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Pandemie-Jahr sorgte für Nachwuchssorgen und wenig Training bei der Feuerwehr

Landkreis Heilbronnvon Katrin Draskovits, HSt

Corona sorgt bei der Feu­er­wehr im Land­kreis für Pro­bleme. Die Übungen fanden lange nur bedingt statt und bei der Jugend sind einige aus­ge­stiegen. Doch mit den Locke­rungen wird die Situa­tion wieder besser.

Das Ende der Corona-Not­bremse im Land­kreis führt zu vielen Erleich­te­rungen. Nicht nur Ein­zelhändler und Gas­tro­nomen, auch Men­schen in sys­tem­re­le­vanten Berufen können langsam auf­atmen. Eine dieser Gruppen sind die Feu­er­wehren der Region. Denn hier waren bis März Übungen nur pha­sen­weise möglich, der Ablauf der Einsätze hat sich verändert und die Nach­wuchs-Arbeit fiel kom­plett weg. Vor allem letz­teres könnte Kon­se­quenzen nach sich ziehen.

Basic-Hand­griffe werden schwerer

„Man merkt, wie die Basic-Hand­griffe nach fast einem Jahr ohne Übung schwerfälliger werden“, erzählt Marcel Karger, Oberlösch­meister bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bra­cken­heim. Denn viel Übungs­zeit gab es während Corona nicht. Ledig­lich bis März 2020 war der nor­male Übungs­dienst noch möglich.

Ab April war dann erst einmal eine Zwangs­pause ange­sagt. Von Juli bis Oktober konnten die Trai­nings immerhin in kleinen, fest ein­ge­teilten Gruppen wei­tergeführt werden, erzählt Marcel Karger. „Durch ein zeitig auf­ge­stelltes Kon­zept konnten wir in Bra­cken­heim relativ schnell wieder in Kleinst­gruppen üben“, sagt er. Dann kam, durch hohe Inzi­denzen, eine erneute Zwangs­pause. „Von November bis Februar 2021 wurde der gesamte Übungs­dienst unter­bro­chen“, erzählt Andreas Löffler, Brand­meister bei der Feu­er­wehr Lauffen.

Seit März wieder Übungen

Marcel Vogt, Kom­man­dant der Feu­er­wehr in Bad Fried­richs­hall, spricht eben­falls davon, wie sehr die übungs­freie Zeit an die Sub­stanz ging. „Man merkt wirk­lich, dass auch Rou­tine-Griffe schwer­fallen.“ Erst seit März diesen Jahres können wieder Trai­nings durchgeführt werden, doch noch lange nicht so, wie gewohnt. „Meist finden Übungen im Freien statt“, erzählt Löffler, „auf größere Ein­satzübungen wird noch ver­zichtet.“

Außerdem müssen sich die Feu­er­wehr­leute bei Treffen an Regeln halten. In Ober­sulm werden Schnell­tests vor den Übungen durchgeführt, erzählt der Kom­man­dant Ger­hard Schenk. „Das Rote Kreuz zeigt uns gerade, was wir dabei beachten müssen“, sagt er, „das wird gut ange­nommen bei uns.“

Trai­ning hat sich verändert

Bei Übungen und Einsätzen werden zudem FFP2-Masken getragen. Ledig­lich eine Aus­nahme von der Mas­ken­pflicht gibt es: Dann, wenn Atem­schutz­masken ange­legt werden müssen. „Aber dann haben die Träger in dieser Zeit hun­dert­pro­zen­tige Sicher­heit, sie sind ja von der Umluft unabhängig“, erklärt Marcel Karger.

Seit März kann auch die Feu­er­wehr Ober­sulm wieder trai­nieren, wenn auch nur in Klein­gruppen. „Früher hatten wir Übungs­abende mit 30 bis 40 Leuten“, erzählt Ger­hard Schenk. „Momentan sind es nur zehn Kame­raden, die gemeinsam in festen Gruppen üben.“ Wesent­lich mehr Auf­wand also. „Aber die Sicher­stel­lung der Ein­satz­be­reit­schaft sowie die Gesund­heit für uns selbst und die Per­sonen im Ein­satz­ge­biet sind jeden Auf­wand wert“, stellt Karger klar.

Fahr­zeuge nicht mehr voll besetzt

Auch die Einsätze haben sich verändert. So werden Fahr­zeuge der­zeit nicht mehr voll besetzt. „Normal fahren im Löschfahr­zeug sieben Leute mit“, erzählt Marcel Vogt. „Der­zeit sind es vier, das ist das min­deste, was man braucht.“ Der Rest fährt mit einem zusätzli­chen Fahr­zeug. Vogt hofft, dass sich die Situa­tion etwas ent­spannt, wenn erst einmal ein Großteil der Feu­er­wehr­leute voll geimpft ist. Denn seit 16. April dürfen in Baden-Württem­berg Angehörige der Feu­er­wehr geimpft werden.

Nach­wuchs kann nicht ein­ge­ar­beitet werden

Was zu einem Pro­blem werden kann, ist der Nach­wuchs. Denn Übungen durften ledig­lich statt­finden, wenn sie der Ein­satzfähig­keit dienen, was bei der Jugend­feu­er­wehr nicht der Fall ist. Einige Nach­wuchs-Feu­er­wehrkräfte sind des­halb im ver­gan­genen Jahr aus­ge­treten. Das könnte in den nächsten Jahren zu Pro­blemen führen, denn die Feu­er­wehren in der Region bekommen viel Nach­schub aus der eigenen Jugend. Und selbst wenn der Nach­wuchs kommt, kann er der­zeit nicht mit auf Einsätze. „Wir haben zwar neue Mit­glieder durch Zuzug oder Übert­ritt aus der Jugend bekommen“, erzählt Vogt, „aber die können wir momentan nicht mit­nehmen, weil sie nur die Leute kennen, die in ihrer Klein­gruppe sind.“