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Großeinsatz in der Schule

Bad Wimpfenvon Rudolf Landauer, HSt

Wenn in der Stau­fer­stadt Bad Wimpfen die Frei­wil­lige Feu­er­wehr ausrückt, viele Blau­lichter blinken und Signale von Mar­tinshörnern zu hören sind, werden bei zahl­rei­chen Ein­woh­nern Erin­ne­rungen wach. Viele denken dann an die Großbrände etwa am Blauen Turm, dem Wahr­zei­chen der Stadt, sowie die Zerstörung des Hotels Sonne.

Diens­tag­nacht han­delte es sich aber um eine Nachtübung, die aller­dings den Ein­woh­nern und der Feu­er­wehr nicht angekündigt war. Ein rea­lis­ti­sches Sze­nario hatte sich Feu­er­wehr­chef Rein­hold Korb für die letzte Nachtübung seiner Amts­zeit zurecht­ge­legt, im Dezember wird der langjährige Kom­man­dant offi­ziell aus dem Amt ver­ab­schiedet. Jedem der Betei­ligten wurde dabei bewusst, wie schnell sich so etwas in der Realität ereignen kann. Daher sind solche Übungen für die Aktiven der Feu­er­wehr und des DRK aus­ge­spro­chen wichtig, um im Ernst­fall das Rich­tige zu tun.

Aus­gangs­lageEiner schwie­rigen Aus­gangs­lage sahen sich die Ein­satzkräfte gegenüber: Zum Abschluss eines Abend­kurses in der Ludwig-Frohnhäuser-Schule gab es ein gemein­sames Abend­essen, bei der nach­ein­ander zwei Gas­fla­schen mit schwer­wie­genden Folgen explo­dierten. Durch umher flie­gende Trümmer­teile wurden Per­sonen ver­letzt, viele rannten in Panik aus dem Gebäude, andere irrten in dem weiträumigen Schul­areal umher. Eine Person flüchtete aus dem Mensa-Gebäude auf die Straße und wurde von einem Klein­trans­porter über­rollt und dar­unter ein­ge­klemmt.

In der stark ver­rauchten Mensa und im Flur befanden sich meh­rere ver­letzte Per­sonen. Bren­nende Möbel und der Lin­ole­um­boden ver­qualmten die ganze Schule. Zu allem Unglück durch­schlug eine deto­nie­rende Gas­fla­sche die Decke und lan­dete auf dem Dach der Klein­sport­halle und ent­fachte dort ein Feuer auf dem Flach­dach. Eine erregte Frau fragte: "Mein Gott, was ist denn pas­siert, da sind doch noch Leute drin". Ein Feu­er­wehr­mann beru­higte sie: "Das ist eine Nachtübung." Die Ein­satz­lei­tung unter Win­fried Schnell han­delt umsichtig und erkannte: Die Klein­sport­halle ist nicht mehr zu betreten, da sie inner­halb kürzester Zeit in Voll­brand steht. Eine wei­tere Gas­fla­sche flog aus dem Fenster und hat einen kleinen Flächen­brand ausgelöst. Zusätzliche Gefahr für die Ein­satzkräfte ging von einer noch nicht deto­nierten Gas­fla­sche in der Mensa aus.

Dreh­leiterZiel­ge­richtet und kon­se­quent drangen Atem­schutzträger in das Gebäude ein, Maschi­nisten brachten ihre Gerätschaften in Gang, Schläuche wurden ver­legt, die Dreh­leiter aus­ge­fahren. Mit einem Hebe­kissen wurde die Person unter dem Fahr­zeug geborgen. Die Feu­er­wehren aus Neckar­sulm, Bad Rap­penau und der Firma Solvay eilten ihren Kame­raden zu Hilfe, das örtliche DRK ver­sorgte und betreute die Ver­letzten vor Ort. Ein­satz­leiter Win­fried Schnell: "Das Zusam­men­spiel klappte prima, ich bin sehr zufrieden mit dem Übungs­ver­lauf, der nicht ein­fach war."

Bild: Die Flo­ri­ansjünger Bad Wimpfen hatten an der Ludwig-Frohnhäuser-Schule eine ver­zwickte Auf­gabe zu lösen. Unterstützt wurden sie durch die Wehren Bad Rap­penau, Neckar­sulm und der Firma Solvay.Foto: Rudolf Land­auer