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Großbrand: Lagerhalle in Flammen

Schwaigernvon Adrian Hoffmann, HSt

Die gif­tige Rauchsäule am Himmel über Schwai­gern ist kilo­me­ter­weit zu sehen. In einer Lager­halle des Recy­cling­be­triebs Kurz ist am Sonn­tag­vor­mittag ein ver­hee­rendes Feuer aus­ge­bro­chen. Polizei und Feu­er­wehr sperrten das Indus­trie­ge­biet großräumig ab, wei­teten den Radius später sogar aus. Experten stellten im auf­stei­genden Rauch Salzsäure fest. Sicher­heits­halber bat die Feu­er­wehr die Men­schen in Schwai­gern und Lein­garten über Rund­funk, Fenster und Türen zu schließen. Ver­letzt wurde nie­mand. Die Brand­ur­sache ist laut Angaben der Polizei noch völlig unklar. Die Kripo Heil­bronn ermit­telt.

Um kurz nach 12 Uhr herrscht Chaos vor der Lager­halle, ein ste­chender Geruch liegt in der Luft. „Da drin ist es schwarz wie die Nacht, man sieht keine zwei Zen­ti­meter weit“, sagt Volker Lang, Pres­se­spre­cher der Feu­er­wehr Schwai­gern. Über das Hal­len­dach ragen Feu­er­wehr­lei­tern, Männer mit Atem­schutzgeräten löschen in den dicken Rauch­schwaden. Unaufhörlich zieht der Rauch aus den gebors­tenen Fens­tern – die Säule ragt etwa 500 Meter in den Himmel.Ein Bag­ger­fahrer reißt Hal­len­tore aus­ein­ander, damit die Feu­er­wehr besser löschen kann. Das Löschwasser über­schwemmt den Platz. Etliche Leute sind zu Fuß aus dem Ort gekommen und stehen hinter den Absperrbändern, um das Geschehen zu ver­folgen. „In einem sol­chen Ausmaß habe ich sowas noch nie erlebt“, sagt ein Anwohner. Einen Großbrand in dieser Dimen­sion hat es im Land­kreis lange nicht mehr gegeben.Schaden in Mil­lio­nenhöheKreis­brand­meister Uwe Vogel spricht von einem Schaden in Mil­lio­nenhöhe. 11.31 Uhr ist es, als die Feu­er­wehr über einen Brand­melder alar­miert wird. In den nächsten Stunden sind rund 160 Feu­er­wehr­leute aus dem Land­kreis Heil­bronn mit Löschar­beiten beschäftigt, mit 40 Fahr­zeugen rücken sie an. In der 1600 Qua­drat­meter großen und zehn Meter hohen Halle lagerten nach Aus­kunft von Peter Kurz, Inhaber des Recy­cling­be­triebs, gepresste Papier- und Kunst­stoff­ballen – zwi­schen 100 und 200 Tonnen.Ret­tungs­sanitäter und Notärzte rüsten sich auf­grund der außergewöhnli­chen Situa­tion mit spe­zi­ellen Anti-Rauch­gas­mit­teln aus. „Das sind rein vor­beu­gende Maßnahmen“, sagt Dr. Stefan Linke, lei­tender Not­arzt, um kurz nach 14 Uhr. Im Extrem­fall könnte der gif­tige Rauch ein toxi­sches Lungenödem und damit Atemnot auslösen.„Die Brandbekämpfung zeigt jetzt Wir­kung, der Rauch wird heller“, sagt Kreis­brand­meister Vogel, der am frühen Nach­mittag im Hub­schrauber über die Halle fliegt. Ein Vor­teil sei jetzt der ein­set­zende Regen, sagt Volker Lang – dadurch ver­rin­gere sich die Salzsäure-Kon­zen­tra­tion in der Luft. Mit einer Tur­bine auf einem spe­zi­ellen Fahr­zeug blasen die Feu­er­wehr­leute den Rauch vom Ein­satzort weg. Am späten Nach­mittag löst sich der Rauch auf, die War­nung wird auf­ge­hoben.Inzwi­schen konnte auch das Feuer kom­plett gelöscht werden. Noch immer aber seien Feu­er­wehr­leute mit Aufräumar­beiten beschäftigt, sagt Volker Lang, Pres­se­spre­cher der Feu­er­wehr Schwai­gern.RauchgefährdungLaut Feu­er­wehr ist die Kon­zen­tra­tion der Salzsäure im Rauch nicht gefährdend gewesen. Nur vor der Halle sei kurz­zeitig die Maxi­male Arbeits­platz-Kon­zen­tra­tion erreicht gewesen. Das ist die maximal zulässige Kon­zen­tra­tion ein Stoffes am Arbeits­platz, bei der kein Gesund­heits­schaden zu erwarten ist.

(Bild: Marc Schmer­beck, HSt)

Wei­tere Bilder im Ein­satz­be­richt.

Hin­weis: Auf der Seite des Ori­gi­nal­be­richtes( http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/;art16305,1291769 ) gibt es auch ein Video von einem Inter­view mit Volker Lang - Pres­se­spre­cher Feu­er­wehr Schwai­gern / KFV Medi­en­team.