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Haus brennt völlig aus

Bad Wimpfenvon Adrian Hoffmann, HSt

Qualm überall, es ist sti­ckig und heiß. Türen, Wände, Ein­rich­tung - alles schwarz. Viele Gegenstände sind ver­kohlt, andere geschmolzen. Die Feu­er­wehrmänner rennen mit Atem­schutz­masken durchs Haus und suchen mit der Wärme­bild­ka­mera nach letzten Glut­resten.

Der schwere Brand, der am Freitag um kurz nach 10 Uhr in Bad Wimpfen aus­ge­bro­chen ist, hat nicht mehr viel übrig gelassen von einem Haus im Neuen Weg, Rich­tung Tal, in der Nähe des Bahn­hofs. Ein 16-jähriger Junge, der zu diesem Zeit­punkt mit seiner Freundin im Haus war, konnte sich ins Freie retten. Sie wurden sicher­heits­halber ins Kran­ken­haus gebracht. Sie waren die ein­zigen Men­schen, die sich dort auf­hielten. Ein Feu­er­wehr­mann ret­tete kurz später den zur Familie gehörenden York­shire Ter­rier aus dem Haus.

Um 10.30 Uhr herrscht große Hektik vor Ort. Wäre die Feu­er­wehr ein biss­chen später gekommen, ver­muten die Männer im Ein­satz, wäre es womöglich schlimmer gekommen. Der Brand hätte auch auf Nach­barhäuser überg­reifen können. So aber dauert es nur wenige Minuten, bis das Feuer gelöscht ist. Brand­ur­sache ist mögli­cher­weise ein tech­ni­scher Defekt an der Wasch­ma­schine, die zu dieser Zeit lief. Offenbar brach das Feuer in den Raum aus, in dem elek­tri­sche Geräte wie Wasch­ma­schine und Trockner stehen. Die Scha­dens­summe wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Win­fried Schnell läuft durch das ver­kohlte Haus und ver­schafft sich einen Über­blick über Schaden und Stand der Löschar­beiten. "Alle Türen standen offen", sagt er - einer der Gründe, warum sich das Feuer so wuchtig aus­breiten konnte.

Der Nachbar hat das Feuer etwa zeit­gleich mit dem 16-jährigen Jungen bemerkt, der sich im Haus auf­hielt. Er habe den Hund bellen gehört. Dann sei er in den Garten und habe gesehen, wie eine Stich­flamme aus einem Fenster schoss. Die Scheibe platzte. Der Nachbar wählte sofort die 112, aber der Feu­er­wehr­mann in der Leit­stelle wusste schon Bescheid. Neben der Bad Wimp­fener Feu­er­wehr (30 Mann mit vier Fahr­zeugen) kam auch die Werks­feu­er­wehr von Solvay (zwei Fahr­zeuge) gleich zum Ein­satzort.

Draußen auf der Straße sam­meln sich immer mehr Men­schen. Nach­barn, Freunde, Bekannte und Fami­li­en­mit­glieder. Vater und 19-jähriger Sohn, die beide bei Audi arbeiten, sind sofort heim­ge­fahren. Sie stehen fas­sungslos vorm Haus. Bürger­meister Claus Brechter ist vom Rat­haus hin­un­ter­ge­eilt, als er vom Brand erfahren hat. Er wollte sich ein Bild von der Lage machen. Der Qualm hatte sich über die halbe Stadt gelegt, selbst Schüler des Hohen­staufen-Gym­na­siums rochen den beißenden Gestank.

Wie die betrof­fene Familie jetzt wei­ter­macht, weiß sie noch nicht. Wahr­schein­lich werden sie vorüber­ge­hend in die Eigen­tums­woh­nung auf der gegenüber­lie­genden Straßenseite ziehen, sagt der Vater. Die Woh­nung sei gerade leer­ste­hend. Der Straßenab­schnitt ist vorüber­ge­hend gesperrt worden. Nach einer Stunde rollte der Ver­kehr wieder

Fotos: Adrian Hoff­mann