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Rede des Verbandsvorsitzenden Reinhold Gall zum Jubiläum und der Gerätehauseinweihung in Beilstein

Beilsteinvon Medienteam KFV Heilbronn

Sehr geehrter Herr Bürger­meister Hen­zler, Lieber Bernd Kir­cher,werte Kame­ra­dinnen und Kame­raden der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Beil­stein,

heute gibt es einen dop­pelten Grund, nach Beil­stein zu kommen. Wir weihen nicht nur ein neues und wie ich finde aus­ge­spro­chen schönes - Feu­er­wehr­haus ein, nein, wir feiern gleich­zeitig das 125-jährige Bestehen der Feu­er­wehr Schmid­hausen, der heu­tigen Abtei­lung 2 der Beil­steiner Feu­er­wehr. Eine Ter­min­ef­fi­zienz, für die ich mich vor dem Hin­ter­grund der Ter­minfülle meines neuen Amtes, ausdrücklich bedanken will.

Neben der Inter­es­sen­ver­tre­tung der Anliegen unserer Feu­er­wehren gehört es mit zu den schönen Auf­gaben eines Ver­bands­vor­sit­zenden, einer Feu­er­wehr zu einem Jubiläum zu gra­tu­lieren. Die Abtei­lung Schmid­hausen besteht seit 1886, stolze 125 Jahre ist sie heute alt - ein freu­diger Anlass, zu dem ich im Namen des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn aufs Herz­lichste gra­tu­liere!

Jubiläen bieten sich immer an, einen Blick in die Geschichte zu werfen und einen Aus­blick in die Zukunft zu wagen. Die Arbeit der Feu­er­wehr­leute hat sich seit Mitte des 19. Jahr­hun­derts, als es eine erste Gründungs­welle in Baden-Württem­berg gab, massiv verändert. Man­ches erkennt man auf den ersten Blick, zum Bei­spiel die zeitgemäße Ein­satz­klei­dung und die moderne tech­ni­sche Aus­stat­tung. His­to­ri­sche Fahr­zeuge schaffen es heute nur noch ins Museum oder zu Old­timer-Aus­fahrten.

Andere Verände­rungen im Feu­er­wehr­wesen sind weniger augen­schein­lich. Hier denke ich an die vielen neuen Auf­gaben, die in den letzten Jahren dazu gekommen sind. Ob im Bereich der Tech­ni­schen Hilfe, beim Kata­stro­phen- oder Umwelt­schutz: all das Ehrenamt bei der Feu­er­wehr bringt heute kom­plexe Anfor­de­rungen mit sich.

Und die Zukunft wird wei­tere Her­aus­for­de­rungen für die Feu­er­wehren im Land bringen. Die veränderte Arbeits­welt, in der es schwie­riger wird Zeit für Ehrenämter auf­zu­bringen können, der demo­gra­phi­sche Wandel und der Umstand, dass das gesell­schaft­liche Enga­ge­ment des Ein­zelnen seinen früheren Stel­len­wert erst wieder erlangen muss, stellen auch die Frei­wil­ligen Feu­er­wehren vor eine große Her­aus­for­de­rung.

Zen­trale Punkte werden dabei die Gewin­nung von Frauen und Men­schen mit Zuwan­de­rungs­hin­ter­grund für den Feu­er­wehr­dienst sein, beides Gruppen, die heute in unseren Wehren unter­repräsen­tiert sind.

Mit­glie­der­wer­bung und Nach­wuchs­ar­beit nehmen des­halb eben­falls viel Zeit in Anspruch und dürfen in Zeiten, in denen das Ehrenamt nicht mehr auto­ma­tisch hohen Zulauf hat, nicht ver­nachlässigt werden. Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Beil­stein hat dies erkannt und unterhält eine aktive Jugend­ab­tei­lung. Lieber Jugend­feu­er­wehr­wart Mat­thias Bernet, wenn ich auf der Home­page lese, was Sie und Ihr Team alles anbieten, dann ist dies beacht­lich und fast hat man den Wunsch sein eigenes Feu­er­wehr­leben noch einmal beginnen zu lassen.

