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Rettungsdienst bessert System kräftig nach

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Carsten Friese, HSt

Es ist die größte Inves­ti­tion in die Not­fall­ret­tung im Stadt- und Land­kreis Heil­bronn seit min­des­tens 25 Jahren. Nachdem die Retter im Jahr 2014 zu oft zu spät an Unfall­orten ankamen und die vor­ge­ge­bene Hilfs­frist von maximal 15 Minuten in zu vielen Fällen nicht ein­hielten, wird das System auf ein neues Fun­da­ment gestellt.

Bis spätes­tens Anfang 2016 sollen zwei neue Ret­tungs­wa­chen in Heil­bronn und Bad Wimpfen ent­stehen. Ins­ge­samt kommen im Unter­land drei neue Ret­tungs­wagen dazu, zudem zwei Not­arzt­ein­satz­wagen. 30 zusätzliche Ret­tungskräfte sind für die neuen Fahr­zeuge vor­ge­sehen, die teil­weise rund um die Uhr, teil­weise im Tag­dienst abrufbar sind. Als „großen Schritt zu einer bes­seren Ver­sor­gung“ der Bevölke­rung bewertet DRK-Kreis­geschäftsführer Ludwig Land­zettel auf Stimme-Anfrage die Ände­rungen. Drin­gend und sofort erfor­der­lich nennt er die Maßnahmen. Kos­ten­punkt: etwa 1,5 bis zwei Mil­lionen Euro pro Jahr.

Roter Bereich

Der Bereichs­aus­schuss aus Kran­ken­kassen und den Verbänden DRK und ASB hat diesen Beschluss gefasst. Zuvor war die Hilfs­frist, nach der die Retter in 95 Pro­zent aller Fälle in 15 Minuten am Unfallort sein sollen, deut­lich in den roten Bereich gesackt. Mit 89 Pro­zent (Ret­tungs­wagen) und 87 Pro­zent (Notärzte) lag Heil­bronn im Vor­jahr lan­des­weit im Tabel­len­keller. Eine Gut­ach­ter­firma nahm die Ret­tungs­dienst­struktur unter die Lupe und schlug die nun beschlos­sene neue Struktur vor.

Stei­gende Ein­satz­zahlen

Stei­gende Ein­satz­zahlen macht Land­zettel an erster Stelle für die Reform ver­ant­wort­lich. Dieser Trend werde bei einer alternden Bevölke­rung wohl auch anhalten. Den größten Ver­bes­se­rungs­be­darf sahen die Experten in den Berei­chen Heil­bronn und Bad Fried­richs­hall (mit Neckar­sulm, Bad Wimpfen). In diesen „Epi­zen­tren“ der Einsätze (Land­zettel) wird nun deut­lich nachgerüstet (siehe Grafik). In Löwen­stein sahen die Gut­achter es zudem als not­wendig an, ein eigenes Not­arzt­fahr­zeug ein­zu­setzen, das rund um die Uhr alarm­be­reit ist.

Bisher waren das Rote Kreuz (sieben Wachen) und der ASB (vier Wachen) für die Einsätze im Unter­land ver­ant­wort­lich. Jetzt über­nehmen Mal­teser (Bad Wimpfen) und Johan­niter (Heil­bronn) die Stand­orte der zwei neuen Ret­tungs­wa­chen. Land­zettel erklärt dies damit, dass bei einer sol­chen Struk­tur­re­form laut Lan­des­ge­setz alle Verbände in den Abstim­mungs­pro­zess ein­zu­be­ziehen sind. Beide Neuen wollten in der Region ein­steigen. In Bad Wimpfen wird die Wache am bestehenden Mal­te­ser­standort im Tal ange­sie­delt; die Johan­niter müssen in Heil­bronn einen Standort auf­bauen.

Künftig vier Verbände

Damit werden künftig vier statt zwei Verbände im Ret­tungs­dienst der Region mit­mi­schen. DRK-Chef Land­zettel ist über­zeugt, dass die beiden Neuen auch gute Arbeit leisten, Pati­enten keine Unter­schiede spüren werden. Bis das neue System steht, hätten aber alle „noch alle Hände voll zu tun“. DRK-Ret­tungs­dienst­leiter Markus Stahl ver­deut­licht, dass die Gut­achter das bis­he­rige System an Ret­tungs­dienst-Stand­orten sonst als aus­rei­chend ein­ge­stuft haben. Unterm Strich wird die Zeit, in der Not­fall­fahr­zeuge zur Verfügung stehen, künftig im Stadt- und Land­kreis um 710 Stunden pro Woche erhöht.

Für den ASB hat das neue Zeit­alter bereits begonnen. Seit ein­ein­halb Wochen ist ein zusätzli­cher Ret­tungs­wagen in Heil­bronn im Ein­satz. Die neue Struktur werde deut­liche Ver­bes­se­rungen bringen, erwartet Vize-Ret­tungs­dienst­leiter Andreas Besteher. Gerade in der Stadt Heil­bronn seien die Fahr­zeuge rund um die Uhr im Ein­satz gewesen. Der Schritt „war not­wendig“.