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Mit Oldtimern, Musik und Show

Bad Friedrichshallvon Wolfgang Müller, HSt

Die Stadt Bad Fried­richs­hall ist gerade 60 Jahre alt geworden. Ihre Frei­wil­lige Feu­er­wehr hat da schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel. Die Flo­ri­ansjünger in der 19 000 Ein­wohner großen Stadt an Kocher, Jagst und Neckar bli­cken in diesem Jahr auf ihr 150-jähriges Bestehen zurück. Am kom­menden Wochen­ende feiern die Brandbekämpfer drei Tage lang mit den Bürgern ihr großes Jubiläum rund um das Schloss Lehen und die Alte Kelter im his­to­ri­schen Orts­kern von Kochen­dorf. Zwei wei­tere Ver­an­stal­tungen im Juli und Sep­tember folgen.

Abwechs­lungs­reich His­to­ri­sche Fahr­zeuge zum Anfassen, dazu Vorführungen der aktiven Feu­er­wehr­leute und der Jugend­feu­er­wehr. Im Pro­gramm haben die Brandbekämpfer außerdem jede Menge Musik, und auch für die Kinder haben sich die Jubi­lare einiges ein­fallen lassen. Die Besu­cher der Jubiläums­feier der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall dürfen sich von Freitag, 20., bis Sonntag, 22. Mai, auf ein abwechs­lungs­rei­ches Fest­pro­gramm freuen. Auf einen Umzug ver­zichten die Blauröcke. "Einige meinen, das wäre nicht zeitgemäß", begründet Kom­man­dant Kurt Semen die Ent­schei­dung.

Viele Zeit­do­ku­mente aus der Gründungs­zeit gibt es nicht. Bilder sind gar keine im Archiv, bedauert Semen. Dass das Gründungs­datum der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in Kochen­dorf am 18. Sep­tember 1861 aber gesi­chert ist, freut den Chef der Fried­richs­haller Feu­er­wehr umso mehr. Der dama­lige Orts­vor­stand beschloss die Auf­stel­lung einer soge­nannten Steiger-Kom­panie, zu der sich 28 Frei­wil­lige gemeldet hatten. Diese Mann­schaft, die die Lei­tern hoch­stieg, wurde ein Teil der damals bestehenden Kochen­dorfer Pflicht­feu­er­wehr.

Heute setzt sich die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall aus den Löschzügen der Kern­stadt (Kochen­dorf, Jagst­feld und Hagen­bach) sowie der Orts­teile Dut­ten­berg und Unter­gries­heim zusammen. Die älteste ist Kochen­dorf. Es folgten die Gründungen in Jagst­feld (1909), in den 30er Jahren zogen Unter­gries­heim, Hagen­bach und Dut­ten­berg nach. Nach dem Zusam­men­schluss der Gemeinden Kochen­dorf, Jagst­feld und Hagen­bach von 1933 bis 1935 zur neuen Gemeinde Bad Fried­richs­hall wurden die drei Feu­er­wehren der Orte neu geordnet. Erster Gesamt­kom­man­dant war von 1936 bis 1940 Haupt­brand­meister Otto Bitsch. Mit der Kom­mu­nal­re­form in den 70er Jahren kamen schließlich die Züge der ein­ge­mein­deten Ort­schaften Dut­ten­berg und Unter­gries­heim dazu.

Schlagkräftig Heute ist die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall knapp 200 Mann stark. Davon sind 110 in der aktiven Truppe. 35 Mit­glieder sind in der Alters­ab­tei­lung, 29 in der Jugend­feu­er­wehr. Wei­tere 21 Mit­glieder enga­gieren sich im Spiel­mannszug, der neben Ils­feld der ein­zige im gesamten Land­kreis Heil­bronn ist. Darüber hinaus ist in der Salz­stadt eine neunköpfige soge­nannte Dekon­ta­mi­na­ti­ons­gruppe ange­sie­delt. Mit ihren 13 Fahr­zeugen ist die Truppe um ihren Chef Semen sehr schlagkräftig.

Im kom­menden Jahr dürfen die Salzstädter dann erneut ein Jubiläum feiern. Dann wird Kurt Semen nämlich 30 Jahre lang Kom­man­dant sein. Keiner stand so lange an der Spitze der Fried­richs­haller Gesamt­wehr wie der 62-Jährige.

Foto: 1933 zogen die Feu­er­wehrmänner aus Jagst­feld durch den Ort. Sie fei­erten damals ihre 25-jährige Geschichte. Foto: Archiv/privat