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Patienten aus dem achten Stock gerettet

Bad Rappenauvon Rudolf Landauer, HSt

Für die Zuschauer, meist Pati­enten und Mit­ar­beiter der Rosen­tritt­klinik und der benach­barten Kli­niken, gab es eine span­nende Abwechs­lung des Kli­nik­all­tags. Für die Mit­glieder der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau und der Abtei­lungs­wehr Bon­feld aber war es die Probe für den Ernst­fall und die ver­lief daher unter rea­lis­ti­schen Bedin­gungen. Bei der Übung im Kur­ge­biet hatte der stell­ver­tre­tender Kom­man­dant Thomas Wachno alle Fäden in der Hand.

Rasche Reak­tion Und so sah die ange­nom­mene Gefah­ren­si­tua­tion aus: Im The­ra­pie­be­reich der Klinik drückte eine Kli­nik­mit­ar­bei­terin um 14.30 Uhr den Brand­mel­de­knopf und löste den Feu­er­alarm aus, nachdem sie starke Rauch­ent­wick­lung fest­ge­stellt hatte. Bereits um 14.35 Uhr, also fünf Minuten nach dem Alarm, traf das Kom­man­do­fahr­zeug mit Blau­licht und Mar­tins­horn an der Ein­satz­stelle ein, dahinter schon die Löschfahr­zeuge. "Wir holen sofort die win­kenden Frauen am Fenster im unteren Geschoss aus der Gefah­ren­zone", ord­nete Wachno an. Rasch wurden Lei­tern ange­stellt, und die Frauen waren nach kurzer Zeit im Freien. Gleich­zeitig machten sich die Atem­schutzträger fertig und legten sorgfältig ihre Geräte an. Meh­rere Per­sonen befanden sich in dem ver­qualmten The­ra­pie­be­reich. Sie mussten schnellstmöglich gesucht und gerettet werden, so der Auf­trag der Wehr­leute.

Über die soge­nannte Lauf­karte der Brand­mel­de­an­lage wurde den vier Atem­schutz­teams zunächst der Weg zum Auslösepunkt des Alarms ange­zeigt, drinnen waren sie dann aber auf sich gestellt. Thomas Wachno: "In sol­chen Situa­tionen ist eine her­vor­ra­gende Ori­en­tie­rung unbe­dingt erfor­der­lich. Das Gebäude ist sehr groß, hat viele Gänge, Zimmer und Treppen." Umsich­tiges Han­deln war gefragt. Damit der Qualm aus den Gängen und Fluren getrieben wird, setzte die Feu­er­wehr starke Gebläse ein. Kom­man­dant Felix Mann hatte seinem Stell­ver­treter die Lei­tung der Übung über­lassen und beob­ach­tete sie ledig­lich mit seinem Stell­ver­treter Axel Klum­bach. Aus dem fünften und dem achten Stock riefen Pati­enten um Hilfe. Wachno beor­derte die neue Dreh­leiter 23/12 vor die Klinik.

Wie ein Fahr­stuhl Die Zuschauer staunten, wie rasch dieses moderne Gerät ein­satzfähig war und sich fast mit Fahr­stuhl­ge­schwin­dig­keit den Bal­konen in den oberen Stock­werken näherte. Nach­ein­ander bargen die schwin­del­freien Wehr­leute fünf Per­sonen aus luf­tiger Höhe. Eine ver­letzte Person wurde sogar lie­gend auf einer Spe­zi­al­trage fest­ge­zurrt, auf den Korb der Dreh­leiter gehievt und eben­falls sicher zur Erde gebracht. "Das ist sehr ein­drucks­voll, und die Leute haben das gut im Griff", sagte ein Patient, der das Geschehen ver­folgte. Ins­ge­samt 20 Bad Rap­pen­auer und sechs Bon­felder Feu­er­wehr­leute betei­ligten sich an der Übung, mit deren Ver­lauf sich Thomas Wachno am Ende sehr zufrieden zeigte.

Bild: Die Bad Rap­pen­auer Feu­er­wehr übt, was im Brand­fall zu tun ist, wenn Men­schen in einer Klinik voller Qualm aus großer Höhe zu bergen sind. Foto: Rudolf Land­auer