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Katastropheneinsätze und humanitäre Hilfe

Widdernvon Franz Andritsch, HSt

Vor 40 Jahren wurde das THW in Wid­dern gegründet. Mit einem Hof­fest wurde jetzt am Standort unter der Auto­bahnbrücke Geburtstag gefeiert.

Zu sehen waren etliche Fahr­zeuge und Gerätschaften, wie sie von den etwa 100 ehren­amt­li­chen Hel­fern des THW bei Unglücksfällen und Kata­stro­phen ein­ge­setzt werden. Viel Anklang fand bei den kleinen Besu­chern vor allem die Schlauch­boot­schaukel, mit der sie sich hoch hinauf schwingen konnten. „Das Fest ist heut für euch“, dankte der Orts­be­auf­tragte Olaf Ulmer seinen Männern und Frauen für ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment. Er erin­nerte an die vielen Einsätze.

Sturmschäden Exem­pla­risch hob er die Besei­ti­gung von Sturmschäden nach „Lothar“ hervor, die Hoch­was­serhilfe an Oder und Elbe, den Ein­satz während der Schnee­ka­ta­strophe im Münster­land, die humanitären Hilfen in Bos­nien, Tune­sien und Tscher­nobyl. Er vergaß aber auch nicht die vielen tech­ni­schen Hil­fe­leis­tungen bei Unglücksfällen und Kata­stro­phen vor Ort und in der unmit­tel­baren Nach­bar­schaft; die vielen Behelfsbrücken, die geschlagen wurden und die vielen Unfalls­stellen, die aus­ge­leuchtet werden mussten.

Der Orts­ver­band wurde 1968 in Möckmühl gegründet. SPD-Land­tags­ab­ge­ord­neter Rein­hold Gall erin­nerte sich daran, dass damals eine „span­nende Zeit“ gewesen sei mit Jugend­pro­testen, Oswald-Kolle-Aufklärung und Mehr­wert­steu­er­einführung. 1996 über­sie­delte man nach Wid­dern. Hier erhielt der Ver­band ein modernes Domizil unter­halb der Auto­bahnbrücke – mit geräumigen Hallen für seinen Fuhr­park und Räumlich­keiten für stra­te­gi­sche Pla­nung und Schu­lung. Mit seinem Umzug wurde er auch in THW Orts­ver­band Wid­dern umbe­nannt, was Bürger­meister Michael Rei­nert damals wie „einen Sechser im Lotto“ erlebte und ihn auch heute noch „unheim­lich stolz“ macht.

Ehrenamt Der Lan­des­be­auf­tragte des THW, Dirk Göbel, hob den „großen Vor­teil“ des Ehren­amtes hervor, „weil man etwas gemeinsam leisten“ könne. Bun­des­weit enga­gieren sich rund 80 000 Hel­fe­rinnen und Helfer und etwa 800 haupt­amt­liche Mit­ar­beiter im 1950 gegründeten Tech­ni­schen Hilfs­werk (THW). Im Orts­ver­band sind es rund 100. „Wenn es das THW nicht gäbe, müsste man es erfinden“, betonte der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Thomas Strobl.

Einer dieser „Erfinder“ ist das Möckmühler Gründungs­mit­glied Nummer 008, Karl Ipseitz (77). Er wurde jetzt beson­ders geehrt. Die ver­gan­genen 40 Jahre seien „ein ständiger Aufbau bis heute“ gewesen, erin­nert er sich, und man habe anfangs viel impro­vi­sieren, mit gebrauchten Sachen aus­kommen und auch schon mal ein Werk­zeug selber kaufen müssen.

Freunde feiern mit Mit den Wid­der­nern fei­erten umlie­gende THW-Orts­verbände und andere befreun­dete Hel­fer­gruppen wie Feu­er­wehr, Polizei, Deut­sches Rotes Kreuz und die Ret­tungs­hun­de­staffel.

Bild: Jubilar Karl Ipseitz (rechts) mit THW-Chef Olaf Ulmer. (Foto: Hei­de­lind Andritsch)