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Knapp vorbei an der Abteilungsauflösung

Möckmühlvon Christian Gleichauf, HSt

Ist die Feu­er­wehr Ruchsen der Stadt Möckmühl noch 150 000 Euro wert? Auf diese Frage redu­zierte sich die Dis­kus­sion im Gemein­derat um eine neue Garage und den Umbau der bis­he­rigen zu einem Umklei­de­raum für die Abtei­lung in Ruchsen. Am Ende einigte man sich auf ein klares "Ja, aber".

Dass die der­zei­tigen Verhältnisse nicht weiter tragbar sind, daran ließ Bürger­meister Ulrich Stammer keinen Zweifel. "Die Kame­raden müssen die Uni­formen mit nach Hause nehmen, es gibt keine Spinde im Feu­er­wehr­ma­gazin." Genau­ge­nommen gibt es gar kein Magazin, nicht einmal einen Raum mit einem Wasch­be­cken. Das Gre­mium sei in der Ver­gan­gen­heit aber zu der Über­zeu­gung gelangt, dass man eine örtliche Wehr in Ruchsen braucht, die einen Erst­an­griff im Brand­fall leisten kann, erklärte Stammer. "Und wenn das so ist, dann sollte man die Kame­raden auch genauso gut aus­statten wie andere Abtei­lungen."

Bla­senweh Aller­dings stehen die Zei­chen im Möckmühler Gre­mium auf Sparen. Und man­cher Stadtrat denkt offen­sicht­lich noch mit Schmerzen daran, dass vor gar nicht so langer Zeit mit dem Kos­ten­ar­gu­ment ein von vielen für not­wendig erach­teter bla­senförmiger Auf­ent­halts­raum fürs Gym­na­sium gekippt wurde um nach langem Hin und Her doch noch in spar­ta­ni­scher Ausführung ein­ge­richtet zu werden. "Eine Garage für ein 30 Jahre altes Fahr­zeug? Wenn ich daran denke, mit wel­cher Vehe­menz gegen die Blase gekämpft wurde, muss ich sagen, das ist nicht not­wendig", erklärte Stefan Vachaja (SPD). Hei­mat­pflege könne die Feu­er­wehr in Ruchsen weiter betreiben, doch tech­nisch sollte sie sich in Möckmühl kon­zen­trieren, lau­tete sein Plädoyer.

Der Bürger­meister erin­nerte daran, dass über die Umbauten schon seit Jahren dis­ku­tiert werde. Die ersten Vor­schläge hätten bei 300 000 Euro gelegen, jetzt gerade noch bei der Hälfte. "Das ist eine aus­rei­chende Aus­stat­tung, kein Luxus." Andreas Quatt­lender, Günter Müller (Grüne), Harald Hitzler und Ralf Krämer (beide Freie Wähler) warben eben­falls um Zustim­mung. "Ein Dorf kann nur leben, wenn sich Men­schen enga­gieren", sagte Müller. "Natürlich wäre es bil­liger, wenn wir aus der Feu­er­wehr einen Männer­ge­sang­verein machen würden."

Eier­tanz Das soll nicht pas­sieren. Trotz wei­terer Bedenken von Ver­tre­tern der CDU und der SPD einigte sich das Gre­mium schließlich darauf, jetzt die Fein­pla­nung in Angriff zu nehmen. Dabei soll nach Ein­spar­po­ten­zialen gesucht werden. Anschließend wird der Gemein­derat noch einmal abstimmen "ein Eier­tanz", wie Heiko Gieser (FWV) kom­men­tierte. Der Vor­schlag wurde bei vier Gegen­stimmen ange­nommen.

Der Abtei­lungs­kom­man­dant der Feu­er­wehr Ruchsen, Eber­hard Thierl, schwankte später zwi­schen Erleich­te­rung und Enttäuschung. "Ich gehe jetzt davon aus, dass es kommt." Ein "Nein" hätte seiner Mei­nung nach bedeutet, dass man seine 28 Mann nicht mehr braucht. Es wäre das Ende der Wehr gewesen. "Da waren wir ganz nah dran."

Bild: Das alte Rat­haus in Ruchsen: Links neben dem Gebäude soll die neue Feu­er­wehr­ga­rage gebaut werden. (Foto: Hei­de­lind Andritsch)