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Tief auf dem roten Wagen droht

Landkreis Heilbronnvon Alexander Hettich, HSt

Der Gemein­detag Baden-Württem­berg schlägt Alarm: Den Feu­er­wehren könnten die Fahrer aus­gehen, weil neuere Pkw-Führer­scheine nicht mehr für Gefährte bis 7,5 Tonnen gelten. Eine Aus­nah­me­re­ge­lung, wie sie der kom­mu­nale Lan­des­ver­band for­dert, halten Wehr­kom­man­danten im Kraichgau für wenig sinn­voll. Eppingen und Bad Rap­penau zahlen ihren Flo­ri­ansjüngern Zuschüsse zur Last­wagen-Lizenz.

„Das Pro­blem ist allmählich ent­standen", sagt Gemein­de­tags-Spre­cher Harald Burk­hart gegenüber der KS. Seit 1999 gelten Pkw-Führer­scheine der Klasse B nur noch bis 3,5 Tonnen. Die meisten Ein­satz­fahr­zeuge wiegen deut­lich mehr. Der Gemein­detag unterstützt eine Bun­des­rats­in­itia­tive Bay­erns, für Feu­er­wehr­leute Aus­nahmen bis 4,25 Tonnen zuzu­lassen. „Aus unserer Sicht", so Burk­hart, „könnte es auch mehr Rich­tung 7,5 Tonnen gehen." Ansonsten müssten die Kom­munen die Scha­tulle öffnen, um Wehr­leuten Brummi-Führer­scheine zu finan­zieren. „2000 bis 3000 Euro sind da schnell weg."

„Realitätsfremd"

Bedingt fahr­be­reit? Das gilt für die Eppinger Wehr noch nicht. Weil viele ältere Wehr­leute in der Land­wirt­schaft arbeiten, ist hier der Last­wagen-Führer­schein recht weit ver­breitet. Etwa 30 von 75 Aktiven in der Eppinger Kern­stadt­wehr haben die Lizenz zum Las­ter­fahren, berichtet Martin Kuh­mann, Kom­man­dant der Gesamt­wehr. Bei den Jüngeren ist das aber längst nicht mehr die Regel. „Das Pro­blem ist nicht von der Hand zu weisen", sieht auch Kuh­mann ein Tief auf dem roten Wagen her­auf­ziehen. Mit einer Aus­nah­me­re­ge­lung - egal ob bis 4,25 oder bis 7,5 Tonnen - sei es aber nicht getan, winkt der Kom­man­dant ab: „Das ist ein realitätsfremder Vor­schlag, um Geld zu sparen."

Am Lkw-Führer­schein führe kein Weg vorbei, weil die Ein­satz­fahr­zeuge immer schwerer würden. Das LF 10/6, das die Abtei­lung Adels­hofen nächste Woche in Emp­fang nimmt, bringt mehr als zehn Tonnen auf die Waage. Mit der Ver­wal­tung hat die Wehr eine Lösung gefunden: Die Stadt gibt Zuschüsse bis 750 Euro, wenn Feu­er­wehr­leute die Fahr­schul­bank drücken. Rund 3500 Euro im Jahr spen­diert Eppingen zu diesem Zweck. Im Gegenzug ver­pflichten sich die frisch geba­ckenen Last­wagen-Kut­scher, min­des­tens fünf Jahre Dienst bei der Löschtruppe zu tun. „Den Weg gehen wir weiter", sagt Günter Brenner, zuständiger Mit­ar­beiter im Rat­haus.

Bad Rap­penau über­nimmt 90 Pro­zent der Führer­schein­kosten bis zu einem Höchst­be­trag von 1600 Euro. Etwa fünfmal pro Jahr kommt das vor, so Rat­haus-Spre­cherin Eva Goldfuß-Siedl. Der Feu­er­wehr­mann selbst muss auch in die Tasche greifen. Kein Pro­blem, findet Rap­penaus Kom­man­dant Wil­helm Bödinger: „Wer ein rechter Feu­er­wehr­mann ist, der inves­tiert das."

Bild: Bedingt fahr­be­reit? Für die Eppinger Wehr gilt das noch nicht. Hier haben viele Wehr­leute, wie Gerätewart Dietmar Waidler, den Lkw-Führer­schein. (Foto: Alex­ander Het­tich)