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Leistungsabzeichen: Da muss jeder Handgriff sitzen

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Thomas Dorn, HSt

Die Auf­gabe - ist klar: Es gilt, einen ein­ge­klemmten Auto­fahrer zu retten, der unter einem umstürzenden Baum begraben wurde. Kein Pro­blem für die acht jungen Männer der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bra­cken­heim. Sobald Grup­penführer Dominik Völker die Befehle erteilt hat, schwärmen sie aus. Sichern die Unfall­stelle ab und leuchten sie aus. Bringen ein Was­ser­rohr in Posi­tion (das Fahr­zeug könnte in Brand geraten). Öffnen die Autotür mit dem Spreizer. Bergen den Ver­letzten. Kümmern sich um die Erst­ver­sor­gung. Jeder Hand­griff sitzt. Nach sechs Minuten, elf Sekunden die Voll­zugs­mel­dung: "Fahrer befreit, an Ret­tungs­dienst überg­eben." Übung beendet. Kol­legen applau­dieren.

"Man sieht, dass sie die Sache ernst nehmen", freut sich Schieds­richter-Obmann Kurt Semen. Die erfolg­reiche Hil­fe­leis­tung ist ein Teil der Prüfung für das Leis­tungs­ab­zei­chen der Feu­er­wehr. Die zweite Auf­gabe, die Demons­tra­tion eines drei­tei­ligen Lösch­an­griffs, haben die Bra­cken­heimer schon zuvor gemeis­tert. Jetzt dürfen sie sich über das sil­berne Abzei­chen freuen.

Rea­lis­tisch Einmal im Jahr wird der Wett­be­werb vom Land­ratsamt Heil­bronn aus­ge­schrieben, diesmal hat die 150 Jahre junge Jubiläums­wehr aus Bad Fried­richs­hall die Aus­rich­tung über­nommen. 20 Gruppen aus elf Feu­er­wehren sind dabei. Der stell­ver­tre­tende Kreis­brand­meister Heiner Schiefer (Lauffen) hält die Prüfung für eine gute Sache: "Jeder Feu­er­wehr­mann sollte sie einmal gemacht haben." Weil die Auf­ga­ben­stel­lung vielfältig, das Sze­nario rea­lis­tisch ist. Das hydrau­li­sche Ret­tungsgerät wird den­noch nicht am Fahr­zeug, son­dern an einem Übungs­mo­dell ange­setzt. "Sonst bräuchten wir zehn Autos", grinst Kurt Semen.

Die Prüfung ist kein Selbstläufer. Um die genau vor­ge­ge­benen, von Schieds­rich­tern kri­tisch beäugten Abläufe zu beherr­schen, braucht es Trai­ning. Viel Trai­ning. "Seit April haben wir uns drei Mal die Woche getroffen", ver­deut­licht Dominik Völker. "Stück für Stück" haben seine moti­vierten Jungs die meisten um die 20 Jahre alt die Prüfungs­auf­gaben erar­beitet, haben immer wieder und immer schneller die glei­chen Hand­griffe geübt. "Das muss jeder in den Kopf bekommen."

Geordnet Zu schnell dürfen die Wehr­leute aber auch nicht sein Stich­wort Unfall­verhütung. Und des­halb gibt es neben der zulässigen Maximal- auch eine Mini­mal­zeit. "Das soll geordnet ablaufen", betont Schiefer. Das heißt: schnell gehen statt rennen.

Ganz wichtig: Jeder in der Gruppe muss alles beherr­schen. Denn ob er bei der Prüfung als Maschi­nist oder Melder, im Angriffs- oder Was­ser­trupp ein­ge­setzt wird, ent­scheidet sich erst kurz vor der Prüfung per Los. Das macht es noch span­nender.

Bild: Ob beim Lösch­an­griff oder bei der Hil­fe­leis­tung: Schieds­richter beäugen kri­tisch, wie die Feu­er­wehr­leute die vor­ge­ge­benen Auf­gaben erfüllen. (Foto: Andreas Veigel)