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HSt-Heimat - Feuerwehr Bad Friedrichshall stellt sich wandelnden Aufgaben

Bad Friedrichshallvon Nicole Theuer, HSt

Die Auf­gaben der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr wan­deln sich, diese Erfah­rung hat Kom­man­dant Marcel Vogt in den ver­gan­genen Jahren immer mehr gemacht. „Es wird die Zeit kommen, in denen sich die Wehr­angehörigen spe­zia­li­sieren. Natürlich muss jeder die Grundtätig­keiten beherr­schen, da aber die Fülle der Auf­gaben zunimmt und diese auch immer spe­zi­fi­scher werden, werden wir um Spe­zia­li­sie­rungen nicht her­um­kommen.“ Erste Schritte in dieser Rich­tung hat es in der Salz­stadt bereits gegeben. „Wir haben eine Führungs­gruppe und eine Hoch­was­ser­gruppe ein­ge­richtet“, berich­tete Vogt und ergänzte, „beim Unwet­ter­ein­satz 2016 hat sich das bereits bewährt.“ 290 Einsätze mussten die Blauröcke in jener Unwet­ter­nacht im Mai letzten Jahres abar­beiten, zusätzlich zu den 253 Einsätzen, die in dem Rekord­jahr auf­ge­laufen sind. „Wir haben, bedingt durch Neckar, Kocher und Jagst jährlich etwa zehn bis 15 Einsätze im und am Wasser“, so Vogt, „denn ist nicht nur das Hoch­wasser, es sind auch Gewässer­ver­un­rei­ni­gungen, Men­schen oder Fahr­zeuge im Wasser, zu denen wir ausrücken.“

Aus der Erfah­rung der Jahre heraus hat Vogt fest­ge­stellt, dass sich die Arbeit der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr gewan­delt hat. „Es geht immer weiter weg von den alltägli­chen Auf­gaben. Wir haben immer mehr Kata­stro­phen­einsätze und Großscha­dens­lagen, die mit den ursprüngli­chen Tätig­keiten der Feu­er­wehr nichts zu tun haben.“ Vogt erin­nerte nur an den Amok­alarm an der Ver­bund­schule oder die Über­land­hilfe bei der Bom­ben­entschärfung in Oed­heim. „Die Ent­wick­lung zeigt, dass wir immer mehr zum städti­schen Dienst­leister werden“, resümierte Vogt. Doch Sorgen bereiten Vogt und seinen Kol­legen auch die zuneh­menden Sui­zid­ver­suche, zu denen sie ebenso immer wieder ausrücken müssen wie zu Türöffnungen. „Die Türöffnungen betreffen hauptsächlich ältere Men­schen, die so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben möchten. Oft sind diese Men­schen allein­ste­hend, nie­mand hat einen Zweit­schlüssel.“

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall besteht aus einer Alters- und Ehren­ab­tei­lung mit 35 Mit­glie­dern, einer Jugend­feu­er­wehr mit 32 Jugend­li­chen, eine Kin­der­gruppe mit 15 Kin­dern zwi­schen sechs und zehn Jahren sowie einem Spiel­mannszug mit 21 Musi­kern. Die Ein­satz­ab­tei­lungen kommen aus der Kern­stadt, dem Zusam­men­schluss der dama­ligen Löschzüge Jagst­feld, Kochen­dorf und Hagen­bach mit 70 Aktiven, der Abtei­lung Dut­ten­berg mit 22 Ein­satzkräften und der Abtei­lung Unter­gries­heim, in der 25 Aktive Dienst tun. Auf die wartet in diesem Jahr neben den Einsätzen noch eine wei­tere Her­aus­for­de­rung, im Oktober wird eine neue Dreh­leiter in Dienst gestellt, die rund 680000 Euro kostet und mit Zuschüssen vom Land­kreis und Land beschafft wird. „Da sowohl Bad Wimpfen als auch wir eine neue Dreh­leiter beschaffen, haben wir gemeinsam aus­ge­schrieben und so Syn­er­gien genutzt, die zu einer Kos­ten­er­sparnis geführt haben.“