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Nachzügler (Kommentar HSt)

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Carsten Friese, HSt

Die Leit­stel­len­fu­sion kommt spät. Eine späte Lösung muss jedoch nicht gleich eine schlechte sein.

Keine Frage, es war eine schwere Geburt. Jetzt ist die Leit­stel­len­fu­sion von Feu­er­wehr und Ret­tungs­dienst end­lich in tro­ckenen Tüchern. 1997 gab es erste Über­le­gungen über den Zusam­men­schluss der Retter an den Not­fall­te­le­fonen. Jetzt soll ein gemein­samer Bau 2011 ein­ge­weiht werden, und im Lan­des­ver­gleich steht Heil­bronn damit ein­deutig auf den hin­teren Plätzen. Ein Nachzügler halt. Doch dieses Hin­ter­her­hinken muss nicht immer die schlech­tere Lösung gegenüber schnellen Kon­zepten sein. Es gibt gemein­same Leit­stellen, da arbeiten Feu­er­wehr und Ret­tungs­dienst zwar unter einem Dach. Doch jede Seite betreibt den Job weiter in Eigen­regie. Das soll in Heil­bronn anders laufen, wenn Feu­er­wehr­leute Fein­heiten der Ret­tungs­dienst­einsätze ebenso lernen wie umge­kehrt. Per­sonal kann über­lap­pend ein­ge­setzt werden - in ein­satz­starken wie in -schwa­chen Zeiten ein Vor­teil, um effektiv reagieren zu können. Ein Ein­spar­po­ten­zial im Mil­lio­nen­be­reich sieht Landrat Pie­pen­burg. Beim Per­sonal gibt es durch die neue Struktur Spiel­raum, aber vor allem in der Leit­stel­len­technik sparen beide Seiten Geld. Statt zwei Mal muss man nur ein Mal Hardund Soft­ware anschaffen oder War­tungs­ar­beiten ver­geben. Das wich­tigste Faust­pfand bringt die Fusion den Bürgern. Am Unfallort arbeiten Feu­er­wehr und Ret­tungskräfte seit Ur-Zeiten zusammen. Wenn Einsätze jetzt in einem Raum koor­di­niert werden, wird das System Not­fall­ret­tung effek­tiver. Tele­fon­ab­spra­chen oder ein Wei­ter­leiten von Not­rufen ent­fallen. 60, 90 oder 120 Sekunden Zeit­ge­winn können da manchmal sehr viel sein. Der Sach­ver­stand hat am Ende gesiegt. Unterm Strich steht eine Lösung, die einem Nachzügler durchaus gut zu Gesicht steht.