, an der die Grund­risse des Gebäudes ange­bracht waren. Auf der erfasste der Leiter jedes Fahr­zeug und jede Aktion und pro­to­kol­lierte alles. Claudia Alt meinte am Ende: „Ich bin sehr glücklich, dass wir eine gute Feu­er­wehr haben. Für unser Haus haben wir viele neue Erkennt­nisse gewonnen.“