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Kameraden-Rettung stand nicht im Drehbuch

Güglingenvon Roland Baumann, HSt

Übungs­si­cher­heit vor Schnel­lig­keit: Diesem Prinzip blieb die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Güglingen bei ihrer angekündigten Hauptübung auch in diesem Jahr treu. Aller­dings über­raschte Kom­man­dant Bernd Neu­bauer seine Kame­raden mit einem Ein­satz, der nicht im Dreh­buch stand.

Heim­vor­teil Um 15.58 Uhr schrillten in Eibens­bach die Sirenen, vier Minuten später waren die Flo­ri­ansjünger dank „Heim­vor­teil“ am Ein­satzort. Während der Anfahrt erfuhren nicht nur die Eibens­ba­cher per Funk, was der ange­nom­mene Ernst­fall war: Aus dem Gebäude von E. L. Immo­bi­lien an der Güglinger Straße war gemeldet worden, dass sich ein Arbeiter mit einer Git­terbox ein­ge­klemmt hatte. Ein wei­terer Mit­ar­beiter hörte die Hil­fe­rufe, ver­suchte zu helfen und vergaß dabei, seinen Gas­brenner aus­zu­schalten. Gegenstände entzündeten sich, der zu Hilfe Eilende konnte seinen Kol­legen nicht befreien, und der Gas­brenner setzte das Werk­stattgebäude in Flammen.

Während sich die Abtei­lung Frau­en­zim­mern nach ihrem Ein­treffen um16.05 Uhr gleich mit den Eibens­ba­cher Kame­raden um die Brandbekämpfung und Gebäude­si­che­rung kümmerte, nahmen sich die zeit­gleich ein­ge­trof­fenen Güglinger Wehrmänner der Ret­tung der Ver­letzten und der Brandbekämpfung im Gebäude­inneren mit Atem­schutzgeräten an.

Dann kam Bernd Neu­bauer ins Spiel. Der Kom­man­dant wies einen Atem­schutz­trupp an, den internen Hil­feruf „Mayday, Mayday“ abzu­setzen, was bedeutet: Eigene Kame­raden haben sich beim Ein­satz ver­letzt oder sind in eine Not­lage geraten. Wei­tere Atem­schutz­trupps rückten nach, ret­teten die eigenen Kame­raden und überg­aben sie außerhalb des Gebäudes an die Helfer des DRK-Orts­ver­eins Bra­cken­heim, die sich mit zwei Fahr­zeugen und fünf Ein­satzkräften an der Übung in Eibens­bach betei­ligten.

Nach einer knappen drei­viertel Stunde been­dete Bernd Neu­bauer die Übung. „Ich bin mit der Alar­mie­rung über die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn, die Zusam­men­ar­beit der drei Abtei­lungen und des DRK zufrieden“, stellte er in einem ersten Fazit fest. Auch die Auf­ga­benerfüllung und der spontan gefor­derte Ein­satz zur Kame­ra­den­ret­tung ent­sprach seinem Anfor­de­rungs­profil.

„Die Gründlich­keit geht beim Übungs­ein­satz vor, im Ernst­fall sind wir schneller“, unter­strich Neu­bauer noch­mals den Zweck der Hauptübung. Er dankte seinen 35 Feu­er­wehr­ka­me­raden, die mit fünf Fahr­zeugen angerückt waren und vergaß nicht, sich bei der Firma zu bedanken, die die Übung auf ihrem Areal zuließ.

Nicht selbst­verständlich „Es gibt nämlich nicht mehr viele Gebäude­ei­gentümer, die ihr Anwesen dafür zur Verfügung stellen“, schloss Neu­bauer seinen Kurz­re­port ab.

Bild: Die Güglinger proben für den Ernst­fall: Diesmal bestand die Auf­gabe auch darin, sich beim Ein­satz um „ver­letzte" Kame­raden zu kümmern.Foto: Roland Bau­mann