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Gelände für Feuerwehrhaus ausgewählt

Talheimvon Barbara Barth, HSt

Ein römisches Dorf ent­scheidet darüber, wohin Tal­heim das neue Feu­er­wehr­haus baut. Das Gewann Steinäcker, einer von zwei mögli­chen Stand­orten, entfällt, weil im Acker­boden ein römisches Kul­tur­denkmal steckt. Die Alter­na­tive heißt: Gewann Straßenäcker, eben­falls an der Hork­heimer Straße, gegenüber der Ein­fahrt in den Mühläcker­ring. Nach erfolg­rei­chen Grund­er­werbs­ver­hand­lungen hat sich der Gemein­derat in nicht öffent­li­cher Sit­zung für dieses Gelände ent­schieden.

Aus der Antike Das Lan­des­denk­malamt will der Gemeinde in nächster Zeit genauere Aus­kunft darüber erteilen, was es in den Steinäckern bereits gefunden hat. Bürger­meister Rainer Gräßle teilte mit, dass eine Erkun­dung der Archäologen Fun­da­mente und Rest­mauern eines Vicus, einer Sied­lung der römischen Antike, zutage gefördert hätten. Der Bau des Feu­er­wehr­hauses an dieser Stelle hätte "weit­rei­chende Folgen mit umfang­rei­chen Aus­gra­bungen" zur Kon­se­quenz gehabt.

Das alte Domizil in der Kel­ter­gasse ent­spricht in keiner Weise mehr den Anfor­de­rungen an ein modernes Gerätehaus. Das ergab der Bedarfs­plan, den die Feu­er­wehr und Kreis­brand­meister Uwe Vogel erar­bei­teten und der vom Gemein­derat im Februar 2010 akzep­tiert worden war. Die Suche nach neuen Stand­orten begann.

Aus zunächst vier wurden zwei und nun der eine in den Straßenäckern. Für die rund 3500 Qua­drat­meter große Fläche gegenüber der Mühläcker­ring-Ein­fahrt setzte der Gemein­derat das Bebau­ungs­plan­ver­fahren "Straßenäcker" mit dem Auf­stel­lungs­be­schluss ein­stimmig in Gang. In den Flächen­nut­zungs­plan des Gemein­de­ver­wal­tungs­ver­bandes Flein-Tal­heim muss die Bebauung bei der nächsten Fort­schrei­bung noch auf­ge­nommen werden.

Städte­bau­liche Über­le­gungen zum Standort stellte das Stutt­garter Büro Zoll bereits an. Ralf Duffner präsen­tierte zwei sche­ma­ti­sche Vari­anten, wie das künftige Gebäude in das Gelände gebaut werden könnte. Einmal par­allel zur Hork­heimer Straße, einmal quer dazu. Auch einen Kreis­ver­kehr gibt es schon auf dem Papier, aber Bürger­meister Gräßle stellte klar: "Das ist nur eine Option für die Zukunft. Zuerst kommt das Magazin."

Wett­be­werb Um Zeit zu gewinnen, will die Gemeinde gleich­zeitig mit dem Bebau­ungs­plan­ver­fahren das Raum­pro­gramm fest­legen und einen Archi­tek­ten­wett­be­werb starten. "Wenn wir einen Sieger haben, geht"s weiter", so Gräßle.

Das dann frei wer­dende Areal Kel­ter­gasse mitten im Ort will die Gemeinde für Senio­ren­woh­nungen oder ein Pfle­ge­heim nutzen. Des­halb fasste der Gemein­derat auch für die Ände­rung des Bebau­ungs­plans "Het­zel­gasse/Son­nen­straße" den Auf­stel­lungs­be­schluss. Damit war der Start­schuss gefallen, das Thema Wohnen im Alter in Tal­heim verstärkt anzu­gehen.

Das Pla­nungsbüro Zoll hat auch hier meh­rere Vari­anten unter­sucht. "Man könnte sie ver­wirk­li­chen", so Ralf Duffner. Anhand eines Höhen­mo­dells zeigte er, dass sich drei­ge­schos­sige Gebäude in die Umge­bungs­be­bauung einfügen würden.

Bürger­meister Gräßle erfuhr "durch die Bank posi­tive Reso­nanz", wenn er das Pro­jekt ansprach. "Die Unterstützung ist uns gewiss." Das sei ein "Ansporn, was Tolles daraus zu machen".

Bild 1: Für diesem Standort an der Hork­heimer Straße gegenüber der Ein­fahrt zum Bau­ge­biet hat sich der Gemein­derat ent­schieden. Foto: Archiv/Dirks

Bild 2: Das alte Domizil der Ein­satzkräfte in der Kel­ter­gasse ent­spricht nicht mehr den heu­tigen Anfor­de­rungen. Foto: Bar­bara Barth