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Neben roten auch nachtblaue Einsatzfahrzeuge

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Die Kinder krei­schen vor Vergnügen. Volles Rohr richten sie den Was­ser­strahl auf das "bren­nende" Haus. Nur wer genug Wasser durch die Fenster bekommt, bringt die Flammen per Kipp­schalter dazu, hinter dem gelben Häuschen zu ver­schwinden. Der Nach­wuchs ist für viele erwach­sene Besu­cher der Haupt­grund, warum sie am Sonntag zum Tag der offenen Tür der Feu­er­wehr Schwai­gern kommen. "Mein Sohn ist vier­ein­halb und hat mich prak­tisch gezwungen", meint ein 36-Jähriger aus Stetten. Für die Erwach­senen gab es viele Infor­ma­tion.

Ausrüstung Ins Auge ste­chen sofort Fahr­zeuge auf dem Gelände neben dem Bahnhof. Die sind nicht feu­errot, son­dern nacht­blau. Sie gehören dem Tech­ni­schen Hilfs­werk Heil­bronn, das sich vor­stellt. Das Fahr­zeug mit den vielen Schub­laden ist der ersten Ber­gungs­gruppe zuge­ordnet. "Das ist unser All­round­fahr­zeug GKW 1, damit können wir als erstes ausrücken und helfen", erklärt Grup­penführer Andreas Nagel. Sollte die Ausrüstung nicht rei­chen, werden die Fach­gruppen dazu geholt. Atem­schutz, Beleuch­tungen, Not­strom­ag­gregat und vieles andere genügen zunächst, um Men­schen zu retten. Allein die Hebe­kissen, die jetzt fried­lich unter den Reifen des 16-Tonnen-Gefährts liegen, schaffen bis zu 40 Tonnen. Ein drei­viertel Jahr dauert die Grund­aus­bil­dung beim THW, in der die Helfer lernen, mit den Basisgeräten umzu­gehen. Daneben steht der Trans­porter der Fach­gruppe Sprengen, die zum Bei­spiel Straßen frei macht oder teil­zerstörte Häuser abbricht.

"Unser Aus­bilder hat damals gesagt: Bis ihr den Schein habt, seid ihr total scharf auf das Mate­rial, danach seid ihr froh, wenn es im Bunker bleibt", meint Grup­pen­leiter Hans-Jürgen Leib­fried. Denn der Umgang mit dem gewerb­li­chen Gesteins­spreng­stoff bringt hohe Ver­ant­wor­tung mit sich, strenge Regeln und Berech­nungs­for­meln.

Gemeinsam mit der Feu­er­wehr demons­trieren die THWler am Nach­mittag erst die Löschung eines Gebäudes und dann dessen Siche­rung gegen Ein­sturz. Abtei­lungs­kom­man­dant Uwe Schlund ist froh, den vielen Stamm­be­su­chern jedes Jahr etwas Neues bieten zu können.

Wer­bung Schlund fände es wichtig, wenn das auch mehr Migranten anziehen würde. Auch in Schwai­gern sind keine Spätaus­siedler oder Türken in der Feu­er­wehr. "Irgendwie finden wir keinen Draht. Dabei gebe es sicher sehr viele patente Leute, die uns unterstützen könnten", stellt Schlund fest. Sport­ver­eine hätten es mit ihrer regelmäßigen Präsenz ein­fa­cher. Auch Frauen dürften es gerne ein paar mehr in den Reihen der Ein­satzkräfte sein, wes­wegen an den Türen Pla­kate vom Ver­band hängen. "Frauen an den Brand-Herd" ist da zu lesen oder "Will­kommen im Blau­licht­mi­lieu". "Wir haben zwar zwei Frauen, aber da ist viel Raum nach oben", so Schlund.

Bild 1 + 2: Lösch­an­griff im 1. OG

Bild 3 - 6: Abstützen des ein­sturzgefährdeten Hauses durch das THW mit untersützung durch die Feu­er­wehr

Bilder 7 + 8: his­to­ri­scher Lösch­an­griff mit der voll funk­ti­onsfähigen Saugspritze Bau­jahr 1892

Fotos: Feu­er­wehr Schwai­gern

Ver­fasser: Ste­fanie Pfäffle www.lesebar.net