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Jugendgruppe als Retter der selbstständigen Feuerwehr

Siegelsbachvon Nicole Theuer, HSt

Nach­wuchs­ar­beit sichert Feu­er­wehren das Über­leben. Das zeigt ein­drucks­voll das Bei­spiel Sie­gels­bach. Gute Neu­ig­keiten ver­mel­dete Steffen Max, Pres­se­spre­cher und stell­ver­tre­tender Jugend­feu­er­wehr­wart, kürzlich bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr. 35 Pro­zent der Ein­satz­ab­tei­lung kommt aus der eigenen Jugend­gruppe. Eine stolze Zahl, weil die Nach­wuchs­ab­tei­lung erst seit dem Jahr 2002 aktiv ist.

„Es gab bereits Ende der 90er Jahre den Ver­such, eine Jugend­ab­tei­lung auf­zu­bauen“, berich­tete Max im Gespräch mit der Kraichgau Stimme. „Der dama­lige Kreis­brand­meister hatte angekündigt, dass die Ein­satz­ab­tei­lung wegen der rückläufigen Per­so­nal­zahlen Pro­bleme bekommen würde.“ Hans Wil­helm Hans­mann hatte die Gefahr in den Raum gestellt, dass die Sie­gels­ba­cher irgend­wann ihre eigenständige Wehr würden auf­geben müssen, wenn nicht die Nach­wuchs­ar­beit ange­gangen werde. „Damals trat das Pro­blem auf, dass sich nicht genügend Betreuer fanden, so dass der Ver­such schei­terte“, erzählte Steffen Max.

Erneuter Ver­such Drei Jahre später star­teten die Sie­gels­ba­cher einen erneuten Ver­such, und der fand überwälti­gende Reso­nanz. „Wir hatten damals drei Mädchen und 25 Jungs. Am Anfang war das Inter­esse sehr hoch“, sagte Steffen Max, der damals selbst Gründungs­mit­glied war. „Ich wollte schon immer zur Feu­er­wehr, vor allem, nachdem ich als kleines Kind einmal in Bad Rap­penau auf einem Feu­er­wehr­fahr­zeug gesessen war.“

Als Teen­ager hatte sich Max den Kind­heits­traum erfüllt − aber zunächst in Neckar­bi­schofs­heim. „Als hier die Jugend­feu­er­wehr aus der Taufe gehoben wurde, bin ich sofort nach Sie­gels­bach gewech­selt.“ Er blieb über all die Jahre dabei. „Nach dem ersten Boom im Gründungs­jahr gingen die Zahlen zurück, aber seit 2007 haben wir kon­ti­nu­ier­lich im Schnitt 15 Jugend­liche in der Gruppe.“ Der­zeit sind 17 Jugend­liche dabei, die später in die Ein­satz­ab­tei­lung über­nommen werden sollen. „Hauptsächlich erlernen die Jugend­li­chen natürlich den Lösch­an­griff“, ver­riet Max. Alle zwei Wochen steht für den Nach­wuchs eine Übung auf dem Plan, doch der Spaß darf nicht fehlen. Die Gruppe fährt auch mal Fahrrad oder Schlitten. „Alle zwei, drei Jahre können wir Jugend­liche in die Ein­satz­ab­tei­lung über­nehmen“, berich­tete Max.

Fas­zi­na­tion Einer davon ist Lars Schmidt, der vor zwei Jahren per Hand­schlag in den aktiven Dienst der Sie­gels­ba­cher Feu­er­wehr wech­selte. Als Zehnjähriger war Schmidt zur Jugend­gruppe gestoßen. „Damals ist mein älterer Bruder zur Feu­er­wehr gegangen, da wollte ich mit, weil es mich ein­fach inter­es­siert hat.“ Die Fas­zi­na­tion und Begeis­te­rung hat ange­halten. „Man tut was für die All­ge­mein­heit, außerdem gefällt mir die Kame­rad­schaft.“

Nach der Grund­aus­bil­dung bil­dete sich Schmidt jährlich fort. „Aber das Wei­ter­kommen ist für mich nicht unbe­dingt der Ansporn für mein Enga­ge­ment.“ Von schweren Einsätzen blieb Schmidt bis­lang ver­schont, hat sich aber schon Gedanken über den Fall der Fälle gemacht. Wir pflegen hier einen offenen Umgang. Im Kame­ra­den­kreis spricht man über Einsätze, kann sich Rat und Hilfe holen„, sagte er.