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Schwierige Kommandantensuche

Bad Rappenauvon Peter Boxheimer, HSt

Nach 25 Jahren ist die Amts­zeit von Bad Rap­penaus Stadt­kom­man­dant Wil­helm Bödinger zu Ende gegangen. Die Kur­stadt tut sich schwer, einen neuen Feu­er­wehr­chef zu finden. Jetzt ist eine Lösung der Per­so­nalie in Sicht: Bab­stadts Abtei­lungs­kom­man­dant Frank Schre­zen­maier gilt als Favorit.

Fünf Amts­pe­ri­oden lang hat Bödinger an der Spitze der zweitgrößten Feu­er­wehr im Land­kreis Heil­bronn gestanden. Eine erneute Wie­der­wahl scheidet aus; mit 61 Jahren ist der Kom­man­dant dafür zu alt.

Hauptamt? Die Gespräche über seinen Nach­folger ziehen sich schon seit Monaten hin. Die Feu­er­wehr hätte den Gene­ra­ti­ons­wechsel an ihrer Spitze gerne genutzt, um einen haupt­amt­li­chen Kom­man­danten zu instal­lieren. Doch das wird vom Rat­haus abge­lehnt. Oberbürger­meister Hans Heri­bert Blättgen: „Wir haben noch eine Größe, die durchaus im Ehrenamt zu bewerk­stel­ligen ist.“

Wil­helm Bödin­gers Sohn Andreas, Abtei­lungs­kom­man­dant der Kern­stadt­wehr und der­zeit als Berufs­soldat bei der Bun­des­wehr beschäftigt, wäre bereit gewesen, die haupt­amt­liche Führung der Flo­ri­ansjünger zu über­nehmen. „Das ist das einzig Sinn­volle“, findet er und ver­weist auf die hohe Ver­ant­wor­tung des Kom­man­danten. Dieser sei für 17 Fahr­zeuge und 350 Feu­er­wehr­leute, davon knapp 250 Aktive, zuständig: „So viel Ver­ant­wor­tung hat kaum ein Amts­leiter.“

Für die Stadt denkbar wäre ein haupt­amt­li­cher Gerätewart in Per­so­nal­union mit dem ehren­amt­li­chen Kom­man­danten. Doch die ange­bo­tene Gehalts­stufe sagt Bödinger nicht zu: „Das ist nicht das, was ich mir vor­ge­stellt habe.“ Zudem fehlt dem Abtei­lungs­chef der von der Stadt gewünschte Meis­ter­brief in einem tech­ni­schen Beruf.

So rückt jetzt als per­so­nelle Alter­na­tive der Bab­stadter Abtei­lungs­kom­man­dant Frank Schre­zen­maier in den Blick­punkt. „Wir sind uns einen Schritt näher­ge­kommen - mehr nicht“, sagt er nach einem Gespräch mit dem OB. Der selbstständige Zim­mer­meister, der zweimal die Woche an der Berufs­schule in Heil­bronn unter­richtet, sieht zwar mit­tel­fristig eine haupt­amt­liche Lösung als einzig mögli­chen Weg an. Er wäre aber bereit, für den Posten des ehren­amt­li­chen Kom­man­danten zu kan­di­dieren - wenn die Rah­men­be­din­gungen stimmen.

Teil­zeitjob Dazu gehört, dass die Arbeit des Gerätewarts wie bisher vom städti­schen Bauhof über­nommen wird, das Rat­haus die Ver­wal­tungs­auf­gaben erle­digt und der Heil­bronner Kreis­brand­meister sich um den vor­beu­genden Brand­schutz kümmert. „Ich denke, wir haben jetzt einen vernünftigen Weg gefunden“, betont Blättgen. Es handle sich um einen ehren­amt­li­chen Posten, der mit einem Teil­zeitjob bei der Kom­mune ver­bunden sei.

Erst einmal geht das Stadt­ober­haupt jetzt für zehn Tage in Urlaub. So lange wird sich nichts tun. Doch die Bad Rap­pen­auer stehen unter Zeit­druck. „Das ist eine Situa­tion, die so nicht bleiben kann“, ver­deut­licht Kreis­brand­meister Uwe Vogel. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion sei mitt­ler­weile ohne Kom­man­dant - und das lasse das Gesetz nicht zu: „Stadt und Feu­er­wehr müssen sich einigen. Da drängen wir jetzt drauf.“