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In zehn Minuten zur Stelle

Fleinvon Barbara Barth, HSt

Dass ein Bedarfs­plan nicht auto­ma­tisch ein Wunsch­zettel ist, stellte der Fleiner Feu­er­wehr­kom­man­dant Martin Stähle in der jüngsten Gemein­de­rats­sit­zung klar. Jede Wehr muss einen Feu­er­wehr­be­darfs­plan auf­stellen, um im Ernst­fall für einen geord­neten Lösch- und Ret­tungs­ein­satz leis­tungsfähig zu sein. Diese Bestands­auf­nahme gibt einen umfas­senden Über­blick über die Struktur der Gemeinde und ihre Kon­flikt­po­ten­tiale, über Mann­schaft und vor­han­denes Gerät, über Ausrück- und Ein­treff­zeiten sowie über die Tagespräsenz der Fleiner Feu­er­wehrmänner.

Unfall­ri­siko Der stell­ver­tre­tende Kom­man­dant Michael Scheer erläuterte den 16-sei­tigen Plan: Die Gemeinde habe mit einer Landes- und einer Kreis­straße „keine beson­deren Ver­kehrs­wege“. Ein erhöhtes Unfall­ri­siko bestehe also nicht. Gewisse Risiko-Poten­ziale bergen von den 82 Fleiner Gewer­be­be­trieben nur zwei: Betten-Braun mit seinem großen Lager und die MTB-Tank­stelle.

Ein­rich­tungen mit beson­derer Nut­zung sind neben zwei Schulen die fünf Kin­dergärten und zwei Hochhäuser. Fünf Aus­sied­lerhöfe sind nicht an die öffent­liche Was­ser­ver­sor­gung ange­schlossen, und ab Frühjahr 2009 hat Flein auch ein Alten­pfle­ge­heim. Nicht zu unterschätzen seien, so Scheer, 15 Tief­ga­ragen sowie die Ver­an­stal­tungs­hallen und his­to­ri­sche Gebäude. Eine beson­dere Gefährdung gehe vom Kern­kraft­werk in Neckar­west­heim und der Öl- und Gas­fern­lei­tung in der Tal­heimer Straße aus.

In der 76 Per­sonen umfas­senden Feu­er­wehr Flein sind 55 aktiv, sechs sind in der Jugend­wehr und 15 zählt die Alters­ab­tei­lung. „Einen Musikzug leisten wir uns nicht“, meinte Scheer schmun­zelnd. Etwa die Hälfte der Aktiven ist in der Regel tagsüber am Ort anwe­send. An Fahr­zeugen besitzt die Gemein­de­feu­er­wehr Flein vier: zwei Löschfahr­zeuge, einen Kom­man­do­wagen und einen Mann­schafts­trans­port­wagen. „Wenn wir mehr Geräte brau­chen, hilft die Heil­bronner Feu­er­wehr aus“, so Scheer.

Die Leis­tungsfähig­keit einer Wehr wird nach den Ein­treff­zeiten bewertet. Diese rei­chen von der ersten Alar­mie­rung bis zum Ein­treffen am Scha­dens­er­eignis. Die gefor­derten zehn Minuten für die erste Ein­heit erreicht Flein von 7 bis 17 Uhr zu 100 Pro­zent. Ist eine nachrückende zweite Gruppe vonnöten, hat diese 15 Minuten Zeit. Dieses Ziel errei­chen die Männer in Mann­schaftsstärke zu 90 Pro­zent. Während der Nacht sowie an Sonn- und Fei­er­tagen sind beide Gruppen zu 100 Pro­zent pünkt­lich an der Ein­satz­stelle.

„Brand­einsätze decken wir mit unseren Geräten ab“, erläuterte Michael Scheer. Für größere tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen sei die Fleiner Feu­er­wehr nicht ausgerüstet. Auch eine eigene Dreh­leiter halte die Gemeinde nicht vor. Die geringe Wahr­schein­lich­keit eines Ein­satzes und die Nähe zu Heil­bronn mache eine Anschaf­fung nicht erfor­der­lich.

Grund­schutz Mit den beiden vor­han­denen Löschfahr­zeugen und der Dreh­leiter aus Heil­bronn könne aber der Grund­schutz der Gemeinde Flein sicher­ge­stellt werden, so die Aus­sage des Bedarfs­plans, den der Gemein­derat ein­stimmig zur Kenntnis nahm. Bürger­meister Alex­ander Krüger: „Ich kann guten Gewis­sens meine Unter­schrift dar­unter setzen.“

Bild: Die Flo­ri­ansjünger unter Kom­man­dant Martin Stähle sind dank ihrer guten Aus­stat­tung immer schnell und optimal gerüstet am Ein­satzort. (Foto: Guido Sawatzki)