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Jede Sekunde zählt

Gemmingenvon Miriam Hinner, HSt

„Ein biss­chen verrückt muss man schon sein“, sagt Michael Bayer, Kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Steb­bach. Er macht mit seiner Gruppe immer wieder ver­schie­dene Leis­tungs­ab­zei­chen in Deutsch­land und Europa. „Das ist ein sport­li­cher Wett­kampf“, erklärt er: „Inner­halb einer bestimmten Zeit müssen wir einen Schlauch legen und die Pumpe anschließen. Dann folgt noch ein Staf­fel­lauf.“

Her­aus­for­de­rung

Für dieses zusätzliche Hobby haben Michael Bayer und seine Truppe bisher rund 2700 frei­wil­lige Über­stunden geschoben, denn: „Wer vorne mit dabei sein möchte, muss gut in Form sein“, so Bayer. „Die Leis­tungs­ab­zei­chen kann man genauso auch in Deutsch­land machen“, fügt der zweite Kom­man­dant Bernd Neu­berger hinzu. „Am 4. Juli sind wir wieder in Renn­ingen, um das deut­sche Abzei­chen zu machen. Die inter­na­tio­nalen Wettkämpfe sind aber eine größere Her­aus­for­de­rung.“ Bevor die Steb­ba­cher Frei­wil­lige Feu­er­wehr Deutsch­land im Aus­land repräsen­tieren durfte, musste sie eine Prüfung ablegen. „Nun tragen wir alle den Bun­des­adler auf unserer Uni­form“, sagt Bayer.

Kame­rad­schaft

Beim Leis­tungs­ab­zei­chen in Öster­reich belegte die Gruppe den dritten Platz unter den deut­schen Gruppen. Ins­ge­samt waren 902 Gruppen dabei. „In Luxem­burg waren es nur 43. Das war gemütlich“, erzählt Bayer. Rund um die Ver­an­stal­tung tau­schen die Männer Tipps und Tricks aus, knüpfen Kon­takte und schauen sich Sehenswürdig­keiten in der Umge­bung an. Und beim Wett­kampf heißt es: Genau­ig­keit, Schnel­lig­keit und Kon­zen­tra­tion. Die Übung für das Abzei­chen schweißt aber auch die Truppe zusammen: „Die Kame­rad­schaft pro­fi­tiert und somit hilft uns das auch bei echten Löscheinsätzen, denn jeder kann sich auf den anderen ver­lassen.“

In rund einer Minute haben die Männer den tro­ckenen Lösch­an­griff absol­viert. „Unser nächstes Ziel ist es, Gold zu schaffen“,zeigt sich Sascha Geiger ehr­geizig, „aber das ist sehr schwer.“ Da bleiben blu­tige Hände bei der Übung nicht aus. „Aber dafür machen wir etwas, das andere nicht machen. Nur eine Hand­voll Frei­wil­lige Feu­er­wehren in Baden-Württem­berg ist bei den Leis­tungs­ab­zei­chen im Aus­land dabei.“ Darauf ist Michael Bayer stolz.

Bild: Mona­te­langes Trai­ning macht sich bezahlt: Jeder Hand­griff sitzt beim rund einminütigen Kampf um das Leis­tungs­ab­zei­chen.