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Heizöl-Unfall in Möckmühl

Möckmühlvon Rudolf Landauer, HSt

Zu einem Irrtum mit schwer­wie­genden Folgen ist es am Freitag in Möckmühl gekommen. Weil ein Heizöllie­fe­rant die Einfüllstutzen von zwei Nach­barhäusern ver­wech­selte, flossen 2500 Liter Öl in ein Kel­ler­ge­schoss. Heizöl hatte die betrof­fe­nene Familie Sonntag gar keines bestellt: Sie heizt mit Holz. Den Schaden schätzt die Feu­er­wehr auf min­des­tens 100 000 Euro.

Entlüftung

Als am Frei­tag­morgen gegen 8.30 Uhr der Tank­laster neben ihrem Haus hielt, ging die Familie davon aus, dass die Nach­barn Heizöl bekommen. Der Fahrer ver­wech­selte aber den aus­ran­gierten und als Entlüftung die­nenden Einfüllstutzen der Sonn­tags mit dem der Nach­barn. Im geflu­teten Keller stehen keine Öltanks, son­dern Kunst­stoffbehälter als Zis­ternen, in denen Regen­wasser auf­ge­fangen wird.

Als der Fahrer bei der Familie klin­gelte und sagte: „Ich habe ihnen gerade ver­se­hent­lich 2500 Liter Heizöl gelie­fert", brei­tete sich bereits starker Geruch aus, und das Gemisch aus Wasser und den 2500 Litern Heizöl flu­tete das gesamte Kel­ler­ge­schoss. Meh­rere Zen­ti­meter hoch stand Öl in den Räumen, als die Möckmühler Frei­wil­lige Feu­er­wehr unter der Lei­tung von Kom­man­dant Uwe Thoma anrückte. Die Wehr war mit fünf Fahr­zeugen und 25 Aktiven im Ein­satz. Rasch wurde ihnen klar, dass Öl nicht nur in Kel­lerräumen stand, son­dern auch in die Kana­li­sa­tion lief und in die Kläran­lage zu gelangen drohte. Unverzüglich musste reagiert werden, denn Öl darf weder in Fließgewässer noch in die Klärung gelangen. An meh­reren Stellen wurden Absper­rungen ange­bracht, um den Brenn­stoff dosiert in Rich­tung Kläran­lage zu lenken und ihn an pas­sender Stelle abzu­saugen.

Betrof­fen­heit

Der Schaden löste bei den Geschädigten und beim Fahrer große Betrof­fen­heit aus. Es ist zu befürchten, dass das Haus unbe­wohnbar ist und die Besitzer zumin­dest vorüber­ge­hend umziehen müssen. Viele Mate­ria­lien haben das Öl auf­ge­saugt, der stark rie­chende Brenn­stoff ist bereits an den Wänden hoch­ge­stiegen. In einem Raum hat sich ein Holzfußboden mit Öl voll gesogen. Lebens­mittel gelten als ver­nichtet.

Es ist kaum denkbar, dass sich der pene­trante Geruch kurz­fristig verflüchtigen wird. Kom­man­dant Uwe Thoma: „Wir gehen davon aus, dass sich rund 500 Liter Öl in Wänden und Böden fest gesogen haben, 500 Liter noch im Keller stehen und 1500 Liter Öl in die Kana­li­sa­tion gelangten". Noch am Freitag nahmen ein Gut­achter der Dekra und die Spe­zi­al­firma Lebküchner die Arbeit auf. Sie saugte das Öl-Wasser-Gemisch ab und über­nahm die Ent­sor­gung.

Fotos: HSt