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Rettungskette verstärkt

Neudenauvon Rudolf Landauer, HSt

Sticht man auf der Land­karte den Zirkel ein und schlägt um die SLK-Kran­kenhäuser Möckmühl und Plat­ten­wald einen gleich großen Bogen, mit einem Radius von sieben Kilo­meter, dann treffen sie sich in Neu­denau. Wohl­ge­merkt, in der Luft­linie gemessen.

Fahrer von Ret­tungs­fahr­zeugen die im Jagsttal unter­wegs sind, näheren sich den Kran­kenhäusern aller­dings auf andere Art und Weise. Geschlos­sene Bahn­schranken, schmale und kur­ven­reiche Straßen und enge Orts­durch­fahrten machen es ihnen nicht leicht, rasch zum Ein­satzort zu gelangen. Und diese Umstände bewegten die beiden jungen Helfer Marcel Ham­berger (Bereit­schafts­leiter DRK Neu­denau) und seinen Kol­legen, Uwe Amann (Helfer vor Ort, Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neu­denau), dazu, sich zusammen mit ihren Teams ernste Gedanken zu machen. Zur Ver­bes­se­rung der Not­fall­ver­sor­gung.

In der jüngsten Sit­zung des Gemein­de­rats stellten sie ihr im Land­kreis ein­ma­liges Pilot­pro­jekt „Helfer vor Ort“ (HvO) vor. Sie erhielten dafür nicht nur die Zustim­mung: Die beiden jungen Männer beein­druckten die Rats­mit­glieder so sehr, dass diese ihren Beschluss erwei­terten. Auf Anre­gung des Gemein­de­rats Ewald Stelzig-Kromb­holz (CDU).

Wunsch­liste Auf der Wunsch­liste stand ein auto­ma­ti­scher Defi­bril­lator, den man even­tuell über Spenden beschaffen möchte. Die Gemeinderäte beschlossen, das Sit­zungs­geld des Abends dafür zu spenden. Für diese Geste bekamen die Lokal­po­li­tiker spon­tanen Bei­fall aus den Zuhörer­reihen, dort saßen auch Mit­glieder des DRK und der Feu­er­wehr. Es gehe nicht darum, den eta­blierten Ret­tungs­dienst zu ersetzen, son­dern ihn vor Ort zu ergänzen. „Wir sind das sechste starke Glied der Ret­tungs­kette“, die aus den Ele­menten Notruf, Sofortmaßnahmen, Erste Hilfe, Ret­tungs­dienst, Kran­ken­haus und den Hel­fern vor Ort besteht, betonten Amann und Ham­berger. Man verfüge über bes­tens aus­ge­bil­dete Helfer, die in der Lage sind, bis zum Ein­treffen des Not­arztes und seiner Ret­tungs­mann­schaft qua­li­fi­zierte Erste Hilfe zu leisten.

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr habe aus­ge­bil­dete Sanitätshelfer, Ret­tungs­helfer und Ret­tungs­sanitäter - jeweils einen - und zwei Ret­tungs­as­sis­tenten. Momentan seien wei­tere zehn junge Frauen und Männer in der Aus­bil­dung, infor­mierte Uwe Amann. In Zusam­men­ar­beit mit den aus­ge­bil­deten DRK-Leuten soll nun dafür gesorgt werden, dass das Ret­tungs­wesen im Jagsttal qua­li­tativ ver­bes­sert wird.

Koope­ra­tionen Die Helfer vor Ort haben Koope­ra­tionen mit DRK-Gruppen in Gun­dels­heim, Möckmühl und Mos­bach. Wenn ein Ein­satz ansteht, wird über die Leit­stelle Heil­bronn alar­miert und die Helfer vor Ort suchen dar­aufhin den Ein­satzort auf, um spon­tane und qua­li­fi­zierte Hilfe zu leisten. „Das ist ein tolles Pflänzchen, das da heranwächst“, brachte es Bürger­meister Man­fred Hebeiß auf den Punkt. „Die Augen des Land­kreises sind künftig auf unser HvO-Pro­jekt gerichtet.“