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So kleidete sich die Löschtruppe anno dazumal

Eppingenvon Markus Pfründer, HSt

Nach zwei Jahren Fleißarbeit und viel Geduld ist es soweit: Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Eppingen hat 53 Feu­er­wehr­uni­formen sorgfältig restau­riert, feh­lende Uten­si­lien nach­ge­kauft und bewahrt diese nun in einer Requi­si­ten­kammer im zweiten Ober­ge­schoss der Feu­er­wehrgerätehauses auf.

Klein­ar­beit

„Die Menge an vollständigen Uni­formen ist ein­malig in der Umge­bung", schwärmt Alex­ander Wagner, aktives Feu­er­wehr­mit­glied, Initiator und Haupt­ver­ant­wort­li­cher der Samm­lung. Die Feu­er­wehr­uni­formen stammen aus der Zeit von 1847 bis 1934. Sie hängen alle feinsäuber­lich in Schränken mit Glastüren. Darauf stehen die dazugehörigen Helme und an der Wand sind die Gurte zu sehen. 39 Dienstanzüge der Flo­ri­ansjünger stammen aus dem 19. Jahr­hun­dert, und 14 Stück kommen aus den Jahren zwi­schen 1930 und 1940. Als Basis dienten die vor­han­denen his­to­ri­schen Jacken im Gerätehaus.

Der Rest wurde in mühevoller Klein­ar­beit aus Inter­net­auk­ti­onshäusern erworben. Doch zu Beginn stand für Alex­ander Wagner die Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung im Mit­tel­punkt. Weiter ging es mit der Bestands­sich­tung, Restau­ra­tion und schließlich Ergänzung feh­lender Stücke. Vor­han­dene Klei­dungsstücke wurden nach der Rei­ni­gung von Josefa Wagner und Rita Höller in meh­reren hun­dert Stunden gestopft und geflickt. Alex­ander Wagner setzte die Helme, Gurte und sons­tiges Werk­zeug instand. 106 Erstei­ge­rungen von der ori­gi­nalen Schraube, über Riemen bis zum Helm oder Beil via Internet aus dem gesamten Süddeut­schen Raum machten die leben­dige Samm­lung vollständig.

Hoher Wert

Der Förder­verein der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr über­nahm die Beschaf­fungs­kosten der feh­lenden Uten­si­lien in Höhe von 5000 Euro. „Der Samm­ler­wert aller Stücke liegt bei etwa 20 000 Euro", schätzen die Kom­man­danten Martin Kuh­mann und Bernd Lacho­witzer. Eine Rarität sind fünf Offi­ziers-Pickel­hauben und ein Kom­man­dan­ten­helm nach Feu­er­wehr­dienst­vor­schrift von 1911. Schau­fens­ter­puppen zeigen etwa die Uni­form der Eppinger Feu­er­wehr­ka­pelle, eines Feu­er­wehr­of­fi­ziers und Mannes aus dem Jahr 1934 sowie eine Uni­form aus dem 19. Jahr­hun­dert.

Das Beson­dere ist jedoch, dass die Uni­formen und Gegenstände nicht in den Schränken hängen bleiben. Viel­mehr werden diese bei einem his­to­ri­schen Feu­er­wehr­ein­satz aus dem 19. Jahr­hun­dert mit einem kom­pletten Löschzug im nächsten Jahr zu sehen sein.

Bild: Initiator Alex­ander Wagner mit his­to­ri­schen Uni­formen. (Foto: Markus Pfründer)