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Stolz der Wehr zum Schnäppchenpreis

Widdernvon Christian Gleichauf, HSt

Zuletzt durfte der Kom­man­dant noch einmal selbst Hand anlegen stell­ver­tre­tend für seine Mit­streiter: Mit dem Akku-Schrauber befes­tigte Wolf­gang Schlägel den i-Punkt, das i-Dip­fele am neuen Gerätehaus. Damit war der Schriftzug "Feu­er­wehr Wid­dern" kom­plett. Und wei­test­ge­hend kom­plett präsen­tierten sich auch der Auf­ent­halts­raum und die Fahr­zeug­halle, in die die Wid­derner verhältnismäßig wenig Geld und dafür beson­ders viel Zeit inves­tiert hatten.

880 000 Euro kostet das Gerätehaus inklu­sive der Außenan­lagen dank der Zuschüsse bleiben für die Stadt 450 000 Euro zu zahlen. Wie glücklich sich die Wid­derner darüber schätzen können, das machte Archi­tekt Sieg­fried Kienle in seiner Ansprache deut­lich: In Schwäbisch Hall und in Stutt­gart seien zuletzt Maga­zine mit eben­falls vier Stellplätzen ent­standen. Dort lagen die Kosten aber jeweils bei 2,5 Mil­lionen Euro.

Ermöglicht wurde der spar­same Bau unter anderem durch 4000 ehren­amt­lich erbrachte Arbeits­stunden der Feu­er­wehr­leute. Ein­ge­plant gewesen waren zwar nur 1600, doch zahl­reiche Unwägbar­keiten brachten den Mehr­auf­wand.

Viel Lob

Und so gab es für die hand­werk­liche Leis­tung der Männer und Frauen viel Lob vom Archi­tekten, aber auch vom CDU-Land­tags­ab­ge­ord­neten Bern­hard Lasotta, vom Kreis­feu­er­wehr­ver­bands­chef und SPD-Land­tags­ab­ge­ord­neten Rein­hold Gall, von Kreis­brand­meister Uwe Vogel und den vielen anderen Fest­red­nern.

Nicht ver­gessen wurde dabei auch Kienles anfangs belächelte Idee, das alte Klärbe­cken als Fun­da­ment für die Stützen des Auf­ent­halts­raums zu nutzen. Damit sparte die Stadt das Geld, die alte Anlage nach Inbe­trieb­nahme der neuen zurückzu­bauen. Und so freute sich Bürger­meister Michael Rei­nert: "Ein sol­ches Gebäude gibt es wohl im ganzen Land nicht noch einmal."

Zahl­reiche Wid­derner und Festgäste aus nah und fern waren am Sams­tag­abend dann Zeuge, dass auch hart­ge­sot­tene Feu­er­wehr­leute noch zu Tränen gerührt sein können. Als Rein­hold Gall dem gerade in die siebte Amts­zeit gewählten Kom­man­danten Wolf­gang Schlägel für seinen Ein­satz dankte, dessen "Händchen" im Umgang mit den ehren­amt­li­chen Mit­glie­dern lobte und ihm anschließend auch noch die Krei­seh­ren­nadel ver­lieh, war der doch sicht­lich bewegt.

1973 war Schlägel in die Wid­derner Wehr ein­ge­treten, als sie ihre Heimat noch im Gewölbe­keller des Rat­hauses hatte und über einen ein­zigen Ford Transit als Fahr­zeug verfügte. Seit 31 Jahren ist er mitt­ler­weile Kom­man­dant.

Geschenke

Neben der Aus­zeich­nung durften sich Schlägel und seine Mann­schaft auch noch über ein Geschenk der anderen Wehren aus dem Bezirk IV freuen: Der Möckmühler Kom­man­dant Uwe Thoma über­brachte neben den Glückwünschen einen Gut­schein für eine Lein­wand. Sie soll im Schu­lungs­raum ange­bracht werden, der ins­ge­samt 120 Per­sonen Platz bietet und zudem für die gleich­zei­tige Nut­zung durch die Jugend­feu­er­wehr abge­trennt werden kann.

Einen Geschenk­korb gab es jeweils noch für Erich Kuhn, der seit 1973 Feu­er­wehr­mann in Wid­dern ist, davon 28 Jahre als Gerätewart, sowie für Helmut Wöhrbach. Der ist immerhin seit 1975 bei der Wehr und er war mit seiner Familie einer der aktivsten auf der Bau­stelle. Ins­ge­samt hatten die Wöhrbachs rund 1000 Stunden inves­tiert. Auch des­halb setzten die Männer auch noch den Vor­schlag von Tochter Saskia Wöhrbach in die Tat um: Sie posierten für einen eigenen Kalender der Feu­er­wehr Wid­dern mit nacktem Oberkörper und schwerem Gerät. Für die fleißige Kol­legin gab es den Kalender umsonst.

Bild 1: Sym­bo­lisch war es der letzte Hand­griff - tatsächlich dürfte noch einiges zu tun sein: Kom­man­dant Wolf­gang Schlägel befes­tigt den i-Punkt.Bild 2: Die Ehren­nadel des Kreis­feu­er­wehr­ver­bands für Wolf­gang Schlägel gab es von Rein­hold Gall.Bild 3: Ein Blick­fang ist der runde Auf­ent­halts­raum, erbaut auf dem alten Klärbe­cken.Bild 4: Geehrt für langjährigen Ein­satz: Erich Kuhn (links) und Helmut Wöhrbach. (Fotos: Chris­tian Gleichauf)