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HSt-Heimat: Löschzügekonzept greift

Eppingenvon Nicole Theuer, HSt

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Eppingen ist die größte Hilfs­or­ga­ni­sa­tion im Land­kreis Heil­bronn. 328 Aktive tun in den sieben Ein­satz­ab­tei­lungen Dienst, ins­ge­samt hat die Wehr 520 Mit­glieder. Und trotzdem, schon frühzeitig machten sich die Ver­ant­wort­li­chen Gedanken um die Zukunft, galt es doch, die gesetz­li­chen Hil­fe­leis­tungs­fristen ebenso zu gewährleisten wie dem demo­gra­fi­schen Wandel Rech­nung zu tragen. „Über die Hälfte unserer Einsätze sind während der Tages­zeit, wenn die Ein­satzkräfte bei der Arbeit sind“, erklärte Kom­man­dant Martin Kuh­mann. „Heute ist es aber nicht mehr wie früher, dass die meisten Mit­glieder im Ort tätig sind, son­dern außerhalb arbeiten. Des­halb war es uns ein Anliegen, die Tages­verfügbar­keit auch in Zukunft sicher­zu­stellen.“ Auch bei Großscha­dens­lagen wollte die Wehr sich effi­zi­enter orga­ni­sieren. „Wir wollten aber auch den sich wan­delnden Auf­gaben Rech­nung tragen. Des­halb haben wir wei­tere Che­mi­ka­li­en­schutzanzüge ange­schafft und Kame­raden des Löschzuges Süd aus­ge­bildet. Das sehen wir als Ergänzung zu den beiden Gefahr­gutzügen des Land­kreises. Wir haben ortsansässige Betriebe und auch zwei Hal­lenbäder, des­halb war es uns wichtig, für den Ernst­fall gerüstet zu sein, um die Men­schen­ret­tung ein­leiten zu können.“

So setzten sich die Ver­ant­wort­li­chen im Jahr 2014 im Feu­er­wehr­hotel am Titisee zusammen. In einem Work­shop, bei dem sich alle Abtei­lungs­kom­man­danten und ihre Stell­ver­treter ein­ge­bracht haben, wurde gemeinsam das Kon­zept 2020 ent­wi­ckelt. Dieses hat meh­rere Eck­pfeiler. Neben der Ent­wick­lung einer Kon­zep­tion für die Feu­er­wehrhäuser in den ein­zelnen Orts­teilen, die teil­weise nicht mehr den heu­tigen Stan­dards ent­spre­chen, sah das Kon­zept die Bil­dung von zwei Löschzügen vor. „Ganz wichtig war und ist der Erhalt und die Stärkung der ein­zelnen Abtei­lungen“, bekräftige Kuh­mann, „aber das können wir nur durch die Löschzüge gewährleisten.“ Die Löschzüge, die nach geo­gra­fi­schen Gesichts­punkten zusam­men­ge­stellt worden sind, kommen bei Großscha­dens­laden zum Ein­satz. „Bei einem Alarm wird immer erst die örtliche Abtei­lung gemeinsam mit der Kern­stadt­ab­tei­lung alar­miert. Stellt sich vor Ort heraus, dass wir wei­tere Kräfte benötigen, wird der ent­spre­chende Löschzug nach­alar­miert. Dieser über­nimmt eigenständig einen Ein­satz­ab­schnitt, in Zusam­men­ar­beit mit der Ein­satz­lei­tung.

Nach rund drei Jahren, vielen gemein­samen Übungen und Schu­lungen sieht Kuh­mann die Wehr für die Zukunft gerüstet. „Oberbürger­meister, Ver­wal­tung und Gemein­derat haben das Kon­zept von Anfang an mit­ge­tragen“, zeigte sich Kuh­mann erfreut. Auch, weil „wir bei den Übungen der Löschzüge inzwi­schen das Niveau früherer Hauptübungen erreicht haben.“ Jeweils zwei Übungen gibt es für die Abtei­lungen Adels­hofen, Elsenz und Richen (Löschzug Nord) sowie das südliche Pen­dant aus Mühlbach, Rohr­bach und Klein­gartach im Jahr. „Die Übungen sind attrak­tiver geworden, denn wir können, da wir mehr Ein­satzkräfte haben, an größeren Objekten üben. Zudem wird der Zusam­men­halt gestärkt und auch der Übungs­dienst ist inter­es­santer geworden.“ Dies bedeute eine höhere Moti­va­tion für die Ein­satzkräfte, so Kuh­mann. „Mit diesen Argu­menten möchten wir auch bei der Gewin­nung neuer Mit­glieder über­zeugen.“

Auch in Sachen Jugend­feu­er­wehr geht man in der Fach­werk­stadt neue Wege. „Es gibt gemein­same Wer­be­ak­tionen, für Neu­mit­glieder wie bei­spiels­weise den Jugend­feu­er­wehrtag an den wei­terführenden Schulen und einmal im Jahr einen gemein­samen Aus­flug, sowie die Betei­li­gung am Feri­en­pro­gramm der Stadt Eppingen.

Was Kom­man­dant Kuh­mann ganz wichtig ist, dass dieser frei­wil­lige, ehren­amt­liche Dienst seine ent­spre­chende Wertschätzung erhält. Da es heut­zu­tage nicht mehr selbst­verständlich ist, dass sich Mit­glieder finden, die in Ihrer Frei­zeit sich ent­spre­chend aus- und wei­ter­bilden, um 365 Tage rund um die Uhr ein­satz­be­reit zu sein.