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Schadenshöhe noch unklar

Schwaigernvon Andreas Tschürtz, HSt

Am Morgen nach dem Brand am Sonntag im Schwai­gerner Recy­cling­be­trieb Kurz ziehen die letzten zehn der 172 Feu­er­wehr­leute wieder ab. In Schichten haben die Männer die ganze Nacht durch­ge­ar­beitet. Jetzt liegt ein rie­siger nasser Haufen ver­kohlten und nassen Papiers und Kunst­stoffs auf dem Lager­platz vor der zum Teil zerstörten und leergeräumten Halle. „Das war kein alltägli­cher Ein­satz“, sagt Albert Decker, Feu­er­wehr­kom­man­dant in Schwai­gern. „Respekt“ habe man vor dem Brand dieses Ausmaßes gehabt. Umso glückli­cher sei man, dass den Ein­satzkräften „über­haupt nichts pas­siert ist.“

Das gelte übri­gens auch für die Bevölke­rung. Weil Mes­sungen Salzsäure im Rauch fest­ge­stellt hatten, waren Schwai­gerner und Lein­gar­tener auf­ge­rufen worden, Fenster und Türen zu schließen. Es folgten besorgte E-Mails an die Feu­er­wehr und die Heil­bronner Stimme: Könne man wirk­lich glauben, dass keine Gesund­heits­ge­fahr besteht? „Absolut“, sagt Decker. Zum Teil seien die Feu­er­wehr­leute selbst ohne Atem­schutz neben der bren­nenden Halle gestanden. „Und Sie glauben ja wohl nicht, dass wir unsere eigenen Leute gefährden würden.“ Zudem zog der Rauch nach Feu­er­wehr­an­gaben an Lein­garten vorbei in südöstli­cher Rich­tung zum Heu­chel­berg. „Es war nur eine Vor­sichtsmaßnahme. Schließlich muss nie­mand unbe­dingt Brand­rauch ein­atmen.“

Unter­neh­mens­chef Peter Kurz kann den Schaden noch nicht abschätzen. Immerhin: „Die Brand­ab­schnitte haben gehalten“, sagt Kurz. Nur kurz brei­tete sich das Feuer über den ersten Abschnitt hinaus aus, wo die Annahme- und eine Lager­halle ist. „Wir hatten schon meh­rere Übungen auf dem Fir­mengelände“, sagt Feu­er­wehr­kom­man­dant Albert Decker. „Dadurch hatten wir Orts­kenntnis, das war sehr wichtig.“

Ein mit einer Wärme­ka­mera ausgerüsteter Poli­zei­hub­schrauber zeigte den Löschkräften zudem, wo in der 1600 Qua­dratmer großen Halle ein Überg­reifen der Flammen auf wei­tere Bereiche drohte. So konnte man schnell ein­greifen. „Der zweite Abschnitt mit den Maschinen und ein wei­teres Lager im dritten Bereich blieben weit­ge­hend ver­schont", freut sich Kurz: „Hier haben wir nur an der Technik einen leichten Schaden. Das Büro hat gar nichts abbe­kommen. Aber das Dach muss mit Sicher­heit kom­plett erneuert werden.“

Für den Betrieb mit knapp 90 Mit­ar­bei­tern in Schwai­gern geht es jetzt darum, so schnell wie möglich wieder die Arbeit auf­zu­nehmen. Doch das wird frühes­tens Mitte oder Ende der Woche möglich sein, schätzt Kurz. „Der gesamte Abfuhr­be­trieb läuft aber normal weiter. Wir laden solange auf anderen Anlagen ab“, sagt Kurz. „Für unsere Kunden gibt es kei­nerlei Ein­schränkungen.“ Die ange­schmorten, ver­kohlten und Papier- und Kunst­stoff­ballen werden zunächst gela­gert, bis sicher fest­steht, dass es keine Brand­nester mehr gibt. Dann kommen die fürs Recy­cling auf­be­rei­teten Wert­stoffe in die Müllver­bren­nungs­an­lage.