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Tiere helfen Menschen

von Sabine Friedrich, HSt

Zum Schluss bellen die Hunde, laut und kräftig, so wie sie es tun, wenn sie einen Ver­missten oder Verschütteten ent­de­cken. Im Unter­grup­pen­ba­cher Rat­haus ist das freu­dige Gebell am Frei­tag­abend als Dank zu inter­pre­tieren. Dafür, dass Hund, Frau­chen und Herr­chen aus­ge­zeichnet worden sind: Der Paul­chen Award 2011 geht an die Ret­tungs­hun­de­staffel Unter­land. Stolz ist auch Mat­thias Hoyer, Vor­sit­zender von Paul­chen Tier­hilfe. Im zehnten Jahr des Ver­eins ist der Traum des rührigen und enga­gierten Tierschützers in Erfüllung gegangen: Aus 500 Euro Anfangs­preis­geld sind 5000 Euro geworden.

"Das ist ein ganz großer Tag", sagt Staf­fel­leiter Walter Baer, der die Hase-und-Igel-Skulptur von Vor­jah­res­preisträger Her­mann Christ bekommt. Schließlich sei es der Ret­tungs­hun­de­staffel Unter­land 1974 als erste in Deutsch­land gegründet noch nie pas­siert, dass sie eine solche Zuwen­dung erhält. Das Geld wird in die tech­ni­sche Ausrüstung gesteckt, in Lampen und Funkgeräte, die bei den oft nächt­li­chen Einsätzen in unweg­barem Gelände unver­zichtbar sind. Was die 17 Ein­satz­teams alles ehren­amt­lich zur Men­schen­ret­tung leisten, zeigt den rund 60 Festgästen ein Film.

Rückblick

"Wir haben mit Hund, Katze, Maus ange­fangen", sagt Hoyer in der familiären Feier. Immer mehr habe man sich geöffnet, so dass sich das Motto "Men­schen helfen Tiere" auf "Tiere helfen Men­schen" aus­ge­dehnt habe. "Wir haben gear­beitet und gera­ckert", lässt der Vor­sit­zende zehn Jahre Teil­nahme an Straßenfesten, Floh- und Weih­nachtsmärkten mit Ver­stei­ge­rungen Revue pas­sieren. So bekommen die 28 Mit­glieder von Paul­chen Tier­hilfe das Preis­geld zusammen 21 750 Euro in zehn Jahren. Nicht nur auf diese Leis­tung passt das "Hal­le­luja", das das Gesangsduo Stratos Goudsidis und Meike Beni anstimmt.

"Es ist sehr lobens­wert, dass immer wieder Pri­vat­per­sonen aus­ge­zeichnet wurden", erin­nert Fried­linde Gurr-Hirsch in der Fest­an­sprache an die Liste der Preisträger. Dass Ehren­amt­liche Ehren­amt­liche ehren, die sich selbstlos um Tiere kümmern, sei ein gelun­genes krea­tives, bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment, lobt die CDU-Land­tags­ab­ge­ord­nete. Aus dem ursprüngli­chen Hilfs­ge­danken einen Igel zu retten habe sich ein breites Tier­en­ga­ge­ment ent­wi­ckelt.

Zukunft

Die Unter­grup­pen­ba­cherin denkt an die Zukunft, kann sich mehr Infor­ma­ti­ons­ar­beit und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tungen zu Tier­themen vor­stellen. Oder dass der Verein, dem sie selbst angehört, in Kin­dergärten geht, um die Kleinen für Tiere zu sen­si­bi­li­sieren, zumal sich die Jugend von der Natur ent­fremde. "Wir brau­chen auch in Zukunft Anwälte fürs Tier", moti­viert sie ihre Mit­streiter.

Das tut auch Forst­wirt Carsten Posmik. Der erste Paul­chen-Award-Träger hebt das Preis­geld 2011 hervor. Das sei dop­pelt so hoch wie der Tier­schutz­preis Baden-Württem­berg, der nur alle zwei Jahre ver­liehen werde.

Bild 1: Ute Schüchtle mit Hund Falk, hier bei einer Übung auf dem Trümmer­feld in Heil­bronn im Frühjahr, wird mit den 16 anderen Ein­satz­teams der Unterländer Staffel ein bis zwei Mal pro Monat ange­for­dert. Foto: Archiv/Dirks

Bild 2: Her­mann Christ und Mat­thias Hoyer (von rechts) über­rei­chen Skulptur und Scheck an Walter Baer (Mitte), der von Ein­satz­teams begleitet wird. Foto: Thomas Braun