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Mehr Einsätze auf der Autobahn erwartet

Weinsbergvon Steffan Maurhoff, HSt

Schon von Berufs wegen sagt Andreas Riekher (29) von sich: „Ich bin ein Netz­werker.“ Denn im Weins­berger Rat­haus ist er für die EDV-Orga­ni­sa­tion zuständig. Seit er im ver­gan­genen Sep­tember zum Kom­man­danten der Weins­berger Feu­er­wehr bestellt wurde, weiß er seine Stärke − die Fähig­keit zur Zusam­men­ar­beit − auch dort ein­zu­bringen. Nicht umsonst sagt er: „Wir sind ein Führungs­team“, wenn er über sich und seine Stell­ver­treter Heiko Frank und Michael Koles­nikow spricht. Mit ihnen stimmt er sich eng ab: „Unter zehn Mails am Tag geht da nichts“, meint Riekher.

Koor­di­na­tion Nicht nur auf Führungs­ebene, auch im Ver­bund der vier Weins­berger Abtei­lungen mit ihren ins­ge­samt rund 140 Aktiven schreibt Riekher Abstim­mung und Koor­di­na­tion groß. Ein Mann allein kann auch kaum bewältigen, was für die Wehr in der Stadt zu leisten ist.

„Wir rechnen ganz stark damit, dass wir in den nächsten Monaten mehr Einsätze auf der Auto­bahn haben werden“, sagt der Kom­man­dant mit Blick auf die ange­lau­fenen Bau­ar­beiten zwi­schen der Anschluss­stelle Bad Rap­penau und dem Weins­berger Kreuz. Wobei die Arbeiten („Bau­stellen bedeuten immer größere Gefahr“) nur ein Aspekt sind. Auch die Elek­tro­mo­bilität, genauer gesagt: hohe Strom­span­nung in Unfall­fahr­zeugen, ist eine Her­aus­for­de­rung. „Das ist aus Sicht der Feu­er­wehr noch Neu­land“, sagt Riekher. Hinzu kommen immer mehr Gefahr­gut­trans­porte auf der Auto­bahn. Um für die Her­aus­for­de­rungen der Zukunft gerüstet zu sein, sind in diesem Jahr und in mit­tel­fris­tiger Zukunft größere Inves­ti­tionen not­wendig. Der Feu­er­wehr­be­darfs­plan für den Gemein­de­ver­wal­tungs­ver­band sieht für Weins­berg als nächstes die Anschaf­fung neuer Fahr­zeuge vor − eine Inves­ti­tion von ins­ge­samt 750 000 Euro, für die rund 285 000 Euro Zuschuss erwartet werden.

Oberste Priorität hat das Löschgrup­pen­fahr­zeug LF 10 für Wimm­ental. Das kostet rund 200 000 Euro und kann etwa 1200 Liter Löschwasser mit sich führen. Der­zeit noch im Ein­satz in Wimm­ental ist ein Trag­kraft­sprit­zen­fahr­zeug TSF, Bau­jahr 1972. „Das ver­dient eigent­lich ein H-Kenn­zei­chen“, sagt Riekher über das gera­dezu his­to­ri­sche Gefährt.

Fahr­zeuge Nicht nur, aber auch im Hin­blick auf die wach­sende Gefahr auf der Auto­bahn ist der Vor­ausrüstwagen VRW von Bedeu­tung, der etwa 150 000 Euro kostet. Er ist wen­diger als ein Lkw, hat eine kleine Löschan­lage, Spreizer, Schere, Säge und Sanitätsgerät an Bord: „Das ist alles, was schnell und als erstes vor Ort sein muss.“ Bedeu­tend schwerfälliger, aber dafür mit satten 4000 Litern Löschwasser aus­ge­stattet, ist das Tanklöschfahr­zeug TLF 4000, der mit 400 000 Euro Kosten größte Bro­cken der Inves­ti­tionen in diesem Jahr. Das TLF kommt etwa dann zum Ein­satz, wenn Gefahr­gut­trans­porte ver­unglücken und bei­spiels­weise gif­tige nebelförmige Stoffe mit Wasser zu binden sind.

Die Fahr­zeuge sind aber bei­leibe nicht das ein­zige, was Andreas Riekher der­zeit beschäftigt. Nach seiner Beru­fung zum − vor­erst kom­mis­sa­ri­schen − Kom­man­danten der Gesamt­wehr hatte er eine Aus­bil­dung zum Grup­penführer zu absol­vieren. Der Lehr­gang zum Zugführer steht noch aus. Doch an der Lan­des­feu­er­wehr­schule in Bruchsal, die der­zeit umzieht, gibt es Engpässe. Vor­aus­sicht­lich kann Riekher des­halb erst im November auch diesen gesetz­lich gefor­derten Nach­weis erbringen. Später sollen noch ein Lehr­gang für Kom­man­danten und für Ver­bands­grup­penführer folgen.

Froh ist Riekher da, dass er sich auf seine Leute ver­lassen kann. Sein Stell­ver­treter Heiko Frank bei­spiels­weise kümmert sich um den neuen Funk­tisch fürs Feu­er­wehr­haus: Mit 56 000 Euro noch so eine Anschaf­fung, die den neuen Kom­man­danten in seinen ersten Amts­mo­naten beschäftigt. Und lang­fristig kommt das neue Feu­er­wehr­haus − vor­aus­sicht­lich in den Spitzäckern − auf ihn zu. Eine Mil­lio­nen­in­ves­ti­tion in drei bis vier Jahren.