QR-Code zur Seite

Löschübung im Holzlager

Leingartenvon Barbara Barth, HSt

Bei Holz-Hauff brennt's. Ein Sze­nario, das sich nie­mand wünscht, das aber vor­stellbar ist. Des­halb muss die Feu­er­wehr Lein­garten den Ernst­fall proben. Die diesjährige Hauptübung auf dem Gelände der Firma nimmt an, dass bei War­tungs- und Mon­ta­ge­ar­beiten ein Brand in einem Silo aus­bricht, der sich auf die angren­zende Halle fünf aus­breitet. Meh­rere Arbeiter sind vom Feuer ein­ge­schlossen oder werden ver­misst.

Bei einer Übung geht es für die Männer und Frauen ein wenig kom­for­ta­bler zu als bei einem echten Ein­satz. Der Piepser, der sie im Ernst­fall aus den Federn holt, entfällt. In Win­des­eile zum Magazin fahren, umziehen, die Fahr­zeuge besetzen und los­brausen eben­falls. Heute trifft man sich in aller Ruhe in der Südstraße und wartet auf den Ein­satz­be­fehl. Kom­man­dant André Göbl gibt als Devise aus: „Sehen, ob noch alles passt und wo Hand­lungs­be­darf ist.“ Wissen im rich­tigen Moment abzu­rufen und mit anderen Wehren und Hilfs­diensten zusam­men­zu­schaffen, sei oberstes Ziel der Übung. Ob sie groß oder klein, schwierig oder leicht ist, erfahren die Feu­er­wehr­leute erst am Ort des Gesche­hens.

Mit vier Fahr­zeugen geht es kurz nach 10 Uhr los. Durchs Wohn­ge­biet noch still, ab der Die­sel­straße im Indus­trie­ge­biet „mit Musik und Ton, volles Pro­gramm“, sagt Pres­se­be­auf­tragter Marc Hof­mann.

Rauch quillt aus dem Gebäude, ein Hil­fe­schrei, eine Person steht oben auf dem Silo­dach. Schnell ist klar: Verstärkung muss her. Aus Lauffen wird die Dreh­leiter ange­for­dert, aus Schwai­gern kommt das neue HLF 20/16 und ein Schlauch­wagen. Der DRK-Orts­verein Lein­garten ist eben­falls zu Stelle.

Prioritäten Die Per­so­nen­ret­tung hat immer Priorität. Zahl­reiche Zuschauer beob­achten, wie die neue Dreh­leiter aus der Hölder­lin­stadt auf halber Strecke stoppt und wieder ein­ge­fahren wird. Man hat ver­gessen, den DRK-Helfer mit aufs Silo­dach zu nehmen. Ein Feu­er­wehr­mann muss aus­steigen, denn mehr als drei Per­sonen dürfen nicht in dem Korb stehen.

Haus­herr Werner Hauff besieht sich das Ganze trotzdem beru­higt. Er weiß, im Ernst­fall ginge es schneller. Zu den Vor­sichtsmaßnahmen in seiner Firma gehört, dass abends in der Holz­be­ar­bei­tung der Strom abge­schaltet und der Betrieb sauber gehalten wird.

Bei einem Brand auf dem großen Gelände wäre viel Wasser vonnöten. Wo kommt es her, reicht der Druck? Schwit­zend „wie im Ski­anzug im Sommer“ legen die Feu­er­wehrmänner und -frauen die Lei­tungen. Drei Ent­nah­me­stellen werden ange­zapft: Das örtliche Netz, der Lein­bach und eine Zis­terne. Beson­ders die Was­serförde­rung über lange Weg­stre­cken will geübt sein. Da ist der Schwai­gerner Schlauch­wagen eine große Hilfe. Er legt im Fahren die Schläuche aus.

Zufrieden Bürger­meister Ralf Stein­brenner, ebenso Zaun­gast wie Ehren­kom­man­dant Martin Klar, ist zufrieden mit der Übung. Die örtli­chen Kennt­nisse auf­zu­fri­schen, den Erfah­rungs­schatz zu erwei­tern und die inter­kom­mu­nale Zusam­men­ar­beit zu pflegen sei Sinn und Zweck. „Wir haben eine schlagkräftige Wehr“, ist der Bürger­meister über­zeugt.

In einer ersten Manöver­kritik wertet Kom­man­dant André Göbl das erst­ma­lige Ein­binden der Zis­terne in die Was­ser­ver­sor­gung als „sinn­voll und gut“. Mehr Kon­takt von Feu­er­wehr- und DRK-Leuten außerhalb einer Übung wünscht er sich für die Zukunft, „damit man sich nicht erst im Ernst­fall kennen lernt“. Und rich­tigen Hand­lungs­be­darf sieht er bei der Abschnitts­bil­dung. „Das war relativ schlecht, sie muss schneller gehen.“ Werner Hauff aber lobte „eine tolle Gemein­schafts­leis­tung.“ Er sei froh, wenn er die Feu­er­wehr nicht brauche, aber er wisse, „dass wir eine gute Feu­er­wehr haben“.