Einen wei­teren Grund gibt es, den 125. Geburtstag der Feu­er­wehr­ab­tei­lung Schmid­hausen heute gebührend zu feiern. Es wird nämlich auch ihr letzter sein. Mit Inkraft­treten der neuen Sat­zung der Feu­er­wehr Beil­stein, werden die beiden bisher bestehenden Abtei­lungen zusammen unter einem Dach der Gesamt­feu­er­wehr die Sicher­heit der Bürge­rinnen und Bürger im Bereich der nicht­po­li­zei­li­chen Gefah­ren­ab­wehr gewährleisten. Ein vernünftiger Schritt, den ich im Namen des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes gut heißen möchte.

Ob nun als Geschenk zum Geburtstag oder als Mit­gift: das neue Feu­er­wehr­haus ist recht­zeitig zum heu­tigen Anlass fertig geworden. Gut sieht sie aus, die neue Heimat der rund 60 aktiven Feu­er­wehr­leute in Beil­stein, die bisher auf zwei Feu­er­wehrhäuser ver­teilt waren. Und funk­tional ist sie auch. Viel Platz für die sechs Feu­er­wehr­fahr­zeuge und zum Auf­be­wahren von Schutz­ausrüstung, Gerätschaft und Technik, große, helle Räume für Schu­lungen und Ver­an­stal­tungen.

Abschließend will ich die Gele­gen­heit nutzen, und ein paar Dan­kes­worte spre­chen.

Danken möchte ich der Stadt­ver­wal­tung, dem Bürger­meister und den Mit­glie­dern des Beil­steiner Gemein­de­rates, die die Arbeit der Feu­er­wehr nicht nur wohl­wol­lend begleiten und unterstützen, son­dern auch durch kom­mu­nale Gelder den Neubau des Feu­er­wehr­hauses zur Verfügung gestellt haben.

Ich will aber in Erin­ne­rung rufen, gerade weil ich weiß, dass es lange und kon­tro­verse Dis­kus­sionen um den Neubau gegeben hat, die Feu­er­wehr ist eine Ein­rich­tung der Gemeinde und sorgt auf ehren­amt­li­cher Basis dafür, dass den Bürge­rinnen und Bürgern dann Hilfe zuteil wird, wenn es der Hilfe bedarf. Und hierbei han­delt es sich um eine Pflicht­auf­gabe der Gemeinde und nicht etwa um eine frei­wil­lige Auf­gabe.

Dies sollten die Kri­tiker von Inves­ti­tionen im Bereich der Feu­er­wehr sich einmal in Ruhe zu Gemüte führen und viel­leicht auch, dass der Anteil im Ver­wal­tungs­haus­halt meist nur zwi­schen 2 und 4 Pro­zent liegt.

Diese Inves­ti­tionen dienen nicht dem Selbst­zweck der Feu­er­wehr son­dern der Sicher­heit der Ein­wohner. Des­halb haben die Feu­er­wehrmänner und frauen der Feu­er­wehr in Beil­stein die Wertschätzung, die ihnen von einem Großteil der Bürger­schaft ent­gegen gebracht wird auch red­lich ver­dient..

Und damit bin ich auch schon bei denen, denen ich ganz beson­ders danken will: den aktiven Mit­glie­dern und Funk­tionären der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Beil­stein - und jubiläums­be­dingt natürlich vor allem den Kame­ra­dinnen aus Schmid­hausen - für ihren Ein­satz und ihr Enga­ge­ment. Es ist nicht selbst­verständlich, dass man ein derart zeit­in­ten­sives und ver­ant­wor­tungs­volles Ehrenamt ausübt. Dafür meinen Dank und meinen Respekt. Der Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn ist stolz, solche Feu­er­wehrmänner und -frauen in seinen Reihen zu haben!