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Nach der Übergabe sofort im Einsatz

Leingartenvon Marc Schmerbeck, HSt

Das neue Schmuckstück der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Lein­garten wurde ges­tern dem ersten Härte­test unter­zogen. Wenige Sekunden nachdem Bürger­meister Ralf Stein­brenner Kom­man­dant André Göbl offi­ziell den Schlüssel für den Ein­satz­leit­wagen über­reicht hatte, ging der Notruf ein. Ein Melder in Schwai­gern hatte ange­schlagen. Das Signal ent­puppte sich als Großbrand bei der Firma Kurz Recy­cling. Für einen Augen­blick brach Hektik aus. Blau­lichter wurden ange­macht, mit Sirenen rasten zwei Wagen los. Kurz darauf war bereits eine Rauchsäule sichtbar. Die Wehren in Stetten und Mas­sen­bach wurden nach­alar­miert, und auch die Lein­gar­tener rückten bald aus. Ebenso rauschte Kreis­brand­meister Uwe Vogel sofort ab.

Das Feu­er­wehr­fest vor dem Magazin gegenüber der Fest­halle wurde trotzdem fort­ge­setzt. Aller­dings mit Spar­be­set­zung. Ein Großteil der geplanten Übungen musste abge­sagt werden. Auch in Mas­sen­bach rückten 15 Mann vom Feu­er­wehr­fest zum Ein­satz ab. „Die Ver­an­stal­tung ging trotzdem weiter", sagte Kom­man­dant Helmut Gogel. „Der Alterszug und die Jugend­feu­er­wehr waren noch dort."

Mit neun Feu­er­wehrmännern waren die Lein­gar­tener ausgerückt. Vier davon mussten in Schwai­gern auch mit ein­greifen. „An so einem Tag ist vor­ge­plant, wer ausrückt", sagte Göbl. „Nun erle­digen wir die Auf­gaben, die uns von der Ein­satz­lei­tung zuge­teilt werden. Wir sind hier nur ein kleines Rad. Zwei unserer Leute sind mit Atem­schutz im Löschein­satz."

Bevölke­rung gewarnt Der neue Ein­satz­leit­wagen - kurz ELW genannt - wurde benutzt, um die Lein­gar­tener Bevölke­rung per Mikrofon zu warnen. Da sich in der Rauch­wolke Salzsäure befand, wurde dazu auf­ge­for­dert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. „Den Wagen haben wir erst in Dienst gestellt und dann gleich gebraucht", erklärte der Lein­gar­tener Kom­man­dant Göbl. So sei der ELW bereits beim Brand von Don­nerstag auf Freitag im Ein­satz gewesen. Inof­fi­ziell sozu­sagen.

Der Mer­cedes mit feu­er­wehr­tech­ni­schem Ausbau kos­tete rund 91 000 Euro und ist für die Lei­tung klei­nerer Einsätze aber auch als Trans­port­fahr­zeug für Geräte und Mann­schaft bestimmt. Den auf die Lein­gar­tener Vor­gaben zuge­schnit­tenen Ausbau hatte der Betrieb für Son­der­fahr­zeugbau von Rudolf Weschen­felder aus Bretten über­nommen. „Ich war zehn Jahre Stadt­kom­man­dant und habe des­halb Erfah­rung darin", sagte Weschen­felder. „Wir haben das Fahr­zeug mit badi­scher Gründlich­keit und schwäbischer Spar­sam­keit gebaut."

Der Ein­satz­leit­wagen besitzt zudem zwei fest ein­ge­baute Funkgeräte für die Kom­mu­ni­ka­tion mit der Feu­er­wehr­leit­stelle und anderen Fahr­zeugen sowie ein Funkgerät und vier trag­bare Geräte für die Ver­bin­dung an der Ein­satz­stelle. Zudem ist ein Strom­ge­ne­rator mit Steck­dosen im Fahr­zeug­inneren ein­ge­baut. Eben­falls zur Aus­stat­tung gehören ein Mobil­te­lefon und ein Gerät zur Mes­sung der Explo­si­ons­ge­fahr zum Bei­spiel bei aus­tre­tendem Gas. „Nach 20 Jahren im Ein­satz war fest­zu­stellen, dass wir Ersatz brauchten", kom­men­tierte Göbl. „Unter anderem auch, weil sich das tak­ti­sche Vor­gehen und die Einsätze verändert haben." Bereits 25 Mal ist die rund 70 Mann starke Lein­gar­tener Feu­er­wehr in diesem Jahr ausgerückt. Meist waren es tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen, aber auch bei dem Unwetter kürzlich waren sie gefor­dert.

„Es ist ein modernes und inno­va­tives Fahr­zeug, das einen Moti­va­ti­ons­schub geben wird. Die Auf­gaben der Feu­er­wehr werden immer viel­schich­tiger und größer", sagte Kreis­brand­meister Vogel.

Seine ersten beiden Einsätze hat der Wagen pro­blemlos über­standen. Es werden einige hin­zu­kommen. Im ver­gan­genen Jahr wurden die Lein­gar­tener 80 Mal alar­miert.

Bild: Freie Fahrt für das neue Auto: (von links) Kreis­brand­meister Uwe Vogel, Bürger­meister Stein­brenner, Kom­man­dant André Göbl, Rudolf Weschen­felder (Foto: Schmer­beck Schmer­beck)